Ausstellung am 30. und 31. Oktober

Jubiläum der Sulinger Geflügelzüchter vorerst im kleinen Kreis

Zwei Männer und eine Frau hocken auf dem Rasen neben zwei Käfigen mit Zwerghähnen.
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Mit zwei Antwerpener Bartzwergen: Andreas und Ina Finke sowie Vorsitzender Mario Hippenstiel.

Sulingen – Das 125-jährige Bestehen des Geflügelzuchtvereins von 1896 Sulingen können desssen Mitglieder in diesem Jahr feiern. Oder besser: Sie könnten, wenn die Umstände es zuließen.

Für das kommende Wochenende planen sie, nach einem Jahr pandemiebedingter Pause, ihre traditionelle Geflügelausstellung in der Schützenhalle an der Breslauer Straße. Am Samstag, 30. Oktober, von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag, 31. Oktober, von 9 bis 15 Uhr können rund 180 Tiere der Züchter bestaunt werden. Ziergeflügel findet sich darunter in diesem Jahr nicht, die Schau beschränkt sich auf Hühner, Enten, Gänse, Tauben und Puten. Allerdings sind nicht nur die Öffnungszeiten im Vergleich zu den vorigen Ausstellungen reduziert, der Verein verzichtet auch auf den Verkauf von Kaffee und Kuchen sowie auf eine Tombola. „Da geht die Gesundheit vor“, betont der 1. Vorsitzende Mario Hippenstiel, „es geht uns in erster Linie darum, die Tiere zu zeigen.“

Im Sommer hätten im Vorstand die Überlegungen dazu begonnen, wie solch eine Schau überhaupt organisiert werden und gelingen und könnte. Es gebe einige Vereine, die bereits auf die 2G-Regel setzen und nur Geimpfte und Genesene zu ihren Veranstaltungen zulassen. Für die Ausstellung in Sulingen gelte dagegen die 3G-Vorgabe, sodass auch nachweislich negativ auf Covid-19 Getestete teilnehmen können. Auf Hygiene wird Wert gelegt, die Besucher müssen eine Maske tragen, die Kontaktdaten werden per Luca-App oder handschriftlich erfasst. „Immerhin können wir dieses Jahr etwas machen“, sagt Mario Hippenstiel, „wenn auch nicht in dem Rahmen, den wir uns gewünscht haben.“ Eine offizielle Eröffnung der Schau werde es nicht geben, auch einen Schirmherren habe man diesmal nicht.

Seit 1992 Ausstellungen in der Schützenhalle

Verzichtet werden muss ebenso auf eine Jubiläumsfeier, in deren Rahmen es gewiss einen Rückblick auf die Vereinsgeschichte gegeben hätte. Gegründet wurde der Verein von gut 80 Züchtern 1896 im Gasthaus Meier-Riehl, das auch Vereinslokal wurde und nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Schauen beherbergte. Nachdem zwischenzeitlich auch der Saal im Obergeschoss des Ratskellers als Ausstellungsraum diente, verlegte der Verein seine Schauen in ein Zelt, das beim Autohaus Wiegmann an der Langen Straße aufgestellt wurde.

Seit 1992 nutzen die Geflügelzüchter die Halle des Schützenvereins Sulingen von 1848: „Sie ist ein toller Veranstaltungsort“, lobt Mario Hippenstiel, „und das spricht sich herum.“ So seien an die Schauen des Vereins eigentlich immer in den vergangenen Jahren auch Sonderschauen angegliedert gewesen, „das sticht schon heraus.“ Zu verdanken sei das auch den Kontakten von Wolfgang Vallan, der dem Verein 20 Jahre lang, bis 2019, vorstand, ergänzt Andreas Finke, seit 2005 Kassenwart.

Großer Anteil aktiver Mitglieder

In den vergangenen Jahren habe sich die Arbeit im Vorstand gewandelt, betont Schriftführerin Ina Finke, seit 1988 im Vorstand und seit 1975 Mitglied der Geflügelzüchter: „Das Vereinsleben ist kameradschaftlicher geworden – der Verein sind wir alle.“

Aktuell zählt der Verein 41 Mitglieder. Viele von ihnen stellen am Wochenende Vögel aus, für den Auf- und Abbau der Schau habe man immer um die 20 Helfer – „so eine Ausstellung braucht viele Hände“, sagt Mario Hippenstiel. Der Nachwuchs sei mit vier Jungzüchtern etwas spärlich, aber: „Eine Zucht bedeutet Arbeit, man braucht Platz, und die Hähne krähen auch mal – da sind die Jugendlichen auf Unterstützung von den Eltern und vom Verein angewiesen“, weiß der Vorsitzende. Viele kämen daher über die Familie dazu, weil schon Eltern oder Großeltern Geflügel gezüchtet hätten.

Offen für engagierte Züchter

Hinzu kommt laut Andreas Finke die Ausrichtung des Vereins: „Wir Rassegeflügelzüchter achten auf die Qualität der Tiere, anders als die Haustierzüchter, denen es um das eigene Frühstücksei geht – wir wollen das aber gar nicht schlechtreden.“ Grundsätzlich freue man sich, wenn Menschen Interesse an Hühnern hätten, betont Mario Hippenstiel, „aber der Ansporn ist, die Rasse weiterzuentwickeln.“ Für engagierte Interessenten sei der Verein jederzeit offen, und „wir haben erfahrene Züchter, die Anfängern gerne weiterhelfen.“

Für das kommende Jahr planen die Geflügelzüchter ihre Ausstellung in Verbindung mit einer Sonderschau des Sondervereins der Züchter der Dresdner und Zwerg-Dresdner, und in diesem Rahmen soll auch das Jubiläum als „125+1“-Feier nachgeholt werden. Hippenstiel: „Wir werden das Beste daraus machen.“

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