„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“

Interview mit Uta Krüger und Calvin Peters über den Reiz des Meyerhoff-Stückes

Szene aus „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. Das Altonaer Theater bringt am Samstag, 9. Februar, um 19.30 Uhr das Schauspiel „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ nach dem autobiografischen Roman von Joachim Meyerhoff auf die Bühne des Sulinger Stadttheaters.

Joachim Meyerhoff erlebte seine Kindheit in der Anstalt: Sein Vater leitete die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Schleswiger Hesterberg.

Die Schauspielerin Uta Krüger, zu sehen in den Rollen diverser psychisch Kranker, und Schauspielschüler Calvin Peters (Jahrgang 1997), der die Rolle des jungen Protagonisten übernimmt, stellten sich vorab dem Interview der Sulinger Kreiszeitung.

Frau Krüger, haben Sie vorab das Buch gelesen?

Krüger: Ja, mit großer Freude. Und lange, bevor das Altonaer Theater die Rechte für die Aufführung erworben hat. Ich fand es damals sehr spannend und amüsant.

Wie ist die Umsetzung Ihrer Meinung nach gelungen?

Krüger: Ich mag die Erzählform, das Bühnenbild und die filigrane Regiearbeit. Das Publikum offenbar auch - das ist das, was uns immer wieder gespiegelt wird.

Finden Sie es beklemmend, dass das Stück so dicht an der Realität ist?

Krüger: Beklemmend nicht, aber herausfordernd, da wir in diesem Fall eine besondere Verantwortung haben. Das Ensemble hat sich daher vorab intensiv mit dem Thema beschäftigt, um den Charakteren gerecht zu werden. Die Entscheidungsfindung, was fair und vertretbar ist, war ein spannender Prozess.

Uta Krüger.

Wie haben Sie sich persönlich auf Ihre Rollen vorbereitet?

Krüger: Ich habe versucht, in diese scheinbar „verrückte“ Welt einzutauchen, bin zum Beispiel mit der Dramaturgin auf dem Gelände der Kinder- und Jugendpsychiatrie gewesen. Es war mir wichtig, mir ein Bild von der Umgebung zu machen, wie die Leute gelebt haben.

Tod und Krankheit sind zentrale Themen - eigentlich Stoff für eine Tragödie!?

Krüger: Joachim Meyerhoff hat einmal gesagt, dass es komische Momente braucht, um tragische erzählen zu können; daran haben wir uns auch bei der Umsetzung gehalten. Man ist in manchen Szenen sehr berührt, in anderen kann man sich wegschmeißen vor Lachen. Genau das macht ein gutes Stück aus.

Hat Joachim Meyerhoff das Stück gesehen?

Krüger: Ja. Seine Mutter gehörte zu den Premierengästen, er selbst hat mit seiner Familie eine spätere Aufführung besucht. Sie waren skeptisch, aber am Ende sehr einverstanden mit unserer Inszenierung.

Herr Peters, Sie sind das jüngste Ensemble-Mitglied und spielen die Hauptrolle…

Peters: Ja, ich spiele den jungen Josse vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Ein Jahr nach Beginn meines Studiums an der Hamburger Schule für Schauspiel hat mich mein Schulleiter dem Altonaer Theater für diese Rolle empfohlen, jetzt habe ich gerade meine Grundausbildung abgeschlossen. Ich hatte also sehr viel Glück.

Calvin Peters.

Worin bestand die persönliche Herausforderung?

Peters: Es ist mein erstes Engagement. In der ersten Spielzeit war ich konfrontiert mit großen Kollegen und großen Bühnen. Und mit dem Publikum. Mittlerweile ist mein eigenes Wachsen als Schauspieler und als Mensch die Herausforderung - parallel zum Erwachsenwerden der Hauptfigur. Ich habe viel gelernt.

Was macht den Reiz dieses Schauspiels aus?

Peters: Es geht um ein spannendes Leben, das Stück ist kontrastreich arrangiert und grenzt sich von klassischen Inszenierungen ab. Und die Schauspieler sind mit Spielfreude bei der Sache. Jeder Abend ist komplett neu und sehr aufregend. Wichtig ist das Zusammenspiel mit den Zuschauern. Wenn das Publikum mitzieht, ist das ein „Oberhammer“.

Karten:

Karten für die Aufführung am Samstag, 8. Februar, sind erhältlich in der Geschäftsstelle des Kulturvereins Sulingen, Rathaus, Tel. 0 42 71 / 14 40, in allen Geschäftsstellen der Mediengruppe Kreiszeitung, in der Sulinger Buchhandlung „Eulenspiegel“ sowie online unter www.kulturverein-sulingen.de.

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