Geschäftsführer der Alexianer bei Informationsabend der Union

Kein leichtes Spiel für Lorenz

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Kein leichtes Spiel für Uwe Lorenz. Lorenz, seit Dezember 2015 neben Andreas Barthold Geschäftsführer der Alexianer Kliniken Landkreis Diepholz, gestaltete am Mittwoch einen Informationsabend der CDU-Verbände der Region.

Sulingen - Kein leichtes Spiel für Uwe Lorenz. Lorenz, seit Dezember 2015 neben Andreas Barthold Geschäftsführer der Alexianer Kliniken Landkreis Diepholz, gestaltete am Mittwoch einen Informationsabend der CDU-Verbände der Region. Der große Gesellschaftsraum der „Börse“ in Sulingen war bis auf den letzten Platz gefüllt. Lorenz schlug sich im Kreuzfeuer der Kritik ordentlich, erntete dafür auch Anerkennung. Der Protest gegen die Planungen des Klinikverbundes, die 24-Stunden-Unfallchirurgie vom Standort Sulingen abzuziehen, bleibt trotz Anerkennung des Geschäftsführers unbeschadet.

Nicht nur Mitglieder der Union, auch welche von Freien Wählern und aus der Sozialdemokratie legten neben niedergelassenen Ärzten immer wieder ihre Finger in die offenen Wunden der Bevölkerung.

Lorenz gab sich Mühe, die erhitzten Gemüter zu beruhigen: Nein, zu einer reinen Tagesklinik werde das Krankenhaus Sulingen nicht verkümmern. Die Erstaufnahme von Patienten nach Schul- oder Arbeitsunfällen sei auch weiterhin möglich. Die Hubschrauberlandemöglichkeit werde man der Einrichtung an der Schmelingstraße nicht nehmen. Ja, ein Notarzt bleibe an der Klinik, genauso ein so genannter D-Arzt, der eben diese Arbeits- und Wegeunfälle behandeln dürfe; auch wenn die Zulassung für das eigentliche Verletztenartenverfahren dem Standort Bassum vorbehalten bleibe.

Vorwürfe aus dem Plenum, dass die Klinik Sulingen durch den Abzug des Verletzenartenverfahrens erheblich geschwächt werde, widerlegte der Diplom-Kaufmann mit Zahlen: „2015 fand bei uns im Verbund in 80 Fällen das Verletztenartenverfahren Anwendung, in 800 bis 1  000 Fällen das D-Arzt-Verfahren.“

Geschäftsführer Lorenz warb für die Vorteile der Umstrukturierungen; insbesondere durch die Stärkung des Standortes im Bereich der planbaren chirurgischen Eingriffe. „Dafür finden wir in Sulingen optimale Rahmenbedingungen vor.“ Der Kaufmann unterstrich die Notwendigkeit von Veränderungen, vor allem vor dem wirtschaftlichen Hintergrund. Ziel sei, alle Standorte am Leben zu halten. Inwieweit die angestrebten Konzepte von Erfolg gekrönt sein werden, ließ allerdings auch er am Mittwochabend offen. „Wir können nicht zehn oder 15 Jahre in die Zukunft blicken; höchstens drei oder fünf.“

Die Gastgeber der Union, insbesondere der Bundestagsabgeordnete Axel Knoerig als CDU-Kreisvorsitzender, Sulingens Stadtverbandsvorsitzender Mario Pschunder und der CDU-Kreistagsabgeordnete Lothar Plumhof unterstützen die Forderung des Geschäftsführers an die Mitbürger, sich hinter ihre Klinik zu stellen und sie mit Leben zu füllen. Negativ-Meldungen in den Medien würden den Verbund nicht weiterbringen: „Wer geht denn noch in ein Krankenhaus, von dem er nicht weiß, ob es nächste Woche da ist?“

Allen voran Knoerig und Plumhof erteilten Vorschlägen nach einer Ein-Haus-Lösung für den ganzen Landkreis Diepholz eine deutliche Abfuhr; nicht zuletzt mit Blick auf das nicht zu stemmende Investitionsvolumen.

Kritisch betrachtet wurde von den Teilnehmern der Info-Veranstaltung die Investitionsbereitschaft am Standort Bassum mit dessen Nähe zur Hansestadt Bremen und ihrer Angebote.

Kritik, die der Geschäftsführer im Raum stehen ließ; zur Unzufriedenheit von Veranstaltungsteilnehmern, die am Ende mit Blick auf die Klinik Sulingen von einem „Sterben auf Raten“ sprachen. Lorenz: „Mein Wunsch ist es, dass Sulingen erhalten bleibt.“ Garantien hatte der Geschäftsführer am Mittwoch nicht in der Tasche; aber es war auch kein leichtes Spiel für Uwe Lorenz.

oti

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