Keine erste, die „Letzte Hilfe“

Ambulanter Hospizdienst Sulingen bietet neues Seminar an

Brigitte Book und Dieter Stamme schulen in „Letzter Hilfe“.

Sulinger Land - Es denkt ja keiner daran – erst, wenn der Tod sich nicht mehr abschütteln lässt. Und dann tauchen Fragen auf: Was passiert im Sterbeprozess? Was bedeutet die Begleitung eines sterbenden Menschen für mich? Aber auch: Welche Chancen hat diese neue Begegnung im Miteinander dieser besonderen Lebenszeit? Dr. med. Georg Bollig hat die Vision, dass in Zukunft alle diejenigen, die lernen möchten, Sterbende zu begleiten und zu umsorgen, dazu die Möglichkeit bekommen – durch einen „Letzte Hilfe Kurs“.

Der Ambulante Hospizdienst Sulingen und umzu bietet ab sofort Seminare in „Letzter Hilfe“ an. Der Kurs wolle sensibel machen für das Thema „Umgang mit schwer kranken und sterbenden Menschen“. Er solle zur Teilnahme an der allgemeinen palliativen und ambulant-hospizlichen Versorgung befähigen. Denn: „Der Tod ist eigentlich immer präsent, aber: Er ist Angst besetzt“, sagt Patricia von Bodecker. Das Team des Ambulanten Hospizdienstes Sulingen wolle mit dem Seminar „Letzte Hilfe“ genau das geben: Hilfe. Grundwissen schulen, was im Notfall zu tun ist, wo Hilfe zu holen ist.

Es sei keine ärztliche Information, kein pflegerisches Angebot, keine Sterbebegleitung. Das Seminar, das am Samstag, 13. Januar, von 10 bis 13.30 Uhr im Blauen Saal des Krankenhauses Sulingen durchgeführt wird, umfasst zahlreiche Themen rund um „Sterben und Tod“. Als Dozenten sind Sozialpädagogin Brigitte Book und Krankenpfleger / Palliativ-Care-Fachkraft Dieter Stamme entsprechend ausgebildet. Diesem ersten „Letzte Hilfe“-Seminar sollen weitere folgen, möglicherweise auch an anderen Orten im Sulinger Land. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 17 Personen begrenzt.

Jederzeit zu Auskünften bereit

Ziel ist, ein Grundwissen zu vermitteln, so, dass es die Teilnehmer verstehen. Themen: Rettungskette, Sterbephasen, Symptomlinderung, Patientenverfügung, Mundpflege, Ernährung, Abschied nehmen. Dass als letzter Punkt „Trauern ist normal“ genannt wird, zeigt, dass das Thema in diesem Seminar nicht mit Glacéhandschuhen angefasst wird. Es wird offen gesprochen, jeder kann Fragen stellen: Wer weitere Themen für sich entdeckt, kann sich in einem Folgeseminar, zum Beispiel als Hospizhelfer, weiterbilden. Gesprächsoptionen bietet auch das Trauercafé, das seit 2013 an jedem ersten Sonntag im Monat im DRK-Haus an der Südstraße öffnet (der nächste Termin ist der 7. Januar). Das Netzwerk, das der Ambulante Hospizdienst Sulingen und umzu aufgebaut hat, rund um das „Umsorgen von schwer erkrankten und sterbenden Menschen am Lebensende“, stehe jedem zur Verfügung, der Fragen habe und Hilfe benötige. Auch außerhalb des Seminars seien die aktuell 35 Mitglieder des Sulinger Hospizdienstes jederzeit zu Auskünften bereit.

Anmeldungen zum Seminar „Letzte Hilfe“ wiederum nehmen Patricia von Bodecker unter Tel. 01 75 / 8 35 38 94 (E-Mail p.bodecker@hospiz-sulingen.de) und Dieter Stamme unter Tel. 0 42 71 / 59 39 (E-Mail: dieter.stamme@ gmx.de) entgegen. Der Kurs ist kostenfrei. „Wir stehen mit diesem Seminar erst am Anfang –  je nach Nachfrage werde das Angebot zu der Themenvielfalt ergänzt. Und auch das Seminar noch öfter angeboten.“

sis

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