Corona-Verordnung ein Schwerpunktthema

Kultusminister Grant Hendrik Tonne trifft BBZ-Schüler in Sulingen

Ein Mann spricht vor einer Gruppe von Menschen, die auf einer Treppe sitzen.
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In Gruppen je nach Klasse saßen die Teilnehmer auf der Freitreppe dem Minister gegenüber.

Sulingen – Was gibt es am Unterricht am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup zu bemängeln? Ihre Kritik hätten Schülerinnen und Schüler am Dienstagnachmittag gleich an oberster Stelle bei Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne vorbringen können, doch bei dessen Besuch am BBZ-Standort Sulingen standen allgemeinere Themen im Vordergrund.

Mehr als 20 Freiwillige aus den Schulbereichen Pflegefachkraft und Pflegeassistenz, Heilerziehungspflege, Groß- und Außenhandel, Einzelhandel und Landwirtschaft hatten dazu in ihrem jeweiligen Politikunterricht Fragen vorbereitet. Bevor sie die stellen konnten, erkundigte sich der Minister nach ihren Unterrichtserfahrungen unter Corona. Einig waren sich die Teilnehmer, dass es überwiegend gut funktioniert habe, sofern eine stabile Internetverbindung vorhanden war, aber dass Online-Unterricht künftig nur die Ausnahme sein sollte, etwa im Krankheitsfall – „nichts geht über Präsenzunterricht“, stellte ein angehender Landwirt fest. Gerade in der Pflege sei Präsenz wichtig, weil der praktische Unterricht vielfach am Pflegebett erfolge, merkte ein angehender Pflegefachmann an.

Als positiv bewerteten Berufsschüler den Umstand, dass in dieser Zeit die Grundinfrastruktur für digitalen Unterricht geschaffen worden sei. Ebenfalls hoben sie positiv hervor, dass durch die Maskenpflicht auch die Ansteckung mit anderen Krankheiten, etwa Grippe, verringert worden sei und dass mehr auf Hygiene geachtet werde.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne beantwortete Fragen von Schülerinnen und Schülern.

Wenig versprechen mochte Tonne bei der Frage, wann für die überwiegend geimpften Berufsschüler mit Lockerungen im Unterricht zu rechnen ist, etwa bei der Maskenpflicht. Es sei eine schwierige Abwägung, in welchen Schritten Lockerungen möglich seien. Sie mit der Impfung zu verbinden, sei aber für das Ministerium nicht möglich, weil es die Daten über den Impfstatus der Schüler nicht erheben dürfe. Auch einen generellen Impfzwang, etwa für Pflegeberufe, lehnte er auf Nachfrage ab. „Wer sich in diesem Land nicht impfen lassen möchte, lässt es bleiben.“ Die Impfung sei aber ein wichtiger Baustein, um sich Normalität zurück zu erkämpfen, und man sehe momentan sehr deutlich, dass sich viele Kinder bei ihren ungeimpften Eltern infizierten. Gerade Kinder und Jugendliche seien aber im vergangenen Jahr den Älteren gegenüber hoch solidarisch gewesen, deswegen sei es nun an der Zeit, ihnen etwas mit der Impfung zurückzugeben.

Warum es erst in der Pandemie die Wertschätzung für Pflegeberufe gebe und wie sie attraktiver gemacht werden können, war ein weiterer Fragenkomplex. Für Pflege sei der Notstand greifbar, aber auch bei den Erziehungsberufen erfordere es „jede Menge Köpfe“, formulierte Tonne. Das werde sich aber nur im Zusammenspiel lösen lassen aus vernünftigen, der Bedeutung der Berufe angemessenen Löhnen, genügend Ausbildungsplätzen und Menschen, die diese Berufe mit Leidenschaft ausüben und für sie werben.

Schulleiterin lobt Schüler für kritische Auseinandersetzung

„Die Nutzung von Bildungsangeboten sollte kostenfrei sein und nicht vom eigenen Geldbeutel abhängen“, betonte Tonne zur Frage nach kostenloser Schülerbeförderung für Ältere, „aber wir kriegen nicht alles auf einmal hin.“ Bei den vollzeitschulischen Ausbildungen ringe man auch darum, nicht nur kein Schulgeld zu erheben, sondern auch eine Vergütung für die Ausbildung zu erreichen.

„Als Schulleiterin bin ich sehr stolz, dass Sie sich so kritisch mit Ihrer Zukunft auseinandersetzen“, lautete am Ende Birgitt Kathmanns Lob.

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