Kampf um das eigene Kind

Aurelia Weinhold bietet Hilfe beim Umgang mit dem Jugendamt

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Aurelia Weinhold engagiert sich im Verein „Kinder sind Menschen“.

Sulingen - „Eltern können sich an mich wenden, wenn sie in Kontakt mit dem Jugendamt kommen. Wenn die Inobhutnahme des eigenen Kindes ansteht oder bereits erfolgt ist – und sie damit nicht einverstanden sind“, lautet das Angebot von Aurelia Weinhold.

Die 52-Jährige, die in Sulingen lebt und an der Kreismusikschule unterrichtet, engagiert sich im Verein „Kinder sind Menschen“ mit Sitz in München – und stellt sich seit April als dessen Ansprechpartnerin in der Region zur Verfügung.

Auch wenn es mehr um einen Sorgerechtsstreit ging, hätte sie selbst sich für Unterstützung an den Verein wenden können, als sie vor Jahren darum kämpfte, ihren Sohn, der bei seinem Vater in Uelzen lebt, wenigstens zeitweise zu sich nach Sulingen holen zu können. 

Ungerechtfertigte Inobhutnahmen

Heute weiß Aurelia Weinhold das, „aber damals hat mir ein Ansprechpartner gefehlt, und hier auf dem Land findet man auch nicht unbedingt andere Eltern in ähnlicher Situation, um sich mit ihnen auszutauschen.“ Früher seien die Kinder von Paaren, die sich trennen, in der Regel zu den Müttern gekommen, „aber scheinbar gibt es eine ,Trendwende‘. Mein Eindruck ist, dass jetzt Väter bevorzugt werden, um einen Ausgleich zu schaffen.“ Letztlich habe sie keinen Erfolg gehabt. „Aber ich habe so viele Ressourcen da reingesteckt: Gerichtsverfahren, Gespräche mit dem Jugendamt, Beschwerdeanträge – das meiste habe ich selbst gemacht, nur einen Teil mit einem Anwalt.“ Aurelia Weinhold suchte nach einer Möglichkeit, anderen mit ihrer Erfahrung zu helfen und stieß schließlich auf den Verein „Kinder sind Menschen“.

Auf dessen Homepage heißt es: „Wir haben uns zusammengetan, um das willkürliche Zerreißen von Familien durch korrupte Beamte, inkompetente Gutachter und Juristen sowie deren Hintermänner zu bekämpfen. Unser Interesse gilt den Kindern und ihren Eltern, sowie ihrem natürlichen Recht auf familiäre Gemeinsamkeit.“ Ein Tonfall, der Aurelia Weinhold nicht zu eigen ist: „Man muss klipp und klar sagen, dass Jugendämter in den meisten Fällen korrekt arbeiten. Aber bundesweit scheinen sich ungerechtfertigte Inobhutnahmen zu häufen.“ 

Beratung und Hilfe

Auch die Rückführung aus Jugendhilfeeinrichtungen oder Pflegefamilien sei oft problematisch: „Das Familiengericht müsste eigentlich überprüfen, ob die Inobhutnahme im Sinne des Kindeswohles noch notwendig ist.“ In Deutschland liege die Rückführungsquote bei fünf Prozent – „das ist viel zu wenig. Und es passiert auch zu wenig, um Eltern wieder in die Lage zu versetzen, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern.“ Welche Rechte Eltern diesbezüglich haben und welche Unterstützungsmöglichkeiten es für sie gibt, damit ihre Kinder von vornherein bei ihnen bleiben können, etwa Haushaltshilfe, weiß Aurelia Weinhold. Sie bietet Beratung, Hilfe beim Formulieren von Anträgen und Einsprüchen, Begleitung zu Gesprächen mit dem Jugendamt oder einem Anwalt.

Sie plant den Aufbau einer Homepage, möchte mit einer Videoserie im Netz Hilfestellung beim Umgang mit dem Jugendamt leisten. Wer ihre persönliche Hilfe in Anspruch nehmen möchte, erreicht Aurelia Weinhold unter Tel. 0 42 71 / 95 63 94. ab

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