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Kalus zieht sich zurück, Kreissynode bekommt neuen Vorsitzenden

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Der Sulinger Hans-Rudolf Kalus stellt sich am Mittwoch nicht erneut als Vorsitzender der Kirchenkreissynode Diepholz zur Wahl.
Der Sulinger Hans-Rudolf Kalus stellt sich am Mittwoch nicht erneut als Vorsitzender der Kirchenkreissynode Diepholz zur Wahl. © Unger

Superintendent Marten Lensch hat vor allem die zugewandte Art und das „herzliche Miteinander“ beeindruckt. Doch auch dieses Lob kann Hans-Rudolf Kalus nicht mehr umstimmen. Nach vielen Jahren an der Spitze der Kreissynode gibt der Sulinger sein Amt als Vorsitzender ab. Auch aus gesundheitlichen Gründen, wie der 71-Jährige erklärt.

Sulingen/Landkreis – Seit vielen Jahren steht Hans-Rudolf Kalus als Vorsitzender der Kirchenkreissynode Grafschaft Diepholz an deren Spitze. Doch wenn das Gremium am Mittwoch, 20. April, in Kirchdorf zusammenkommt, wird sich der Sulinger nicht mehr zur Wahl des neuen Vorstands stellen. Gesundheitliche Gründe seien dafür ausschlaggebend, erklärt der 71-Jährige: „Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man solch ein wichtiges Amt in jüngere Hände legen sollte. Mein derzeitiger Gesundheitszustand erleichtert mir diese Entscheidung sehr.“

Rückblick ins Jahr 2007: Eigentlich hatte Hans-Rudolf Kalus erst mal nur vor, als ganz normales Mitglied an den Sitzungen der Synode des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz teilzunehmen. 2006 war er in den Kirchenvorstand seiner Heimatkirchengemeinde Sulingen und von dort in den übergeordneten Kirchenkreistag gewählt worden, der sich dann 2007 neu formierte. „Ja, wie wird man dann gleich der Vorsitzende…“ – der 71-Jährige lacht, wenn er sich diese Frage stellt. Die Antwort ist ganz simpel: Hans-Rudolf Kalus ist einer, dem man gleich anmerkt, dass er zuverlässig, korrekt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, ohne sich dabei aber in den Vordergrund zu drängen. Er kannte diese Situation auch schon aus anderen Bereichen, in denen er ehrenamtlich tätig war. „Ich wurde von verschiedenen Personen angesprochen, ob ich mir vorstellen könnte, als Vorsitzender des neuen Kirchenkreistages zu kandidieren. Ich glaube, dass mein beruflicher Hintergrund in der Kommunalverwaltung eine Rolle gespielt haben könnte. Nach der Ausbildung war ich fast mein ganzes Berufsleben lang im Sozial-, Kinder- und Jugend-Bereich tätig. Vielleicht lag es auch an meiner ehrenamtlichen Tätigkeit – ich war damals schon 20 Jahre lang Vorsitzender eines großen Sportvereins“, erzählt der Sulinger bescheiden. Es war wohl das Gesamtpaket, das die Parlamentsmitglieder bis heute überzeugte, ihn immer wiederzuwählen.

Kalus leitete und moderierte in all den Jahren viele Tagungen und gestaltete die Geschicke und die Ausrichtung des Kirchenkreises Grafschaft Diepholz maßgeblich mit. „Der informelle und persönliche Austausch mit den anderen Synodenvorsitzenden in der Landeskirche war interessant. Auch die regelmäßigen Gespräche mit Landesbischof Ralf Meister“, blickt Kalus zurück. „Eine ganz besondere und spannende Erfahrung war für mich als Leiter des Wahlausschusses vor drei Jahren die Suche nach einem Nachfolger des damaligen Superintendenten Klaus Priesmeier und die Wahl unseres jetzigen Superintendenten Marten Lensch.“

 Ich habe ihn als Synodenvorsitzenden erlebt, der gut, informiert und zugewandt durch die Sitzungen geleitet hat. 

Superintendent Marten Lensch über Hans-Rudolf Kalus

Der gute Eindruck beruhte von Anfang an auf Gegenseitigkeit: „Hans Kalus war der erste, mit dem ich hier im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz Kontakt hatte. Die Gespräche waren so freundlich, fröhlich und einladend, dass ich mich gerne hier beworben habe“, betont Marten Lensch. „Ich habe ihn als Synodenvorsitzenden erlebt, der gut, informiert und zugewandt durch die Sitzungen geleitet hat. Doch sein Engagement war nicht darauf beschränkt. Er hat auch die Sitzungen des Kirchenkreissynodenvorstands geleitet, an Tagungen des Kirchenkreisvorstands teilgenommen, die regelmäßigen Treffen mit der damaligen Landessuperintendentin besucht und unseren Kirchenkreis auf den landeskirchlichen Treffen der Synodenvorsitzenden vertreten. Ich bin sehr dankbar für seinen großen ehrenamtlichen Einsatz für unseren Kirchenkreis – aber ganz besonders dankbar bin ich für die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit und das gute und herzliche Miteinander.“

Die Leitung des Gremiums in der Corona-Pandemie hat Hans-Rudolf Kalus in den vergangenen zwei Jahren nach eigener Aussage immer wieder an Grenzen geführt. „Virtuelle Sitzungen sind in einer so großen Personenzahl schwierig zu gestalten und zu handhaben. Auch sonst war die Zeit für den kirchlichen Bereich schwierig mit all ihren Einschränkungen, Lockerungen und wieder Einschränkungen“, erklärt er.

Als Mitglied bleibt Hans-Rudolf Kalus der Kirchenkreissynode bis zum Ende der Wahlperiode 2024 erhalten. Und er ist sicher, dass die Delegierten am Mittwoch eine gute Wahl für einen neuen Vorstand treffen: „Die Arbeit wird auch ohne mich zukünftig sehr gut weitergehen, davon bin ich überzeugt.“ miu

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