Unternehmensberatung für Rindvieh- und Schweinehalter

Klage über Wettbewerbsnachteile

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Die URS betreut 254 Mitgliedsbetriebe mit durchschnittlich 292 Sauen und 4 392 Mastschweinen. 100 Mitglieder kamen zur Jahreshauptversammlung nach Nordsulingen.

Nordsulingen - Jürgen Albers, Vorsitzender der Unternehmensberatung für Rindvieh- und Schweinehalter (URS), fordert zu einer fairen Auseinandersetzung mit der Landwirtschaft auf: „Wenn Verbraucher mehr Tierwohl fordern, dann aber zu den Sonderangeboten der Discounter greifen, ist das schizophren.“

„Wir haben den Anspruch, unsere Mitgliedsbetriebe zu beraten und weiterzuentwickeln“, unterstrich Jürgen Albers, Vorsitzender der Unternehmensberatung für Rindvieh- und Schweinehalter auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag. Aufgrund der Rahmenbedingungen blieben jedoch zentrale Zukunftsfragen unbeantwortet.

Durch „politisches und mediales Theater“ ergäben sich gravierende Wettbewerbsnachteile für hiesige Schweinehalter gegenüber Berufskollegen aus den Nachbarländern. Glücklicherweise habe der Bundestag das für 2019 geplante Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln um zwei Jahre verschoben. Auch die Diskussion um Rindviehhaltung werde an Schärfe gewinnen, prophezeite Albers. Die Landwirte seien bereit, Wünsche der Verbraucher zu erfüllen – auch über die gesetzlichen Standards hinaus: „Aber wenn sie einerseits mehr Tierwohl fordern und andererseits zu Sonderangeboten im Supermarkt greifen, ist das schizophren“, sagte er und rief Politik und Gesellschaft zu einer fairen Auseinandersetzung auf.

Die URS betreut 254 Mitgliedsbetriebe mit durchschnittlich 292 Sauen und 4 392 Mastschweinen. „Die Zahl der Mitglieder sinkt, die Tierzahl steigt“, kommentierte Schweinespezialberater Jürgen Wilkens. Die Förderzahlen lagen im ersten Halbjahr 2018 bei 135091 Mastschweinen. Der erzielte Ferkelpreis reduzierte sich um acht Euro, die direktkostenfreie Leistung pro Sau lag bei 659 Euro; im Bereich der Mast liegen die Gewinneinbußen bei 14 Euro pro Schwein. Der aktuelle Preisverfall werde sich erfahrungsgemäß im Februar zum Positiven wenden. Zukunftsfragen seien die Ferkelerzeugung (Aktionsplan Kupierverzicht), das staatliche Tierwohl-Label und die Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass die Nachfrage nach Schweinefleisch deutlich zurückgeht.

Wahlen: Stellvertretender Vorsitzender und Wahlleiter Marvin Campe mit Jörn Ahlers-Wicke, Gerd Schierloh und Vorsitzendem Jürgen Albers (von links). Foto: Kurth-Schumacher

Ernst Kreiselmeier gab einen Überblick über die Entwicklung im Unternehmensbereich Rinderspezialberatung. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe reduzierte sich auf 80 bei einem Durchschnittsbestand von 132 Kühen und einer durchschnittlichen Milchleistung von 9 241 Kilogramm. Im Wirtschaftsjahr 2017 / 2018 stieg der Milchpreis um 6,3 Cent je kg erzeugter Milch, der Deckungsbeitrag II erhöhte sich um 5,3 Cent. Kreiselmeier sprach von einem „durchschnittlichen Jahr“ mit einem anhaltenden Trend zum Einsatz automatischer Melk- und Fütterungssysteme. Er appellierte daran, Augenmerk auf das „Futtertisch-Management“ zu legen, „damit es den Mädels schmeckt“. Futterpflanzen anzubauen sei effizienter als der Getreide Anbau, die Silierung von Getreide-Ganzpflanzen eine gute Ergänzung zu Silomais in der Fruchtfolgegestaltung. Die Entwicklung des Weltmarkts verlaufe aus deutscher Sicht positiv, da China seine Milchproduktion um 15 Prozent reduziert habe.

Die von Annegret Wagner vorgestellte Haushaltsübersicht 2017 weist ein unerwartetes Plus von 54 000 Euro auf. Der Betrag fließt auf Vorschlag des Vorstands in die Rücklage.

Turnusgemäß waren bei der Jahreshauptversammlung Vorstandsposten neu zu besetzen. Marvin Campe, stellvertretender Vorsitzender, leitete die Wahl, bei der Jürgen Albers, Carsten Bredthauer, Bernd Husmann und Henrik Nackenhorst einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden. Gerd Schierloh, der ab 2002 im Beirat und seit 2004 im Vorstand vertreten war, stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung. Jörn Ahlers-Wicke (25), Landwirt aus Martfeld, rückt in den Vorstand auf. Die Vorstandsmitglieder verständigten sich in einer Sitzungsunterbrechung darauf, dass Jürgen Albers erneut den Vorsitz des Gremiums übernimmt.

mks

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