Sulinger Verwaltung folgt Wunsch des Stadtelternrats nicht

Kindergärten schließen in den Ferien

Mit reichlich Abstand tagten die Ratsmitglieder – erstmals im Sulinger Stadttheater. Foto: Bartels

Sulingen – Von einer ganz besonderen Premiere sprach Reinhard Meyer, Vorsitzender des Sulinger Stadtrats, zu Beginn der Sitzung am Donnerstagabend: Erstmals tagten die Ratsmitglieder im Stadttheater – um den Corona-Abstandsregelungen Genüge tun zu können. Zu den Themen zählte die Kinderbetreuung.

Einstimmig folgte der Rat dem Vorschlag der Verwaltung, die Kindergartengebühren für April den Eltern zurückzuerstatten und, beginnend ab Mai, keine weiteren Gebühren zu erheben, bis die Einrichtungen nicht mehr geschlossen sind. „Für Leistungen, die wir nicht erbringen können, können wir auch keine Gebühren erheben“, befand Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Die entfallenden Einnahmen müsse man über einen Nachtragshaushalt gegenfinanzieren.

Die Kindertagesstätten beschäftigten den Rat auch unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen: Der Stadtelternrat hatte am Mittwoch in einer E-Mail angefragt, ob die Schließzeiten der Einrichtungen in den Sommerferien verkürzt oder, dem Beispiel anderer Kommunen folgend, ganz ausgesetzt werden könnten. Dieser Wunsch sei am Vormittag in die Runde der Einrichtungsleitungen getragen und dort als sehr problematisch gesehen worden, berichtete der Bürgermeister in der Sitzung. Generell gebe es in Sulingen nur eine Woche Schließzeit, mit jeweils einer Woche Bereitschaftsdienst vorher und im Anschluss. Diese Zeit werde benötigt, weil auch die Mitarbeiter in den Einrichtungen Anspruch auf Urlaub haben und diesen in vielen Fällen bereits verplant hätten. Außerdem seien Sanierungsarbeiten in den Kitas während der Schließzeit vorgesehen. Da die Kosten der Betreuung über eine Satzung geregelt sind, müsse der Rat über eine mögliche Erweiterung entscheiden. Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereichs Allgemeines und Soziales, ergänzte, dass die Verwaltung zur Entlastung der Eltern in allen Einrichtungen auf die Putztage verzichte. Darüber hinaus werde unter den Eltern noch einmal abgefragt, wer den Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen will.

Was die Ferienbetreuung für Schulkinder anbelangt, könne man noch keine detaillierten Informationen geben, teilte Dirk Rauschkolb mit, sie hänge von weiteren Lockerungen der Corona-Bestimmungen ab.

Die Sitzung schloss Reinhard Meyer mit einem Dank an die Ratsmitglieder: Er freue sich, dass alle Mitglieder erschienen seien und sich so diszipliniert verhalten hätten. Dank an die Bürger, die Politik und die Verwaltungsmitarbeiter formulierte der Bürgermeister. „Wir sind nicht die Stadt der Unbelehrbaren.“ Die Krise sei noch nicht vorbei, und es sei einfacher, etwas herunterzufahren, als es wieder hochzufahren. „Wir leben in sehr wechselhaften Zeiten.“

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