Mit Fitnessstudio und Optionsvielfalt

Konzept für Sulinger Netto-Markt-Areal offenbar weit gediehen

Pläne für das Vorhaben finden sich bereits im Internet.
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Pläne für das Vorhaben finden sich bereits im Internet.

Sulingen – 297 Einwohner erreichen den Standort Bassumer Straße 14 in Sulingen fußläufig innerhalb von zehn Minuten, per Auto sind 3 826 innerhalb von fünf Minuten vor Ort, 13 163 weitere innerhalb von zehn: „Gute Bedingungen für eine Konzentration an Einzelhandelsbetrieben an diesem Standort“, ergab die Marktanalyse von Ratisbona, Projektentwicklungsgesellschaft für Handelsimmobilien (Regensburg), die sich das Gelände des jetzigen Netto-Marktes per Vorvertrag gesichert hat.

Den in einschlägigen Internetportalen veröffentlichten Plänen zufolge ist das Entwicklungskonzept für das Areal weit fortgeschritten. Auf den Vorentwürfen ist neben einem Neubau des Netto-Marktes (1 045 Quadratmeter) eine Mietfläche von 1 137 Quadratmetern, die bei Bedarf teilbar ist, eingezeichnet. 3 444 des rund 10 000 Quadratmeter großen Grundstücks sind als Grünfläche vorgesehen. Als Nutzungsoptionen werden potenziellen Interessenten „Ladengeschäft, Apotheke, Arztpraxis, Bankfiliale oder Kosmetikstudio“ genannt. Die Verkaufsflächen könne man „bedarfsgerecht parzellieren“. Auf einem im Nordosten anschließenden Areal soll ein Fitnessstudio entstehen, ebenfalls „verfügbar ab 2023“.

„Wir sind überrascht, dass Ratisbona zu einem so frühen Zeitpunkt in die Öffentlichkeit geht – offenbar will man die Pläne so schnell wie möglich umsetzen“, sagen Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Wiebke Blohm (Team Bauplanung und Bauordnung der Stadtverwaltung) unisono. Ratisbona habe Anfang März den Antrag auf Änderung des rechtsverbindlichen Bebauungsplans „Fladderdamm“ gestellt. Natürlich habe es Vorgespräche gegeben, in deren Beratung auch der Verwaltungsausschuss involviert war, die politische Diskussion über die planungsrechtlichen Möglichkeiten stehe jedoch noch aus. Das mehrstufige Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung wird mit dem Aufstellungsbeschluss in Gang gesetzt. Als erstes Gremium wird sich der Ausschuss für Bau, Ordnung und Verkehr am 26. April mit der Angelegenheit befassen.

Die politische Diskussion über die planungsrechtlichen Möglichkeiten steht noch aus, betonen Wiebke Blohm und Bürgermeister Dirk Rauschkolb.

Prinzipiell sehe er die Weiterentwicklung dieses Bereichs positiv, unterstreicht Dirk Rauschkolb: „Wir haben in der Vergangenheit verschiedene Instrumente angewendet, um im Gespräch mit den Bürgern herauszuarbeiten, wie sich Sulingen aufstellen muss. Der Sulinger Westen hat im Vergleich zum Osten Nachholbedarf.“ Der Rat der Stadt Sulingen hatte den Netto-Lebensmittelmarkt im vergangenen Jahr im Einzelhandelsentwicklungskonzept (EHEK) als privilegierten Nahversorgungstandort der Bevölkerung festgelegt. Rauschkolb: „Ich gehe nicht zuletzt durch die Weiterentwicklung der Wohngebiete im Westen von einer ausreichenden Kundenfrequenz aus. Eine Neugestaltung bietet außerdem die Chance, den Bereich der Bassumer Straße aufzuwerten.“

Der Netto-Markt an der Bassumer Straße in Sulingen wird laut des Konzeptes von „Ratisbona“ durch einen Neubau ersetzt.

Der Netto-Markt, der seit dem Jahr 2000 zum Stadtbild gehört, ist „in die Jahre gekommen“ und als Discounter mit einer Verkaufsfläche von 630 Quadratmetern offensichtlich nicht zukunftsfähig. Geplant ist der Neubau eines „großflächigen Einzelhandelsbetriebs“. Hierfür muss die Änderung der Nutzungsart von Mischgebiet in „Sondergebiet Einzelhandel“ erfolgen. Laut Wiebke Blohm sind in diesem Zuge etliche Fachgutachten erforderlich, etwa zur Umweltverträglichkeit und zu Einflüssen auf das Orts- und Landschaftsbild. Relevant seien auch die Verträglichkeitsanalyse und Verkehrs- und Schallschutzgutachten. Im Rahmen des Bebauungsplans habe die Stadt Möglichkeiten, durch örtliche Bauvorschriften auf Gestaltungsmerkmale von Gebäude und Grünanlagen Einfluss zu nehmen.

Das Verfahren – Erstellung von Fachgutachten, Beteiligung von Öffentlichkeit sowie von Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange – werde einige Monate Zeit beanspruchen, sagt Wiebke Blohm: „Wenn alles glatt läuft, haben wir in einem Jahr den Satzungsbeschluss.“

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