750 Jahre Groß Lessen: Heimatpflegeverein will Chronik zum Jubiläum beisteuern

Becker: „Im April 2016 sind wir fertig“

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Erst vergangenen Freitag beschäftigten sich die Teilnehmer der Groß Lessener Geschichtswerkstatt mit dem Thema „Freizeitgestaltung in der Vergangenheit“.

Gross Lessen - Vom 12. bis 14. August 2016 feiern die Groß Lessener das 750-jährige Bestehen ihrer Ortschaft. „Anfang April werden wir fertig sein“, sagt Frank Becker, ehemaliger Leiter der örtlichen Grundschule, mit Blick auf die Dorfchronik. Wilhelm Hockemeyer, Vorsitzender des Heimatpflegevereins Groß Lessen, nickt. Er trägt nach eigenen Angaben schon „seit vier oder fünf Jahren“ die Idee der Dokumentation mit sich herum. Was zunächst fehlte, war ein Koordinator, den der „oberste Heimatpfleger“ der Sulinger Ortschaft schließlich nach Beckers Pensionierung im Februar 2012 mit dem ehemaligen Schulleiter fand.

Hockemeyer nennt Becker kameradschaftlich „Chronikmanager“. Becker lacht, spricht von einem Team, das hinter dem Projekt stehe. Ein Team mit ständigen Mitarbeitern, aber auch welchen, die Einzelaufgaben übernommen haben. Beckers Hauptaufgaben: Das Zusammentragen von Informationen aus unterschiedlichsten Quellen und deren technische Aufbereitung bis zur für April 2016 geplanten Abgabe bei der Druckerei.

Starthilfe holten sich die Groß Lessener Chronisten aus Bensen. Der passionierte Heimatforscher und Autor Heinrich Meyer gab gleich zu Beginn des Vorhabens Hilfestellungen. „Das war im November 2013“, erinnert Hockemeyer. „Danach sind wir dann richtig durchgestartet.“

Im Heimatpflegeverein hatte sich schon vor dem Besuch Meyers eine Arbeitsgruppe zusammengefunden, die die Erstellung der Chronik begleiten wollte. „Sieben Personen“, sagt der Vorsitzende, „damals ein doch eher informeller Kreis. Im Wesentlichen ist es bis heute bei diesen Leuten geblieben.“

Man fing an, vorhandene Informationen zusammenzutragen, selbst zu recherchieren. Hockemeyer spricht von Dokumentationen über die 25 Hofstellen, denen im Zuge der so genannten Generalteilung zwischen 1840 und 1850 die Gemeinflächen zugeteilt wurden.

„Unser Ziel ist, in der Chronik alle 140 Gebäude der Ortschaft abzubilden“, erklärt Frank Becker. Fotografien seien bereits gemacht, entsprechende Fragebögen wurden an die Haushalte und Gewerbetreibenden verteilt.

Im Herbst 2014 begannen die Chronisten dann mit der Geschichtswerkstatt. Zu sieben Themenabenden waren die Groß Lessener Mitbürger aufgefordert, Beiträge einzureichen. „Gesetzt waren Themen, die sich alle in der Chronik wiederfinden sollen“, erklärt Hocke-meyer: Handwerk und Schule, Gewerbe, Vereine und Feuerwehr, I. Weltkrieg und die Zeit bis 1939, II. Weltkrieg und die Zeit danach, Flüchtlinge und Vertriebene, Heuerlinge, Nachbarschaften sowie Freizeitgestaltung in der Vergangenheit. „Im Schnitt waren 15 bis 20 Teilnehmer gekommen“, sagt Frank Becker. „Ja, es gab viele neue Erkenntnisse“, ergänzt Wilhelm Hockemeyer. „Wir haben sehr viele Bilder bekommen. Vor allem der Abend, an dem es um Flüchtlinge und Vertriebene ging, war sehr ergiebig.“ Frank Becker: „Wir nehmen aber immer noch gerne Dokumente an; speziell welche, die Auskunft über Gebäude geben, auch über Schützenbälle und die Feuerwehr.“

Nach wie vor sei man auf der Suche nach Geschichten, die Geschichte schrieben. Wie etwa die um die Jahre 1946 / 1947 unmittelbar nach dem II. Weltkrieg: Angehörige der Dorfjugend hatten aus Munitionsresten Pulver zusammengetragen, um es beim Dosenfischen am heute ehemaligen Lauf der Kleinen Aue einzusetzen. „Pulver haben sie nach den Überlieferungen gefunden, gefischt auch“, sagt Wilhelm Hockemeyer. „Im Ergebnis haben sie dann eine ganze Brücke versetzt – und die war danach nicht mehr befahrbar.“

oti

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