Auf Einladung der Klima Initiative Sulingen

200 bei Demonstration: „Krise ist keine Ermessensfrage“

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Kundgebung: 200 Personen waren dem Aufruf der Klima Initiative Sulingen gefolgt.

200 Personen demonstrierten am Freitag in Sulingen, um ihren Klimaschutz-Forderungen Nachdruck zu verleihen. Initiatoren waren die Mitglieder der Klima Initiative Sulingen. 

Sulingen – Zum Auftakt der Veranstaltung, zu der die „Klima Initiative Sulingen und Umgebung“ im Rahmen des internationalen Aktionstags der Fridays-for-Future-Bewegung aufgerufen hatte, setzte der Sänger Uli Preuß musikalisch ein Zeichen: „We need to build up a better future and we need to start right now.“

Bewusst hatte das 20-köpfige Organisationsteam Kundgebung und Demonstrationszug, an denen Vertreter aller Generationen teilnahmen, auf den Nachmittag gelegt. „Wir wollten denjenigen, die den Jugendlichen Schulschwänzerei unterstellen, den Wind aus den Segeln nehmen“, erklärte Initiator Andreas Richter. Er hatte die Aktion zusammen mit Schülern des Gymnasiums und der Oberschulen aus Sulingen und Schwaförden vorbereitet und aktiv dafür geworben. Ihr Engagement hat Früchte getragen: „Wir sind aus Überzeugung hier“, versicherten Leonie, Liza und Nele (Carl-Prüter-Schule). Chanin, Schülerin des sechsten Jahrgangs, ergänzte: „Wir sind zwar kleine Kinder, aber wir haben verstanden, dass wir für unsere Zukunft kämpfen müssen.“

„Krise ist Realität“

„Früher ging man landläufig davon aus, dass die Ressourcen der Erde unendlich sind; Warnungen von Naturwissenschaftlern, die es vor Jahrzehnten schon gab, wurden ignoriert“, sagte Andreas Richter auf der Kundgebung vor dem Sulinger Theater. Angesichts der Auswertung von Millionen Messdaten aus 200 Jahren lasse sich die dramatische Entwicklung nicht mehr verleugnen. Richter: „Die Krise ist keine Ermessens- oder Glaubensfrage, sondern Realität. Wenn wir nicht umgehend und mutig handeln, könnte sie innerhalb weniger Generationen zur Unbewohnbarkeit der Erde führen.“ In seiner leidenschaftlichen Rede forderte er die Teilnehmer auf, Teil der Wende zu werden.

Richters richtete seine eindringlichen Forderungen schwerpunktmäßig an die Bundespolitik, dennoch dürfe sich jeder den „Schuh“ anziehen, unterstrich der Schwafördener. 64 Städte und Gemeinden in Deutschland haben bereits den Klimanotstand ausgerufen – ein mögliches Signal auch für die Kommunalpolitiker vor Ort.

„Herausforderungen sind nicht in Tippelschritten zu bewältigen“

„Die epochale Herausforderung ist nicht in Tippelschritten zu bewältigen“, betonte Helge Limburg, parlamentarischer Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen. Er lobte die Sulinger Initiative und forderte die Akteure auf, „dran“ zu bleiben. Es sei ein Lichtblick, dass das Thema innerhalb weniger Monate in den Fokus von Parteien aller Couleur gerückt ist – ebenso wie die lokalen Initiativen und die „historische“ Klimanotstandsresolution des EU-Parlaments.

Das Ziel, deutlich mehr Menschen zu mobilisieren als bei der September-Demonstration, erreichte die Initiative nicht. Polizeihauptkommissar Andrik Hackmann sprach von 200 Teilnehmern. „Es gab leichte Verkehrsbeeinträchtigungen, aber das gehört dazu“, hieß seine Bilanz. Der Marsch durch die Innenstadt sei friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufen. 

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