Fachwerkhaus am Meierdamm mit besonderer Atmosphäre für Ausstellungen

Kunst in Sulingens ältestem Haus

„Ich hoffe, dass meine Werke Freude bereiten“,sagt Künstler Gerold Jebsen. Foto: S. Wendt

Sulingen – Kunterbunt erstrahlt es von den Wänden im Fachwerkhaus am Meierdamm. Gerold Jebsen aus Schwaförden stellt im Februar seine Werke in dem historischen Haus aus und freut sich an den Sonntagen 2. Februar, 9. Februar und 16. Februar, jeweils in der Zeit von 14 bis 18 Uhr, auf Besucher. Lange Zeit war eben keine Ausstellung mehr in Sulingens ältestem Haus zu sehen.

Das Fachwerkhaus am Meierdamm liege ungünstig, versteckt, da müsste mehr Reklame gemacht werden, sinniert der 71-jährige Künstler aus Schwaförden. Er hoffe, dass Besucher vorbeischauen, es ist seine erste Einzelausstellung... Das nächste Mal werde er seine Werke wohl 2021 im Mittelzentrum präsentieren, wahrscheinlich im „Café DelSul“. Ist die Ausstellung in öffentlichen Gebäuden ein Trend?

Das älteste Haus im Mittelzentrum stammt aus dem 18. Jahrhundert, hat den großen Brand vor 300 Jahren „überlebt“ und steht in unmittelbarer Nähe zum idyllischen Nordsee. Es kostet die Eigentümerin, die Stadt Sulingen, jährlich Unterhalt um die 2 000 Euro. Nicht eingerechnet seien größere Kosten für Instandsetzungsarbeiten, teilt dazu Verwaltungsmitarbeiterin Ronja Schaffer mit.

Das Haus ist aufgeteilt in die Ausstellungsräume im Erdgeschoss und eine 71 Quadratmeter große Wohnung in der oberen Etage. Die ist derzeit vermietet.

Nach Angaben von Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Kammacher nutzen die Ausstellungsräume im Erdgeschoss auch die Gästeführerinnen der Stadt Sulingen, präsentieren dort kleine Schauen zur Sulinger Geschichte und kehren mit den Gruppen, die sie durch das Mittelzentrum führen, für einen kleinen Zwischenstopp hier ein.

Präsentierten einst Künstler im monatlichen Wechsel ihre Werke, beendet Jebsen eine lange Ausstellungspause. Der Verein „Kunst in der Provinz“ listet das Fachwerkhaus als Ausstellungsoption auf, es kümmert sich bisher Marianne Kellermann-Hiller um das Organisatorische, verwaltete den Schlüssel für die Räume, um die Künstler vorab und zum Aufbau ins Haus zu begleiten. Kellermann-Hiller wohnt in Varrel und ist daher schnell zur Stelle. Warum nun seit längerem keine Ausstellung in den Räumlichkeiten stattfand, kann sich Kellermann-Hiller nicht wirklich erklären: „Vielleicht ist es ein Grund, dass die Künstler vor Ort sein müssen.“ Je weiter der Anfahrtsweg, desto weniger lohne es sich wohl. Waren die Ausstellungen einst Samstag und Sonntag geöffnet, blieb zuletzt nur der Sonntag – um eben den Fahrtaufwand gering zu halten. Auch Jebsen öffnet die Ausstellung im Februar nur sonntags.

Die Wände des historischen Hauses seien zwar krumm und schief, aber das Haus besitze eine tolle Atmosphäre, sagt Kellermann-Hiller: „Wenn du da ausstellst, hast du immer ein Gespräch mit den Besuchern, das ist eine tolle Erfahrung.“ Manche Künstler haben vor Ort gearbeitet, während sie fertige Werke (zum Verkauf) präsentierten.

Laut Kellermann-Hiller befinde sich der Verein „Kunst in der Provinz“ derzeit in der Umgestaltung der Führungsebene, bereite Band drei („Das grüne Buch“) der heimischen Künstlerprofile vor und auch sie selbst würde die Verantwortung (samt Schlüsseln) für diesen Sulinger Ausstellungsraum gerne in andere Hände legen. Grundsätzlich gelte: „Es wäre schön, könnten wir wieder mehr Aussteller für das Fachwerkhaus am Meierdamm begeistern. Bevorzugt werden derzeit allerdings Optionen, bei denen die Künstler nicht selbst anwesend sein müssen, etwa in öffentlichen Gebäuden.“ Das sind etwa Cafés oder Rathäuser. Der Verein habe in Sulingen bereits manche Option ausprobiert, auch die, Schüler als Aufsicht zu gewinnen. Oft genug aber wollten das die Künstler wiederum nicht, wollten gerne selbst mit Besuchern über ihre Werke plaudern. Nach Jebsen übrigens, das verrät Kellermann-Hiller bereits, habe nun doch eine weitere Künstlerin zugesagt, wolle im März im Fachwerkhaus ausstellen.

„Ich suche, lerne, entwickle mich immer weiter“, sagt Gerold Jebsen über sein Wirken als Maler. 1948 in Bremerhaven geboren, wohnt er heute in Schwaförden. Er habe „im besten Rentenalter“ das Malen wieder für sich entdeckt. Seine Auswahl geht ganz flott: „Ich sehe was, was ich malen möchte und male das.“ Gerne probiert er Techniken aus, jüngst das sogenannte „Pouring“. „Jedes Bild, das ich neu beginne, ist eine fantastische Reise in die Welt der Farben“, erklärt Jebsen. In einem Bereich zeigt er eher abstrakte Werke mit gegenständlichen Elementen, im anderen Bereich sind frühere Werke zu sehen, die sehr viel gegenständlicher sind. Die gefallen dem Künstler eigentlich besser, ihnen will er sich künftig wieder verstärkt widmen. Jebsen ist an allen Ausstellungstagen anwesend, alle Werke sind verkäuflich – auch die Holzarbeiten, die er auf Bestellung fertigt.

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