„Delme“-Beschäftigter Michael Engelking arbeitet bei Maschinen-Meyer

„Jetzt will ich auch nicht mehr weg“

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Den Staplerschein hat Michael Engelking schon länger – jetzt nimmt er den „Trecker-Führerschein“ (Klasse L) in Angriff, um den Gabelstapler auch auf dem Außengelände fahren zu dürfen. 

Sulingen – Wie gefällt Michael Engelking seine Arbeit beim Sulinger Unternehmen Maschinen-Meyer? „Hundertprozentig – ich hätte echt nicht gedacht, dass es so viel Spaß macht.“ Beim Spezialisten für Behälterbau, zu dessen Angebotsspektrum auch Lohnfertigung im Blechbearbeitungsbereich und die Zubehörproduktion für landwirtschaftliche Zugmaschinen gehören, „übernehme ich die Endarbeit an Fässern, drehe also Schrauben rein oder befestige Dichtungsgummis.“ Marco Geis, Vertriebsleiter Lohnfertigung, ergänzt: „Er assistiert Mitarbeitern, wenn ein zweiter Mann gebraucht wird, fährt den Gabelstapler – was so anfällt.“ Klingt nach einem ganz normalen Job, ist aber ein sogenannter Außenarbeitsplatz – und für Michael Engelking ein Schritt Richtung allgemeiner Arbeitsmarkt: Der 35-jährige Familienvater aus Sulingen ist seit 2003 bei den Delme-Werkstätten für Menschen mit Behinderung in Sulingen beschäftigt.

„Wir wollen Beschäftigte aus unseren Werkstätten in Betriebe vermitteln“, erläutert Bettina Cramer, die im Qualifizierungs- und Vermittlungsdienst (QVD) der „Delme den Südkreis Diepholz betreut und sich um die Akquise von Außenarbeitsplätzen kümmert. Davon gebe es derzeit im gesamten Einzugsbereich der gemeinnützigen GmbH rund 30. Und in der Vergangenheit seien daraus auch schon sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse entstanden. Verbindungen zu Maschinen-Meyer bestehen seit Langem, beispielsweise bekommt die Werkstatt für Industrie und Dienstleistung (wid) Aufträge vom Unternehmen. Die jetzige Kooperation geht auch auf die Initiative von Marco Geis zurück – der ist ein ehemaliger Kollege von Bettina Cramer: „Ich habe elf Jahre in Bassum bei der ,Delme‘ in der Produktion gearbeitet, kenne deren Portfolio also wie kaum ein anderer“, formuliert er es lächelnd.

Michael Engelking begann Anfang des Jahres ein Praktikum bei Maschinen-Meyer. Eine positive Erfahrung, für alle Beteiligten – es wurde zunächst verlängert, dann, zum 1. Mai, entstand daraus der Außenarbeitsplatz. „Die Mitarbeiter haben mich toll aufgenommen. Sie zeigen mir, wie es geht, wenn ich etwas nicht weiß, kann ich einfach fragen. Ich habe Probleme mit dem Lesen und Schreiben“, erklärt der 35-Jährige ganz offen. Er wird von der „Delme“ beschäftigt und bezahlt, Maschinen-Meyer beteiligt sich mit einer Pauschale, erläutert Bettina Cramer. Durch den QVD bekommt Engelking Begleitung, „es gibt regelmäßige Treffen, da geht es zum Beispiel um die Arbeitskleidung, Urlaubsanträge und so weiter.“ Im Betrieb ist Jürgen Rethorn Hauptansprechpartner und Vorarbeiter. Der QVD kümmert sich auch um Fortbildungen: Den Staplerschein hat Michael Engelking schon länger – jetzt nimmt er den „Trecker-Führerschein“ (Klasse L) in Angriff, um den Gabelstapler auch auf dem Außengelände fahren zu dürfen.

Freuen sich über den gelungenen Schritt in Richtung des allgemeinen Arbeitsmarktes: Marco Geis, Michael Engelking, Bettina Cramer und Alexander Beckedorf (von links). 

Bei Geschäftsführer Alexander Beckedorf musste Marco Geis keine Überzeugungsarbeit für das Projekt leisten: „Eine super Idee, und Michael Engelking ist eine Bereicherung für unser Team. Ich finde, dass jedes Unternehmen sich die Zeit nehmen sollte, zu prüfen, ob es Persönlichkeiten wie Herrn Engelking Möglichkeiten eröffnen kann.“

Maschinen-Meyer hat den Außenarbeitsplatz zunächst für zwei Jahre zugesichert. Michael Engelking hofft, dass daraus mehr wird. Bei der „Delme“ war er in der Recycling-Abteilung tätig – hier sei die Arbeit herausfordernder, „und das wollte ich auch so haben. Dann weiß ich abends, was ich getan habe. Jetzt will ich auch nicht mehr weg.“  ab

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