Kicken mit dem Controller

Sportfreunde Rathlosen eröffnen eigene „eFootball“-Abteilung

Ein Mann blickt auf ein Fußball-Videospiel auf dem Fernseher.
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Trainer Sven Schuster zeigt den „Trainingsplatz“ seines „eFootball“-Teams.

Rathlosen – Der Fußball spielt seit mehr als 50 Jahren eine wichtige Rolle bei den Sportfreunden Rathlosen. Nun wird er auf eine weitere Art und Weise in das Vereinsleben integriert – mit der neu gegründeten Abteilung für „eFootball“.

Deren Leiter ist Sven Schuster, aktuell in der dritten Saison tätig als Trainer der I. Herren-Fußballmannschaft und zuvor Jugendtrainer im Verein. Den Anstoß habe eine Anfrage des SC AS Hachetal gegeben, der im Landkreis eine eigene Liga für „eFootball“, also virtuelle Fußballspiele, ausgetragen an der Spielekonsole, ins Leben rufen wollte. Also habe er unter seinen Spielern gefragt, wer sich daran beteiligen wolle, allerdings sei es dann nicht zur Liga-Gründung gekommen, berichtet Schuster. Das Interesse war jedoch geweckt – und so stellte der Verein ein eigenes Team auf die Beine.

Das Thema „eSport“ hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen: Diverse Profivereine wie Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Borussia Dortmund leisten sich mit großem finanziellen Aufwand eigene Teams, die bei Meisterschaften und Turnieren antreten. Solche Ambitionen werden in Rathlosen nicht verfolgt: „Es geht für uns um den Spaß an der Freude“, betont Sven Schuster. Bereits mit seinen Jugendmannschaften habe er oft statt einer Weihnachtsfeier ein Turnier mit der Fußballsimulation „FIFA“ des Marktführers EA Sports veranstaltet und dabei selbst mitgespielt.

Spielbetrieb ist im Aufbau

Das Team bestehe derzeit aus zwei Spielern und zwei bis drei „Auswechselspielern“, alle aus dem Kader der I. Herren. Der Spielbetrieb sei, unterstützt durch den Niedersächsichen Fußballverband (NFV), noch im Aufbau: „Wir gucken, was möglich ist.“ Zunächst gehe es darum, die Mannschaft „fit zu bekommen“, vor allem durch Spiele gegen andere Teams, denn der Computergegner sei längst keine Herausforderung mehr. „Die Jungs sind wirklich eingespielt – ich kann da schon lange nicht mehr mithalten“, räumt Sven Schuster freimütig ein.

Im Spiel könnten beide Spieler per Controller jeden der virtuellen Kicker steuern. So ließen sich auch Kombinationen einstudieren, erläutert der Trainer, allerdings brauche es dafür Schnelligkeit und viel Übersicht.

Positive Effekte auch auf dem Fußballplatz

Der „eFootball“ diene nicht nur als Zeitvertreib, sondern wirke sich auch auf den realen Sport aus: „Die Jungs machen sich aus dem, was sie da ausprobieren, auch Gedanken für Spielzüge und probieren im Training Tricks und Freistoßvarianten, die sie aus ,FIFA‘ kennen.“ Bei sich selbst habe er beobachtet, dass er seine „Eigensinnigkeit“ als Stürmer verloren habe, weil er im Spiel gesehen habe, wie gut ein Querpass zum Mitspieler ist, der den Ball nur noch in das leere Tor schieben muss. Außerdem wisse er, dass viele taktische Dinge nachvollziehbarer sind, wenn die Spieler sie schon einmal auf dem Monitor gesehen haben.

Auswirkungen erhofft sich Sven Schuster auch für den Verein, indem Jugendliche über das Spiel am Bildschirm Interesse am Fußball und an der Gemeinschaft entwickeln. Schon als Jugendtrainer habe er erlebt, dass Kinder dazugestoßen sind, weil ihre Freunde ihnen von den „FIFA“-Turnieren erzählten.

Für Neueinsteiger sei der Verein jederzeit offen. Erfahrungen als aktiver Spieler seien hilfreich, weil so die taktischen Grundkenntnisse und der Umgang mit dem Ball erlernt würden – nötig seien nur die aktuelle Version des Spiels und die Playstation 4, aber die könne man auch im Team erwerben.

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