„Frischer Wind“ im Fachwerkhaus

Judith Dannemann und Nicole Clöer stellen Werke in Sulingen aus

Im Fachwerkhaus am Meierdamm stellen ab Sonntag Judith Dannemann (links) und Nicole Clöer ihre Arbeiten aus.
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Im Fachwerkhaus am Meierdamm stellen ab Sonntag Judith Dannemann (links) und Nicole Clöer ihre Arbeiten aus.

Sulingen – „Wir wollen frischen Wind in eines der ältesten Gebäude in Sulingen bringen“, sagt Nicole Clöer. Gemeinsam mit Judith Dannemann zeigt sie ihre Arbeiten ab dem 3. Oktober im Fachwerkhaus am Meierdamm in Sulingen unter dem Titel „Zwei – Positionen zeitgenössischer Kunst“.

Die beiden Künstlerinnen lernten sich 2019 an der Oberschule Süd in Delmenhorst kennen: Nicole Clöer ist dort tätig als Lehrerin für Kunst und Französisch, während Judith Dannemann Schulbegleiterin der Lebenshilfe Delmenhorst für ein „Schmetterlingskind“ war – ein Mädchen, das an einer besonderen Hautkrankheit leidet. „Wir haben schnell festgestellt, dass es viele Berührungspunkte gibt“, berichtet Nicole Clöer.

Beide sind Jahrgang 1969, Nicole Clöer kam in Bremen zur Welt und wuchs in Delmenhorst auf, woher auch Judith Dannemann stammt, aber mittlerweile lebt sie in Dötlingen bei Wildeshausen.

Unterschiedliche künstlerische Einflüsse

Schon mit drei Jahren habe sie begonnen, sich im Wohnzimmer unter dem Tisch mit Papier und Stiften zu beschäftigen – „da hatte ich meine Ruhe.“ Ein besonderes Erlebnis sei ein Besuch in der Bremer Kunsthalle als Sechsjährige gewesen, wo ihr ein „Sylvette“-Porträt von Pablo Picasso so gut gefiel, dass sie sich Bücher über ihn schenken ließ. Ein weiterer wichtiger Einfluss für sie sei Johann Heinrich Vogeler, und sie habe eine lange Phase gehabt, in der sie sich mit dem Jugendstil auseinandergesetzt habe. Ihr erstes Motiv sei eine Sonnenblume gewesen, deren Samen sie gemeinsam mit ihrer Großmutter gepflanzt habe: „Es war faszinierend, wie so etwas Großes aus der Erde wächst“, erinnert sie sich, und diese Faszination finde sich auch heute noch in ihren Arbeiten wieder.

Für Judith Dannemann begann der Weg zur Kunst „über Umwege“, wie sie selbst sagt. Nach der Geburt zweier Kinder besuchte sie ab 2005 zunächst Kurse an der Werkschule Oldenburg, wo sie den Keramiker Martin McWilliam kennenlernte und ein Praktikum bei ihm absolvierte. Von 2013 an betrieb sie das Weiterbildungsstudium Gestaltende Kunst an der Hochschule Bremen und der Hochschule für Künste Bremen. Eigentlich komme sie aus der Bildhauerei, aber „im Studium bin ich zum Malen und Zeichnen gezwungen worden – und habe festgestellt, dass mir das eigentlich ganz gut gefällt.“ Durch die Arbeit mit Kindern sei sie zum Thema „Hände“ gekommen: „Es geht um Vertrauen, Berührung“, und die Bearbeitung sei noch nicht abgeschlossen.

Finissage am 17. Oktober

Eine gemeinsame Ausstellung der beiden Künstlerinnen im vergangenen Jahr in Frankreich kam aufgrund der Pandemie nicht zustande, und so präsentieren sie ihre Werke jetzt im Fachwerkhaus am Meierdamm, wo sie – mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Ehemänner Mark Wessel und Carsten Dannemann – am Freitag so hängten, dass sich ihre Arbeiten immer abwechseln. Von Nicole Clöer sind 16 Ölpastelle, Zeichnungen und Linolschnitte, überwiegend aus dem vergangenen Jahr, zu sehen, während Judith Dannemann mit zwölf Bildern in Acryl, entstanden seit 2019, vertreten ist.

Die Ausstellung in Trägerschaft des Vereins „Kunst in der Provinz“ ist an den Sonntagen 3., 10. und 17. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr, geöffnet. Der Eintritt ist frei, es gelten die aktuellen Hygienevorgaben inklusive Kontaktdatenerfassung. Judith Dannemann wird am 3. Oktober vor Ort sein, Nicole Clöer am 10. Oktober und beide Künstlerinnen begleiten die Finissage am 17. Oktober.

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