Koop: Drei Häuser nicht haltbar

Klinik: SPD fordert den Neubau

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Mediengruppe Kreiszeitung

Sulingen - Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Sulingen fordert einen Klinikneubau. Das teilte Vorsitzender Gunter Koop mit. Die Sozialdemokraten reagieren damit auf die am Sonnabend veröffentlichten Überlegungen von Landrat Cord Bockhop, nach denen die Klinik Sulingen zwar erhalten bleibe, aber im Bereich Chirurgie nur noch planbare Eingriffe anbieten soll. An der Schmelingstraße könnten nach Vorstellung des Landrates Orthopädie und Geriatrie (Altersmedizin) konzentriert werden (wir berichteten).

Koop in der Stellungnahme der SPD-Fraktion: „Mit Erstaunen mussten wir feststellen, dass trotz des Gutachtens und positiver Argumente für den Erhalt des Krankenhauses Sulingen erneut ein gravierender Fehler für die medizinische Versorgung im Landkreis Diepholz begangen wird.“

Es sei unverständlich, warum ein Krankenhaus, das von der Bevölkerung angenommen wird, in seiner Funktion beschnitten wird. Man könne sich nur schwer vorstellen, wie diese „gut gemeinte Lösung“ langfristig eine Schließung verhindern soll. Die Erfahrungen um den Umzuges der ehemals an der Klinik Sulingen angesiedelten gynäkologisch-geburtshilflichen Abteilung nach Bassum habe gezeigt, dass sich erfolgreich arbeitende Abteilungen nicht problemlos in den Nordkreis verlegen lassen. Die Abteilung ist inzwischen geschlossen.

„Schon damals, als die Entscheidung mit CDU Mehrheit fiel, das Krankenhaus Bassum zu stärken und entsprechende Fördermittel bereitzustellen, wurde ein falscher Weg eingeschlagen“, so Koop.

Der Fraktionsvorsitzende und dessen Mitstreiter stellen infrage, inwieweit das Konzept des Landrates der Landflucht der Ärzte Paroli bieten würde. „Woher soll man denn dann neue Fachärzte bekommen, wenn einem jetzt schon die eigenen weglaufen?“ Und: „Auf der anderen Seite entwickelt man eine andere Klinik weiter, die zunehmend von Patienten gemieden wird.“

Die Sozialdemokraten räumen ein, dass alle drei Kliniken im Landkreis schon aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus nicht erhalten bleiben könnten. Koop: „Für die Versorgung im Landkreis Diepholz müssen wir uns verändern und umdenken. Unsere Fraktion fordert, die Möglichkeiten eines Neubaus in zentraler Landkreislage zwischen Wehrbleck und Neuenkirchen zu untersuchen. Wir sind der Überzeugung, dass eine vernünftige und wirtschaftliche Versorgung nur so gewährleistet werden kann.“

Forderungen nach mehr Landesmitteln, wie sie die Kreistagsabgeordneten der CDU Anfang der Woche kommuniziert haben, seien ohne Konzept sinnlos, „da das Land höchstens für bauliche Investitionen zuständig ist, der Betrieber, also der Landkreis und die Alexianer, für die betrieblichen Defizite aufkommen müssen.“ Koop: „Wir brauchen keinen Wahlkampf.“

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