Europaweite Aktion auch für Erwachsene

Für Klimaschutz Flagge zeigen: Richter ruft zu Demo in Sulingen auf

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Die Teilnehmer versammeln sich am Freitag, 20. September, 15 Uhr auf den Neuen Markt. Dort gibt es laut Andreas Richter eine kurze Kundgebung, bevor sich der Demonstrationszug in Bewegung setzt.

Sulingen – Der Klimawandel, dessen Auswirkungen auch bei uns spürbar werden, ist nahezu täglich in den Medien zu finden. Dazu hat auch die internationale „Fridays for Future“-Bewegung beigetragen. Die ruft für Freitag, 20. September, europaweit zu Demonstrationen auf – „diesmal aber mit Beteiligung aller, auch der Erwachsenen“, kündigt Andreas Richter an. Der Schwafördener will dafür sorgen, dass an diesem Tag auch in Sulingen die Einwohner der Region für den Klimaschutz Flagge zeigen.

Warum er? „Ich bin, seit ich 21 war, Greenpeace-Mitglied und seit vielen Jahren auch beim Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, ,Campact‘ und anderen Verbänden“, erläutert der 59-Jährige, der eine Elektronikwerkstatt betreibt und an einer Schule als pädagogischer Mitarbeiter tätig ist. So erreichte auch ihn ein Rundbrief von Clara Mayer, „im Prinzip die deutsche Greta Thunberg. Ich musste sie erst einmal googeln, obwohl ich in der Materie bin“, räumt er ein. 

„Sie hat darum gebeten, dass am 20. September nicht nur die Schüler, sondern möglichst alle auf die Straße gehen, um die Jugend nicht alleine zu lassen in ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft.“ Daraufhin habe er sich bei Schulen in der Region umgehört: Umwelt-AGs gebe es an jeder – „und die zuständigen Lehrkräfte sind vollauf begeistert gewesen, dass es auch hier so eine Aktion geben soll.“ 

Von einer Beteiligung von Schülern aus dem Sulinger Land an den „Fridays for Future“ hat man wenig gehört. „Gymnasiasten haben bisher in Nienburg mitdemonstriert, weil es hier keine Aktionen gab“, weiß Andreas Richter. „Allerdings bei Sonderveranstaltungen, außerhalb der Unterrichtszeit.“ Mit einigen stehe er in Kontakt: „Die sind am Thema interessiert, die wollen nicht die Schule schwänzen. Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt – ich möchte, dass nur die zu der Demonstration kommen, die auch am Thema interessiert sind, deswegen findet die Veranstaltung am Nachmittag statt.“

Er organisiere so etwas zum ersten Mal. „Ich merke, dass es eine große Geschichte ist.“ Richter hat eigens eine Domain (https://klimademosulingen.de) eingerichtet. „Dort existiert ein Forum, das mit schnell steigender Tendenz mit Inhalten gefüllt wird. Schon was ich bis jetzt durch Mund-zu-Mundpropaganda gemacht habe, führt dazu, dass sich Leute anmelden und Vorschläge machen.“ Er wünscht sich, dass die Aktion eine Community-Arbeit wird, „Sulinger Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler – alle sollen daran beteiligt sein.“ Anfangs sei er von maximal 200 Teilnehmern ausgegangen. „Aber ich denke, das war massiv zu niedrig angesetzt.“

Er höre oft von Kritikern Sätze wie: „Ich kann doch eh nichts dran ändern“ und „Was kann denn Sulingen da machen?“. „Es ist keine Demonstration, die hier Lokalpolitiker bewegen soll“, stellt Andreas Richter klar. „Die Masse macht es: Bis jetzt sind es in Deutschland 600 Veranstaltungsorte. Ziel ist, die Regierungen daran zu erinnern, dass sie ein Pariser Abkommen unterzeichnet haben. Das ist keine Willenserklärung, sondern etwas Bindendes.“ Die Demonstration soll auch die Bürger zum Nachdenken anregen. Fossile Brennstoffe zu verbrauchen sei, wie auf Kredit zu leben – irgendwann dreht die Bank den Hahn zu. „Wenn wir so weiter machen, dreht uns die Erde den Hahn zu.“

Richter hat Kontakt zur Stadt aufgenommen, die Genehmigung der Demonstration beim Landkreis beantragt, die Polizei in Sulingen ins Boot geholt. „Die Veranstaltung ist willkommen und wir bekommen alle nötige Unterstützung von der Polizei, mit Absperrungen der Strecke, auch kurzfristig“, freut er sich über die Resonanz.

Er hofft, dass am 20. September möglichst viele Bürger die Jugend unterstützen. Treffpunkt ist um 15 Uhr der Neue Markt an der Langen Straße: Dort gebe es eine kurze Kundgebung und der Auftritt einer Schülerband sei geplant, der Demonstrationszug führe dann voraussichtlich über die Kirchenkreuzung, Galtener Straße, Südstraße, Hindenburgstraße und Lange Straße zum Ausgangspunkt zurück.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb bedauert, dass er bei der Demonstration nicht dabei sein kann – zeitgleich wird die neue Sulinger Grundschule eingeweiht. „Ich finde es gut, dass auch in Sulingen ein Zeichen gesetzt wird. Es hat für mich vor allem Symbolwirkung – letztlich ist jeder Einzelne gefragt, auch selbst etwas für den Klimaschutz zu tun, etwa den Fernseher nicht im Stand-by-Betrieb laufen und das Licht nicht eingeschaltet zu lassen, wenn niemand im Raum ist.“

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