Immer wieder mittwochs Hochbetrieb im Kleidertreff der Flüchtlingshilfe

Kleine Größen „gehen“

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Mittwoch im Kleidertreff: Issaka Bonkoungou, Renate Kornau, Hannelore Hemken und Mori Diakite.

Sulingen - Kleine Größen „gehen“, große Jungengrößen wohl auch noch. Hannelore Hemken nimmt eine Hose zurück. „Zu groß“, sagt sie. „Leider. Probiere es doch mal mit diesem Hemd.“ Jeden Mittwoch das gleiche Szenario. Die Kundschaft wartet geduldig vor dem Eingang des Wohnhauses am Schwafördener Weg. In einem Raum im Erdgeschoss wirbeln neben Hannelore Hemken Renate Kornau und Irmgard Potz. Die drei Frauen sind Helferinnen der Flüchtlingsinitiative Sulingen und betreuen den Kleidertreff; und das zum Teil schon seit Mai.

„Es macht nach wie vor Spaß“, sagt Hannelore Hemken am Mittwochnachmittag, entschuldigt sich für die räumliche Enge. Mori Diakite aus dem Staat Elfenbeinküste ist mit einem grünen T-Shirt fündig geworden. Landsmann Issaka Bonkoungou gefällt ein weißes Hemd. Vor der Tür warten die acht Sudanesen, die erst am vergangenen Dienstag in Sulingen eingetroffen waren. „Jeder nur mit einen Beutel unter dem Arm“, erinnert Hemken. „Mittwoch gab es erstmal die Grundausstattung an Bekleidung – und Bettwäsche zum Wechseln. Heute dann wohl das ein oder andere Kleidungsstück mehr.“

Ihr, genauso wie Renate Kornau und Irmgard Potz, scheint das ehrenamtliche Engagement, mit dem sie den Flüchtlingen das Eintreffen und den Aufenthalt in Deutschland etwas angenehmer gestalten wollen, Herzensangelegenheit.

Jeden Mittwoch öffnen die drei Damen ihre Schatzkammer, immer für die Zeit von 13.30 bis 15 Uhr. Die Asylbewerber wissen das, warten geduldig vor der Tür auf Einlass. „Ohnehin alles sehr nette Leute“, berichtet die ehrenamtliche Mitarbeiterin der Flüchtlingsinitiative. „Der eine bringt uns mal einen Kaffee, selbst eine Einladung zum Abendessen hatten wir schon. Wenn man weiß, dass diese Menschen nur sehr wenig haben, ist diese Geste umso höher zu bewerten.“ Nein, die Verständigung mit der Kundschaft sei kein Problem. „Viele sprechen Englisch; und wenn nicht, dann nehmen wir Hände und Füße dazu.“

Zweimal die Woche treffen sich die Frauen im Kleidertreff. „Einmal zur Ausgabe und einmal, um die Kleiderspenden zu sortieren“, so Hemken. Mit der Zeit habe man einen Blick dafür, was man selbst für die Flüchtlinge benötige, was man etwa an die DRK-Kleiderkammer weitergebe – beziehungsweise was im Müll landet. „Es sind, Gott sei Dank, nur wenige Teile, die man nicht weiterverwerten kann. Sehr gefragt sind bei den Flüchtlingen übrigens Turnschuhe.“ Auch Frauenkleidung sei willkommen. „Auch, wenn bisher nur Männer nach Sulingen gekommen sind, das wird sich ja mal ändern.“

Darauf, dass die Flüchtlingsinitiative Helfer für den Kleidertreff sucht, hatte ihr Ehemann Ulrich sie aufmerksam gemacht.

Ulrich Hemken ist Helfer der Sulinger Tafel.

Dort gewann man auch Renate Kornau für die Mitarbeit. „Und Irmgard Potz ist eine Freundin von mir“, sagt Hannelore Hemken.

Nein, bei einem Warenbestand von Null habe man im Mai nicht anfangen müssen. „Unsere Nachbarn von der Tafel hatten schon kräftig gesammelt.“

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda sei bisher immer wieder etwas dazugekommen. „Und das ist gut so. Die Flüchtlinge sind sehr dankbar für das, was sie hier bekommen.“

oti

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