Anwohner warten auf Glasfaserausbau

Kein Anschluss unter dieser Nummer im Sulinger Bruch

Leerrohre für Glasfaserkabel ragen aus der Erde.
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Die Leerrohre sind auch im Sulinger Bruch längst verlegt, um die eigentliche Glasfaserleitung aufnehmen zu können.

Sulingen – Nein, er ist – wenn auch vor 23 Jahren zugezogen – Sulinger, daran lässt Michael Wimberger keinen Zweifel. Allerdings ist die Innenstadt für ihn gut neun Kilometer entfernt, und ebenso weit hat er es, bis eine akzeptable Internetanbindung für ihn per Smartphone in Reichweite kommt.

Der 64-Jährige bewohnt einen Resthof im Sulinger Bruch, einem Ortsteil der Sulinger Ortschaft Lindern. „Hier ist nichts, nur Natur – aber davon ‘ne ganze Menge“, lacht er. Zwar habe es früher einen Festnetzanschluss für das Grundstück gegeben, aber der sei die Hälfte der Zeit außer Betrieb gewesen, weil es Störungen an der überirdisch verlegten Leitung gegeben habe. Mittlerweile nutze nur noch einer seiner Nachbarn das Festnetz, alle anderen seien, wie er, auf das Handy umgestiegen.

Damit sei die Verbindung allerdings nicht besser: Im Erdgeschoss zeige das Display nur den Mobilfunkstandard E an; LTE mit drei Balken habe dagegen der Nachbar einmal erreicht, als er bei ihm auf dem Dach gearbeitet habe. Er selbst bekomme LTE nur, wenn er im Obergeschoss das Fenster öffne und das Telefon in Richtung Sulingen halte, erzählt Wimberger.

Datenvolumen wird trotz Verbindungsabbrüche verbraucht

Selbst mit einer LTE-Antenne auf dem Dach habe er aber nur Übertragungsraten erreicht wie früher zu ISDN-Zeiten, der entsprechende Mobilfunktarif sei mit Kosten von 150 Euro pro Monat für ihn als Hartz-IV-Empfänger nicht machbar gewesen. Stattdessen kaufe er sich jetzt Datenvolumen, doch das Problem dabei sei, dass er teilweise nur Übertragungsraten von 0,1 bis zwölf Kilobit pro Sekunde erreiche. Wenn die Übertragung zu lange dauert, breche bei vielen Anbietern der Verbindung ab, das Datenvolumen sei aber trotzdem verbraucht. Daher müsse er, wenn er einmal pro Woche nach Sulingen fahre zum Einkaufen, Überprüfen des Kontostandes oder für Behördengänge, das zugleich nutzen, um in einem WLAN-Hotspot an der Langen Straße Whatsapp-Nachrichten und E-Mails abzurufen.

Auch auf das Fernsehen per Internet ist Wimberger gespannt. Zwar hat er eine Satellitenschüssel auf dem Dach, doch wegen der umliegenden alten Bäume habe er nur von November bis März Empfang, wenn sie kein Laub tragen.

Keine Informationen über Anschlusszeitpunkt

Deswegen seien in der Nachbarschaft alle froh gewesen, als das Angebot zum Glasfaserausbau kam: „Das ist hier kein weißer Fleck, sondern ein schneeweißer – die Arktis ist ein schwarzes Loch dagegen.“ Im September 2020 seien innerhalb weniger Tage die Leerrohre verlegt, im Juli seien bis ins Haus hinein verlängert worden. Alles, was fehle, sei das Einblasen der Glasfaserleitung, „aber es tut sich einfach nichts.“

Von den Bauarbeitern habe er nur gehört, dass alle der Reihe nach angeschlossen würden, und wenn er beim Landkreis Diepholz angerufen habe, sei gerade kein Ansprechpartner erreichbar gewesen. Deswegen wachse die Befürchtung, dass es doch keinen Anschluss gebe, weil es sich im Sulinger Bruch aufgrund der großen Entfernnungen zwischen den Häusern nicht rentiert. „Es wäre schön, wenn es mal weitergeht, dann könnten wir am Leben wieder teilnehmen.“

Landkreis rechnet mit Anschluss zum 1. März

In den sogenannten weißen Flecken, also den Gebieten, die über eine Breitbandanbindung von weniger als 30 Megabit pro Sekunde verfügen, übernimmt der Landkreis den Ausbau (wir berichteten). Auf Nachfrage der Redaktion führt Pressesprecherin Meike Zum Vohrde aus, dass es im Sulinger Bruch, das zu Baulos 17 gehört, aktuell keine Verzögerungen gebe. „In diesem Baulos sind nur noch wenige Hausanschlüsse zu bauen. Danach müssen die Glasfaserkabel noch eingeblasen werden.“ Die Übergabe des Bauloses an Netzbetreiber GVG sei zum 1. März 2022 vorgesehen.

Etwas schneller gehe es in den übrigen Bereichen des Raumes Sulingen, die den Baulosen 18 und 19 zugeordnet seien. Diese würden von einem anderen Unternehmen gebaut, hier sei die Übergabe an GVG für den 1. Januar im Baulos 18 beziehungsweise den 1. Februar im Baulos 19 geplant. „Sofern der Bürger einen Anbieterwechsel geplant hat, wird GVG nach der Übergabe mit dem Altanbieter Kontakt aufnehmen und diesen Altvertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt kündigen.“

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