Eva Kurth folgt Einladung zum Bürgerfest des Bundespräsidenten

Auge in Auge mit Gauck

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Eva Kurth (r.) und Anneke Schumacher auf dem Weg zum Schloss Bellevue. Bundespräsident Joachim Gauck hatte Eva Kurth zum Bürgerfest in den Garten seines Amtssitzes eingeladen.

Sulingen - Die Nachricht sei plötzlich gekommen, für sie überraschend. „Keine Ahnung, wie ich zu dieser Ehre gelangt bin“, sagt Eva Kurth. Die 83-jährige Sulingerin folgte jetzt einer Einladung zum Bürgerfest im Garten des Schlosses Bellevue in Berlin. Der Gastgeber? Bundespräsident Joachim Gauck.

War für den Sonnabend im Zuge des „Tages des offenen Schlosses“ die breite Öffentlichkeit geladen, gehörte Eva Kurth in Begleitung ihrer Enkeltochter Anneke Schumacher zu den 3000 Gästen aus ganz Deutschland, die das Staatsoberhaupt gemeinsam mit Lebensgefährtin Daniela Schadt bereits für Freitag persönlich in und an den Amtssitz gebeten hatte.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Festes stand das ehrenamtliche Engagement als Teil der Zivilgesellschaft.

Mit persönlichen Einladungen zum Bürgerfest würdigt der Bundespräsident die Leistungen von Menschen, die sich in besonderer Weise für andere Menschen oder gesellschaftliche Anliegen einsetzen. Eva Kurth gilt in Sulingen als „Grande Dame“ des Ehrenamtes; nicht zuletzt aufgrund ihres Engagements als Sprecherin des Senioren- und Behindertenbeirates und als Vorsitzende des Ortsverbandes der Arbeiterwohlfahrt sowie des Fördervereins des Arbeitskreises gegen sexuellen Missbrauch. Sie ist Mitgründerin der Nachbarschaftshilfe.

Zur Idee des Bürgerfestes gehört es laut Bundespräsidialamt, dass sich zahlreiche Initiativen, Organisationen und Unternehmen mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit präsentieren: Darunter waren in diesem Jahr Projekte, die jungen Flüchtlingen über Bildungsangebote die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern, die den Alltag von demenzkranken Menschen verbessern oder die junge Menschen an das Ehrenamt heranführen.

Am Freitag war die deutschlandweite Hilfe für Flüchtlinge einer der thematischen Schwerpunkte der Veranstaltung. Im Dialogforum diskutierte unter Moderation von Eckart von Hirschhausen Daniela Schadt mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke, der Präsidentin des Deutschen Städtetages, Eva Lohse, und jungen Engagierten über aktuelle Entwicklungen in der Freiwilligenarbeit.

Eva Kurth am Mittwoch in ihrem Rückblick: „Das war ein Erlebnis, man konnte sich wohlfühlen.“

Schon Mitte August war die Einladung mit dem eingestanzten Bundesadler und dem Absender Bundespräsidialamt bei den Kurths in Sulingen eingetroffen. „Ich kam gerade aus dem Krankenhaus zurück und habe erst nur gedacht: Wer schreibt Dir denn aus Berlin? Als ich dann die Einladung aus dem Umschlag nahm, war ich schon ein wenig stolz.“ Mit der Zusage habe sie zunächst noch gezögert, dann – nach Zureden ihres Mannes und ihrer drei in der Region Sulingen lebenden Enkeltöchtern zugesagt. „Da musst du hin.“

Nein, große Gedanken um die passende Garderobe habe sie selbst sich weniger gemacht, ihr Umfeld wohl umso mehr. Gefordert waren laut Einladung ein kurzes Kleid, Kostüm, Uniform – oder „gerne auch Tracht“. Kurth entschied sich für einen Hosenanzug, Anneke Schumacher für ein Kleid.

Eva Kurth spricht von an die 6000 Gästen, die den „unheimlich großen Garten“ um das Schloss Bellevue bevölkert hatten. „Viele Prominente, die auch an den Diskussionsrunden teilgenommen haben.“ Persönlich sei sie mit Eckart von Hirschhausen ins Gespräch gekommen. Bundespräsident Joachim Gauck habe den Kontakt zu den Gästen gesucht, sei aber ständig von einem Pulk umlagert gewesen. „Auf die Dauer muss das ja auch nervig sein.“

Die 83-Jährige und ihre Enkeltochter hätten sich darauf beschränkt, das Gespräch mit anderen Gästen zu suchen beziehungsweise dem Programm auf den unterschiedlichen Bühnen zu folgen.

Krönender Abschluss, nach einem Mini-Konzert der Popsängerin Nena, war das Feuerwerk. Passend dazu lieferte die Big Band der Bundeswehr die „Ode an die Freude“.

oti

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