Kurzweiligen Abend ohne Längen mit den „Machos auf Eis“ im Stadttheater

Minütlich Gute-Laune-Schübe

Die Machos kämpfen auf sehr unterhaltsame Art gegen die Kälte an.
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Die Machos kämpfen auf sehr unterhaltsame Art gegen die Kälte an.

Sulingen - Das Sulinger Publikum im (fast) voll besetzten Theater verabschiedet das Ensemble mit minutenlangem Applaus, die „Machos“ geben im Rhythmus des Beifalls letzte Tanzeinlagen – Ende eines vergnüglichen Abends.

Das Stück, „Machos auf Eis“, eine Karaoke-Komödie, mit der die „Theatergastspiele Kempf“ ein brandneues Genre erfanden, sorgte zum Start der Sulinger Kultursaison für eine Sternstunde in kollektiver Ekstase. Die Mischung aus kuriosem Slapstick, akrobatischer Tanzperformance und schrägen Dialogen mit derben Macho-Witzen kam bei dem überwiegend jungen Publikum an.

Die Handlung geriet dabei zur Nebensache. Der arbeitslose Koch Sven (Christian Kühn), der Alleinunterhalter DJ Sandro (Bürger Lars Dietrich), der Immobilienmakler Oliver (Kai Lentrodt) und der am Tag seiner Hochzeit aus dem Ehehafen entflohene Bräutigam Adrian (Tim Sander) sitzen im Kühllager eines Restaurants fest. Sie schwadronieren über das Leben und die Liebe – auf den ersten Eindruck kein Stoff für ein zweieinhalbstündiges Bühnenprogramm.

Unter der Regie von Dominik Paetzoldt bewies das Star-Ensemble das Gegenteil und bescherte den rund 400 Zuschauern einen kurzweiligen Abend ohne Längen. Witzig-freche Dialoge, atemberaubende Akrobatik und Karaoke-Einlagen rissen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen im Mitmach-Modus hin.

Eine vermeintlich zufällige Schicksalsgemeinschaft von vier Herren ist in einer warmen Sommernacht im Kühlkeller eines Restaurants eingeschlossen, mitten zwischen Würstchen, sauren Gurken und fünf Kilo Koks.

Der Bräutigam, sein Bruder, sein Schwager und der von der Braut beauftragte „Aufpasser“ sind unfreiwillig einander ausgeliefert. Wie gut, dass die Kühlung streikt. Als diese plötzlich anspringt, bekommt nicht nur der in der Hochzeitsnacht „getürmte“ Adrian kalte Füße. Bloß nicht stillstehen, heißt die Devise bei „acht Grad minus, Tendenz fallend“: DJ Sandro dreht seine Musikanlage auf und legt zu jedem Thema den richtigen Song auf.

In unterschiedlichen Nuancen übertreffen sich die vier in Macho-Gehabe. Was macht einen Mann aus? „Kraft, Stärke, geistige Überlegenheit“, trötet DJ Sandro in die Runde. Nicht kleinkriegen lassen von den Emanzen, heißt die Losung: Theaterbesuche, Pinkeln im Sitzen und ayurvedische Gerichte sind out. Taxifahrerin Gönül (Bianca Warnek), die die vier zunächst rettet und dann mit ihnen frieren muss, feilt am Bild der Geschlechter: „Angehimmelt werden ist vorbei. ‚Mann' muss eine Mischung aus Macho und Softi sein.“

Mit der bevorstehenden Rettung lösen sich alle Animositäten und Streitereien in Wohlgefallen auf. Die Zuschauer sind begeistert. Von der Geschichte, die – obwohl schlicht gestrickt – einen gewissen Charme und Tiefgang hatte, von der großartigen Leistung des Ensembles und den einzigartigen Regie-Einfällen, die im Minutentakt für Gute-Laune-Schübe und damit für durchgängig gute Unterhaltung sorgte.

mks

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