Klassik und Unterhaltungsmusik mit dem „Quartetto Con Brio“ in Bockhorn

„Es spielt sich gut hier“

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Das „Quartetto Con Brio“ bescherte den Gästen einen fröhlichen Livemusik-Abend auf dem Kunsthof Bockhorn.

Bockhorn - Den ersten Applaus ernteten die Musiker schon vor dem Konzert, nachdem sie sich mit ihren Instrumenten den Weg durch die engen Zuschauerreihen gebahnt hatten und mit dem Publikum buchstäblich auf Tuchfühlung gegangen waren. „Ich bin froh, dass vier Stühle für uns frei geblieben sind“, scherzte Florian Baumann – fröhlicher Auftakt eines ebensolchen Abends auf dem KunstHof Bockhorn, der am Freitag im Rahmen des GartenKulturMusikFestivals Nordwest die Reihe seiner Kulturveranstaltungen fortsetzte.

„Es ist schwierig, die Leute für Klassik zu begeistern, umso mehr freuen wir uns über ein volles Haus“, sagte Bernd Neumann. Anne Heinz begrüßte 120 Gäste zu dem Konzert mit dem „Quartetto Con Brio“, das sich durch berufliche und private Kontakte ergeben hatte. Den ersten Teil ihres Konzerts, Thema: „Una notte di divertimento musicale von der Klassik bis heute...“, widmeten Oleg Douliba (Violine), Florian Baumann (Violine), Steffen Drabek (Viola, Arrangements) und Konrad Seeliger (Violoncello) zwei österreichischen Komponisten. Joseph Haydn (1732 bis 1809), Vertreter der Wiener Klassik, habe sich mit seinen Streichquartetten op. 33 von der traditionellen musikalischen Struktur seiner Zeit verabschiedet und die Elemente neu geordnet, erklärte Florian Baumann, der das Publikum humorig und locker mit Informationen versorgte. Temperament, Emotionalität und Spielfreude stellte das Streichquartett der Bremer Philharmonie nicht nur beim „Vogelquartett“ op. 33/3 in C-Dur (Allegro moderato, Scherzo, Adagio, Finale, Rondo, Presto) unter Beweis.

Der Geiger Fritz Kreisler (1875 bis 1962), laut Florian Baumann eine „Jahrhundertbegabung“, spielte in seinen Konzerten Musikstücke, die er als Werke von Joseph Lanners oder Gaetano Pugnani ausgab – einige wurden zu Welterfolgen. Erst 1935 outete er sich als Komponist. Kreisler, im Herzen Romantiker, gilt als Botschafter Wiens. Der „angestaubte, morbide“ Charme der damaligen Welthauptstadt der schönen Künste klang aus dem „Kleinen Wiener Marsch“ und den Tanzweisen „Liebesfreud“, „Liebesleid“ und „Schön Rosmarin“. Schlager der 1930er Jahre von Zarah Leander bis Marlene Dietrich und von Steffen Drabek für Streicher arrangierte Tangomelodien standen auf dem Programm des zweiten und dritten Konzertteils. „Wir spielen gern Unterhaltungsmusik“, betonte Drabek. Die Auswahl der Stücke hatten die Musiker passend zum urig-ländlichen Ambiente des KunstHofs getroffen, der nicht nur den Zuhörern einen außergewöhnlichen Abend bescherte. , erklärte Oleg Douliba. Er lobte die Akustik unterm Scheunendach, aber auch das Publikum, das sich für das hochklassige Konzert mit nicht enden wollendem Applaus bedankte – ein guter Abend auf dem KunstHof Bockhorn.

mks

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