Zehn Jahre Kindergarten-Waldgruppe: „Leben in und mit der Natur“

Kein Moos auf dem Rücken

Am Samstagmorgen war in der Räuberhöhle in Herelse Klettern, Matschen und Stockbrotbacken angesagt. - Foto: mks

Herelse - Die Waldgruppe des Kindergartens Ratz und Rübe hat ein besonderes Flair, entsprechend speziell war auch die Feier anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens. Am Samstagmorgen war in der Räuberhöhle in Herelse Klettern, Matschen und Stockbrotbacken angesagt.

Kurze Rede, langer Sinn: Einrichtungsleiterin Christine Bobring begrüßte die Gäste bei strahlendem Sonnenschein in der grünen Oase. Neben Kindern und Eltern hatten viele Ehemalige den Weg auf das Abenteuergelände gefunden, unter ihnen Renate Kornau und Hildegard Gerecke. In ihren damaligen Funktionen als Gruppen- bzw. Kindergartenleiterin hatten sie die „Vision Waldgruppe“ seinerzeit umgesetzt. Die Kinder beendeten den offiziellen Teil mit ihrer Hymne, dem „Räuber-Waki-Lied“, bevor sie den großen Naturspielplatz in Beschlag nahmen. Im Laufe der Jahre und im Wandel der Jahreszeiten ändert das Gelände sein Gesicht. Die Hecke, die das Areal zur Ackerfläche hin abgrenzt, ist dicht geworden, sie gibt der Lagerfeuerstelle Windschutz. Das Feuer brannte auch am Samstagmorgen, die Plätze am Feuer und am Lehmofen waren wetterbedingt jedoch weniger gefragt als die Wasserspiele.

Zu den neuen Errungenschaften gehören eine Weidenspirale, ein Fühlkasten und ein Kletterbaumnetz. Vieles trägt die Handschrift von Kindergarten-Opa Otto Nolte. Auch er war zum zehnjährigen „Geburtstag“ der Einrichtung vor Ort. „Die Kinder genießen das hier. Und ich auch“, sagte er und berichtete amüsiert, dass die Kinder eigentlich alle Bauvorhaben im Vorfeld „absegnen“ und in der Regel selbst Vorschläge einbringen.

Passend zum Konzept der Waldgruppe – Leben in und mit der Natur – servierte das Team von Gruppenleiterin Tanja Breitmeier und Helena Bach den Gästen Limonade aus frischen Kräutern und Holunderblüten, warme Hefebrötchen wurden aus dem selbstgebauten Lehm-Backofen gezogen.

Die geplante Arbeitsaktion, in der die Eltern zwei Tage vor der Jubiläumsfeier die Schutzhütte streichen wollten, musste wetterbedingt verschoben werden. Stattgefunden hatte dagegen die Übernachtung der angehenden Schulkinder und der Kinder, die nach der Sommerpause in die Kita am Promenadenweg wechseln.

Dass die Waldgruppe eine Bereicherung für die Kindergartenlandschaft ist, steht heute außer Frage. „Das war nicht immer so“, erinnerte Renate Kornau an die zahlreichen kritischen Stimmen in der Planungsphase. Keine Heizung? Kein Strom? Komposttoilette? „Viele konnten sich nicht vorstellen, dass das funktioniert.“ Die Bedenken, die ein damaliger Bauhofmitarbeiters zum geplanten Waldkindergarten äußerte, schrieb sie den „Geburtstagskindern“ ins Gästebuch: „Wenn die Kinder in die Schule kommen, laufen sie wieder auf vier Beinen und auf ihrem Rücken wächst Moos“ – ein Satz, über den nicht nur Fans der „Räuberhöhle“ heute schmunzeln können. 

mks

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