Paar feiert am Mittwoch eiserne Hochzeit

Ingrid und Karl Heitmann in Sulingen: Kennenlernen auf dem „Witwenball“

Das Jubelpaar sitzt nebeneinander auf dem Sofa.
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Ihren 65. Hochzeitstag begehen Mittwoch Ingrid und Karl Heitmann in Sulingen. Der Fuchs, der vorwitzig hinter dem Jubilar hervorlugt, ist ein Souvenir aus dem Harz, wo Heitmanns 30 Jahre lang die Weihnachtstage und Silvester verbracht haben.

Sulingen – Das Wort „Witwenball“ verspricht nicht unbedingt eine langjährige gemeinsame Zukunft. Für Ingrid und Karl Heitmann legte dieses Ereignis jedoch den Grundstein für bislang 65 Ehrejahre: Am Mittwoch feiert das Paar in Sulingen eiserne Hochzeit.

Am Nikolaustag 1955 war das Gasthaus Hartje in Varrel Schauplatz eines Balls für Alleinstehende. Ingrid Heitmann half ihrer Mutter an der Garderobe beim Entgegennehmen der Kleidung und der Ausgabe der Marken. Zwischendurch sei ihre beste Freundin gekommen und habe ihr einen jungen Mann gezeigt, der schon zweimal mit ihr getanzt hatte. „Aber nachdem ich einmal mit ihm getanzt habe, war das vorbei“, lacht Ingrid Heitmann.

Jener junge Mann war ihr heute 91-jähriger Ehemann Karl: An Ingrids 19. Geburtstag am 21. Juli 1956 heiratete das Paar und lebte zunächst in Schwaförden, der Heimat von Karl Heitmann. 1958 zogen die Eheleute nach Kirchweyhe, wohin er als Beschäftigter im Fahrdienst der Deutschen Bundesbahn versetzt worden war. Und 1968 siedelte die junge Familie – auf den Erstgeborenen Dieter, zur Welt gekommen 1956, folgten die Söhne Detlef (1958) und Bernd (1960) sowie Tochter Karin (1966) – nach Sulingen um. Karl Heitmann war hier im Stellwerk am Bahnhof tätig, die Familie lebte in einem der Eisenbahnerhäuser hinter dem Hotel Haake. „Wir hatten einen großen Garten mit einem schönen Kirschbaum“, erinnert sich Ingrid Heitmann. In das eigene Heim zog die Familie 1971, und auch hier gehörte ein Garten dazu, aus dem neben Gemüse vor allem „Schrappkartoffeln“ geerntet wurden.

Kein Streit, nur Meinungsverschiedenheiten

Karl Heitmann trat 1991 seinen Ruhestand an; Ingrid Heitmann hatte ihre Tätigkeit bei einem Juwelier in Varrel bereits aufgegeben, als sich Nachwuchs ankündigte. Zur Familie gehören sieben Enkel, aber noch keine weitere Generation – „ich wäre gerne Uroma.“

In den 65 Ehejahren habe es keinen großen Streit gegeben, stellt Karl Heitmann fest, nur Meinungsverschiedenheiten. „Aber das braucht man auch“, stimmt Ingrid Heitmann zu, „sonst ist einer nur ein Ja-Sager.“

Das Ziel: Wieder zum Stammtisch „bei Ute“

Einig waren sie sich in ihrer Freizeitgestaltung: Nachdem die Kinder groß waren, seien sie viel gereist. 30 Jahre lang verbrachten sie die Weihnachtstage und Silvester im Harz, später gehörte im Sommer ein Aufenthalt im Thüringer Wald dazu, neben vielen weiteren Fahrten, ob nach Hamburg oder Dresden. Zudem habe es viele Radtouren mit Nachbarn gegeben, berichtet Ingrid Heitmann: „Sonntags um ein Uhr ging das Telefon, und Felix hat gefragt: Wo geht es heute hin?“ Mit den Nachbarn habe man an Wochenenden auch gerne gekniffelt, und Sonntagabend habe der Stammtisch „bei Ute“ im Gasthaus „Zum schwarzen Ross“ auf dem Plan gestanden. „Ute ruft auch an und erkundigt sich, wie es uns geht“, so Karl Heitmann, „und da wollen wir wieder hin.“

Für das Ehejubiläum hat das Paar keine besondere Feier geplant, anders als zu den Null-Geburtstagen. Diesmal sind lediglich die Nachbarn eingeladen, und bereits am Vorabend haben Kinder und Enkel die Jubilare mit einem eisernen Herzen im Vorgarten überrascht.

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