25 Jahre Frauenfrühstückstreffen: Mischung aus Lesung und Musik in Sulingen

„Lifesongs“, die berühren

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Judy Bailey und ihr Ehemann Patrick Depuhl bescherten dem Publikum einen unvergesslichen Abend.

Sulingen - Von Martina Kurth-Schumacher. Seit 25 Jahren sind die zwei Mal jährlich angebotenen „Frauenfrühstückstreffen“ fester Bestandteil des kulturellen Angebots im Sulinger Land. Die Veranstaltung zum Jubiläum sollte eine besondere werden. Und sie wurde es auch.

Marita Wallentowitz begrüßte am Samstagabend rund 280 Gäste zum Jubiläumstreffen im Stadttheater. Das elfköpfige Organisationsteam hatte das Konzept „Frühstück, Vortrag und Musik“ zur Feier des Tages abgewandelt und zu einem Konzert mit Judy Bailey (Gitarre und Gesang) und Patrick Depuhl (Percussion und Gesang) geladen; ausnahmsweise waren auch Männer willkommen. Um es vorwegzunehmen: Der Abend war eine berührende Mischung aus Musik und Lesung. „Roter Faden“ war die Biografie von Judy Bailey, die einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben gewährte.

Die Sängerin und Komponistin wächst auf der Karibikinsel Barbados auf. Die Erziehung ihrer Eltern ist geprägt von Liebe und Gottvertrauen, sie gibt ihr Kraft, „der Welt ins Gesicht zu sehen und nach Träumen zu greifen.“ Im Alter von 17 Jahren beginnt sie, Gitarre zu spielen und erste Lieder zu komponieren. 1994 stellt sie in Deutschland ihr Album vor. Und verliebt sich in den Moderator: Patrick Depuhl. Die beiden heiraten vor 18 Jahren, gründen eine Familie. Judy Bailey tritt bei vielen christlichen Großveranstaltungen auf, unter anderem beim Eröffnungsgottesdienst der Fußball-WM in München (2006) und beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro (2013), wo sie vor über einer Million Zuhörern spielt.

Ihre berufliche und persönliche Erfolgsgeschichte hat auch dunkle Kapitel: In ihrer Biografie und in ihren Liedern beschreibt die 47-jährige ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen, etwa den Tod ihres Vaters oder ihren verzweifelten Kampf gegen die Bulimie. „Life goes on“, heißt einer ihrer „Lifesongs“ – ein Lied voller Traurigkeit und doch voller Lebensfreude. „Wenn die Nacht am dunkelsten ist, ist der Tag nicht mehr weit“, sagt Bailey: „Alle Rückschläge waren auch eine Chance, ohne sie wäre ich nicht die, die ich heute bin.“

Judy Bailey und Patrick Depuhl sind absolut authentisch. Und sie vermitteln den Zuhörern das Gefühl, dass sie die ersten sind, die an ihrem Leben teilhaben dürfen. Ihre Erkenntnis: „Das Leben kann man weniger planen, als man meint, und manchmal muss man es einfach ordentlich feiern.“

Das Konzert bereitet den Künstlern sichtlich Vergnügen. Das „gymnasiale Sulinger Stadthallen-Theater“ ist laut Bailey nach „Besteckfabrik, Gefängnis, Flughafenhalle, Flüchtlingswohnheim, Friedhofskapelle und Kinderhospiz“ ein weiterer besonderer Ort ihres „Lifesong-Projekts“.

Ihre Biografie habe sie in der Gewissheit geschrieben, dass Gott sei ein „guter Manager“ ist und jeder seinen Platz in seinem Universum hat, betont Bailey. Sie ermuntert die Zuhörer: „Lasst uns gute Geschichten schreiben mit unserem Leben – keine ist wichtiger als die andere...“ Das Publikum belohnt Judy Bailey und Patrick Depuhl mit euphorischen Beifallsbekundungen, die in rhythmisches Klatschen zur Zugabe münden. Ein unvergesslicher Abend.

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