Eisenbahn-Bundesamt lehnt Entwidmung in Balge, Wietzen und Marklohe ab

13 Kilometer Schiene gesichert

Wichtige Lebensader: Auf der Schiene rollt vor allem der Personennahverkehr. Neun Bahnhöfe liegen im Landkreis Diepholz an der Strecke Osnabrück-Bremen. Foto: Anke Seidel

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es wäre ein Todesstoß für die Wiederbelebung des Bahnverkehrs zwischen Sulingen und Nienburg gewesen: Mehr als 13 Kilometer Bahnstrecke in den Gemeinden Balge, Wietzen und Marklohe im Landkreis Nienburg sollten entwidmet und verkauft werden. Doch daraus wird nichts: „Das Eisenbahn-Bundesamt hat den Freistellungsantrag der Deutschen Bahn abgelehnt“, freut sich Detlev Block als Sprecher des Aktionsbündnisses Eisenbahnstrecke Bassum-Bünde (AEBB) – und betont ausdrücklich: „Es ist für uns ein weiterer Meilenstein beim Erhalt der Strecken des Sulinger Kreuzes.“

Landrat Cord Bockhop begrüßt die Entscheidung des Eisenbahn-Bundesamtes ganz genauso: „Für den Landkreis Diepholz ist das ein großartiger Erfolg. Bereits seit Längerem möchten wir die Schienenstrecke Sulingen–Nienburg nachhaltig für eine eventuelle Reaktivierung des Schienenverkehrs sichern.“ Der Landkreis hat dieses Planungsziel auch in seinem Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegt.

Vor einem Jahr hatte die Deutsche Bahn (DB) die Entwidmung für das Teilstück der seit Langem stillgelegten Bahnstrecke beantragt. Langfristig, so lautete ihr Argument, sei eine Nutzung der Infrastruktur nicht zu erwarten. Bedarf für die Reaktivierung der Strecke sah die DB ohnehin nicht.

Die Entscheidung des Eisebahn-Bundesamtes wertet Detlev Block als „gemeinschaftlichen Erfolg mit anderen“. Der Landkreis sieht das so: Aus den Beschlüssen des Landkreises Diepholz, der Eisenbahnverkehrsunternehmen, den Stellungnahmen der Verkehrsverbände, der Vereine und Industriefirmen entlang der Strecken des Sulinger Kreuzes hätten sich berechtigte Zweifel an einer Freistellung von Bahnbetriebszwecken ergeben.

Auch der Kreistag des Landkreises Diepholz hatte sich mit dem Thema beschäftigt. Außerdem besteht eine Zweckvereinbarung zwischen den Landkreisen Diepholz, Heidekreis, Nienburg/Weser und Verden. Das Ziel: Den Güterumschlag auf der Schiene durch regional tätige Eisenbahnunternehmen stärken.

„Es wurde festgelegt, dass die regional tätigen Eisenbahnunternehmen in einer Untersuchung die aktuelle Marktlage evaluieren und eine Konzeption für Handlungsoptionen auf ihrer Anbieterseite erarbeiten sollen, auch unter Berücksichtigung der Strecken des Sulinger Bahnkreuzes und damit der Strecke Sulingen–Nienburg“, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises dazu. Genau deshalb kam der Kreistag zu dem Schluss, dass jegliche Freistellungsabsichten in diesem Falle eindeutig kontraproduktiv wirken würden.

„Auch wenn die Strecke derzeit nicht befahren wird, erkennen wir hier durchaus Potenzial. Die Wiederherstellung einer entsprechenden Infrastruktur im Güterbahnverkehr könnte in Zukunft ein bedeutender Standortfaktor in Hinblick auf die logistischen Angebote und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region sein“, so Landrat Cord Bockhop weiter.

Trotz des Erfolges ziehen schon wieder dunkle Wolken am Himmel der Hoffnung auf. „Wir haben erfahren, dass nunmehr die DB Netz AG beim Eisenbahn-Bundesamt beantragt hat, Gleisanlagen im Bahnhof Sulingen rückzubauen“, berichtet Detlev Block. „Betroffen ist hiervon gerade der Abzweig der Strecke nach Nienburg nahe Bahnübergang Hasseler Weg und eine Weiche davor.“

Auch wenn das Aktionsbündnis nur beraten und empfehlen kann: „Wir werden das ablehnen“, betont Detlev Block. Gefahr für die Reaktivierung der Strecke droht indes nicht, weil es in diesem Fall nicht um eine Entwidmung geht. „Aber wir sehen es mit Sorge, dass an allen Ecken etwas abgebaut wird“, so der Sprecher des Aktionsbündnisses.

Was soll am Bahnhof Sulingen konkret geschehen? „Es handelt sich um den Ausbau zweier Weichen, da diese nicht mehr benötigt werden“, erklärt eine Bahnsprecherin, die namentlich nicht genannt werden will, auf Anfrage dieser Zeitung – und fügt abschließend hinzu: „So können die Instandhaltungsaufwendungen verringert werden.“

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