Ehrenamtliche Klavierspieler gesucht

Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen: „Musik ist etwas, das allen guttut“

Ein Mann stimmt ein Klavier, beobachtet von zwei Frauen.
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Unter den Augen von Petra Brackmann (rechts) und Anne Seifert nutzt Peter Fabriczek den Besuch im Hospiz gleich zum Stimmen des Klaviers.

Sulingen – „Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden“, lautet ein oft gebrauchtes Zitat von Wilhelm Busch. Im stationären Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen fällt das Urteil jedoch ganz anders aus, weswegen sich Leiterin Petra Brackmann und ihr Team ganz besonders über das Klavier der Marke Feurich freuen, das seit dem vergangenen Jahr seinen Platz in der Wohnküche der Einrichtung gefunden hat.

Das Instrument habe man gerade erhalten, bevor wegen Corona alles geschlossen werden musste, berichtet Therapeutin Anne Seifert. Sie habe sich für die Arbeit im Hospiz ein Klavier gewünscht, und Klavierbaumeister Peter Fabriczek von „Klavier Art“ aus Vechta habe sie beraten bei der Auswahl – „das passte total.“

Hintergrund der Anschaffung war, dass der FC Bayern München dem Hospiz eine Förderung in Höhe von 2 000 Euro für ein Projekt bewilligt hatte, und zusätzlich habe man von privater Seite eine Spende in Höhe von 1 500 Euro für musikalische Arbeit in der Einrichtung erhalten, erklärt Petra Brackmann.

Instrument durch Spenden finanziert

Als der Preis des Instruments genannt worden sei, habe man jedoch geschluckt, aber Peter Fabriczek habe spontan einen Nachlass von rund 1 000 Euro gewährt – inklusive Klavierhocker und Betreuung für ein Jahr. „Das war ein ,Wow‘ für uns, sonst wäre die Anschaffung nicht möglich gewesen“, ist Anne Seifert dankbar.

Entschlossen habe er sich dazu aufgrund eines persönlichen Schicksalsschlages, gibt der Klavierbaumeister preis, denn seine Frau sei an Krebs erkrankt und nach drei Wochen im Hospiz Sankt Anna in Dinklage verstorben. Sie habe sehr gerne Klavier gespielt, was dort nicht möglich gewesen sei. „Sie ist aber sehr gut betreut worden, und dafür wollte ich etwas zurückgeben.“

Hoffnung auf mehr Menschen, die das Instrument spielen

Wenn auch die Öffentlichkeit bisher nur eingeschränkt am Instrument teilhaben konnte, kommt es im Hospiz häufig zum Einsatz. Man habe schon Bewohner gehabt, die selbst darauf gespielt haben, eine Bewohnerin habe von ihr ein wenig Unterricht darauf erhalten und eine andere habe ihre Klavierschüler im Hospiz empfangen und ihnen daran Stunden gegeben, erzählt Anne Seifert: „Es wird auf ganz vielen Ebenen damit gearbeitet.“

„Musik ist etwas, das allen guttut“, weiß auch Petra Brackmann, „wenn sie erklingt, ist das ganze Haus beschwingt.“ Damit das noch häufiger geschehe, wünsche sich das Team weitere Ehrenamtliche, die Lust haben, zeitweise auf dem Klavier zu spielen oder auch einmal eine Veranstaltung zu begleiten. Es gehe aber nicht darum, große Konzerte abzuliefern oder perfekt zu sein, beruhigt sie, „sondern es geht um die Stimmung, wenn Musik durch das Haus schallt. Da darf auch mal ein falscher Ton dabei sein.“

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