Kriminalhauptkommissar Heinrich Schwenker feiert am Dienstag Jubiläum

„Fahre nach 40 Jahren noch gerne zum Dienst“

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Urkunden, Dokumente und Zeitungsausschnitte aus Heinrich Schwenkers 40 Dienstjahren füllen einen Aktenordner.

Strange/Sulingen - Beim Anblick des Fotos, das ihn kurz vor dem Beginn seiner Polizeikarriere zeigt, muss Heinrich Schwenker selbst schmunzeln: Die Prinz-Eisenherz-Frisur ist ein deutliches Indiz für die Tatzeit in den 70-er Jahren. Seitdem hat sich die „Akte Schwenker“, in der der 58-Jährige blättert, mit Urkunden, Dokumenten und Zeitungsausschnitten gefüllt: Der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes im Polizeikommissariat Sulingen trat 5. Janur vor 40 Jahren in den öffentlichen Dienst ein.

Wieso entschied sich der „Ureinwohner“ (O-Ton Schwenker) des Wehrblecker Ortsteils Strange nach dem Abitur dafür, zur Polizei zu gehen? „Ich habe etwas gesucht, wo man sich auch sportlich betätigen kann.“ Das war natürlich nicht der einzige Grund, „es ist ein interessanter Beruf, wobei ich gleich auf den Bereich Kriminalpolizei fixiert war.“

Heinrich Schwenker begann am 5. Januar 1976 seine Ausbildung in der damaligen Landespolizeischule Niedersachsen in Hannoversch Münden, legte im August desselben Jahres die Fachprüfung I ab. Es folgten theoretische Beschulung bei der Bezirksregierung Hannover, dann vier Monate in die Polizeidirektion Hannover: „Dort war ich in den verschiedenen Einheiten, vom Streifendienst über das Lagezentrum bis zum Verkehrsunfalldienst, im Einsatz. Es war die einzige Zeit, in der ich eine Uniform getragen habe.“ Auch davon gibt es ein Foto, der dunkelblaue Zwirn ähnelt stark der heutigen Dienstkleidung – die „Grünphase“ der Polizeiuniformen kam erst später.

Nächste Station war das Kriminalkommissariat Diepholz, im Dezember 1978 legte Heinrich Schwenker die Fachprüfung II ab und arbeitete dann für ein Jahr in der Kriminalpolizeiinspektion Nienburg. Für den Fachlehrgang III, den „Kommissarslehrgang“, kehrte er nach Hannoversch Münden zurück, schloss ihn im Januar 1981 ab und wurde zum Kriminalkommissar befördert. Bis 1990 arbeitete er in Nienburg als Wachgruppenführer im Kriminaldauerdienst, dann, bis 1994, im Kriminalkommissariat Diepholz, überwiegend als Jugendsachbearbeiter und im Bereich Eigentumskriminalität. Dann kam er nach Sulingen: „Im Zuge der Polizeireform wurde dort ein Kriminalermittlungsdienst eingerichtet.“ Zunächst war Schwenker dessen stellvertretender Leiter, 1998 übernahm er die Leitung.

„Ich bin immer in der Region geblieben, bin heimatverbunden“, stellt der Kriminalhauptkommissar fest. Er lebt mit Ehefrau Brigitte, Tochter Carolin und deren Verlobtem auf dem Hof in Strange, auf dem er aufwuchs. Er ist Mitglied in so ziemlich allen örtlichen Vereinen, gehört seit 18 Jahren dem Vorstand der Kirchengemeinde Varrel an, engagiert sich in der Kommunalpolitik: Seit Dezember 2000 ist Heinrich Schwenker Bürgermeister der Gemeinde Wehrbleck, seit neun Jahren stellvertretender Bürgermeister der Samtgemeinde Kirchdorf. „Ich bin froh, dass ich in einer heimatnahen Dienststelle arbeite, so kann ich besser für die Bürger da sein.“ Und: „Nach 40 Jahren fahre ich immer noch gerne zum Dienst.“

Als ein Highlight der Fälle, die er bearbeitet hat, nennt Schwenker einen Überfall auf die Sparkasse in Neuenkirchen 1994: „Der Täter fuhr mit dem Motorrad vor, erbeutete mit vorgehaltener Pistole mehrere tausend Mark. Im Vorraum hatte er kurz den Helm abgenommen, davon gab es ein Foto der Überwachungskamera.“ Dessen Veröffentlichung in der Region führte nicht auf eine heiße Spur – aber Heinrich Schwenker bekam Gelegenheit, nach München zu reisen, um den Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ mit Eduard Zimmermann vorzustellen. „Ein Hinweis, der daraufhin einging, führte zur Festnahme des Täters, der aus Ostfriesland kam.“

Was sind die negativen, was die positiven Aspekte des Berufes? „Ich war auch für Ermittlungen bei Todesfällen zuständig, da gab es etliche traurige Begegnungen mit Angehörigen, die unter die Haut gingen. Positiv ist, dass ich immer kameradschaftlich mit den Kollegen zusammenarbeiten konnte.“ Fast hundert dieser Kollegen, darunter einige Pensionäre, folgen am Dienstag Heinrich Schwenkers Einladung nach Strange zur Dielenfete, um sein Dienstjubiläum zu feiern.

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