Kampagne will Mediziner und Studenten in die Landkreise Diepholz und Nienburg locken: „Ärztlich willkommen!“

Neue Ärzte braucht das Land

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Referenten und Teilnehmer der Podiumsdiskussion weihen die erste Sitzbank der Kampagne ein.

Sulingen - Von Vivian Krause. „Ganz gelassen. Niederlassen. In Niedersachsens Mitte.“ – mit diesem Motto startete gestern die Initiative „Ärztlich willkommen“. Den Auftakt bildete eine Podiumsdiskussion der Initiatoren in der „Alten Bürgermeisterei“ in Sulingen. Ziel der Kampagne ist es, die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen. Das Land soll für Studenten und Ärzte attraktiv werden. Stipendien und Jobsicherheiten, auch für den Partner, sollen sie an die ländliche Regionen binden.

In der Podiumsdiskussion stellten die Akteure ihre Strategie vor. Insgesamt 26 Kommunen der Landkreise Nienburg und Diepholz sowie die Samtgemeinde Thedinghausen sind Teil der Kampagne. Beteiligt sind die regionalen Wirtschaftsförderungen der zwei Landkreise, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN), die Fachkräfteinitiative „Nienburg. Mittelweser. Einfach lebenswert.“, das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser und das Regionalmanagement Mitte Niedersachsen. Vertreter dieser Initiatoren waren vor Ort. „Ich freue mich, dass wir so eine große regionale Kooperationsleistung haben“, so Detlev Kohlmeyer, Landrat des Landkreises Nienburg.

Damit Arztberuf und Familie auch wirklich vereinbart werden können, soll es finanzielle Hilfen, zum Beispiel über ein Regionsstipendium, sowie Beratung vor Ort und fachliche Unterstützung der KVN geben.

Auf der Webseite findet man den „Regionslotsen“ Günter Klingenberg als zentralen Ansprechpartner. Dieser navigiert die Interessierten an die jeweiligen „Ortslotsen“ weiter. Außerdem findet sich dort ein Ansprechpartner der KVN. Dies solle den ersten Kontakt vereinfachen.

Aktuell konnten die Initiatoren sieben Sponsoren aus Wirtschaft und Gesundheit für sich gewinnen. Hierzu zählen Vilsa, die Helios Kliniken oder Gerdes und Landwehr. Hierbei spiele nicht nur die Regionalität, sondern auch die Wirtschaftlichkeit eine Rolle, hieß es. Bereits mehr als 60 Prozent der Medizinstudenten sind weiblich. Sollte eine Ärztin in die Region ziehen, so soll auch ihr Partner einen Arbeitsplatz bekommen, erklärt Gordon Gröfke, Geschäftsführer der betreuenden Marketingagentur. Diese Tandem-Arbeitsplätze sollen durch die Gewinnung neuer Unternehmen in der Region flächendeckend ermöglicht werden. Günter Klingenberg: „Wir schnüren das Paket. Wir müssen jetzt für unseren Standort werben, die beruflichen Möglichkeiten für Paare sind schon da.“

Jeder Arzt, der aus dem Studium kommt, braucht eine dreijährige Weiterbildung. „Durch die Weiterbildung vor Ort fällt die Bewerbung danach weg“, so Dr. Michael Stalp, der ärztliche Direktor der Helios Kliniken Mittelweser. „In der Zeit schlägt man Wurzeln, hat vielleicht schon Kinder im Kindergarten und kommt nicht mehr so leicht weg“, fügt Detlef Meyer, Vorsitzender des Regionalmanagements Mitte Niedersachsen, hinzu.

Ab sofort starten die Werbemaßnahmen. Neben einer Homepage gibt es Broschüren, Bannerwerbung an Brücken und auf LKW. Auch extra angefertigte Sitzbänke sollen an öffentlichen Orten für die Kampagne werben. Weiterhin sind ab Herbst Infoveranstaltungen an Universitäten in Oldenburg, Göttingen und Hannover geplant. Insgesamt sind jegliche Maßnahmen auf drei Jahre ausgelegt.

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