Resonanz in Betrieben unterschiedlich

Sulinger Geschäfte wieder geöffnet: Im Laden einkaufen statt per Mausklick

Am Servicepoint im Eingangsbereich des Modehauses Ranck stehen Lynn Rasche (links) und Wiebke Nietfeld.
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Am Servicepoint im Eingangsbereich des Modehauses Ranck erwartet Auszubildende Lynn Rasche (links) mit Marketingleiterin Wiebke Nietfeld die Kunden zum „Terminshopping“.

Sulingen – Ein ungewohntes Bild bot sich am Montag in der Sulinger Innenstadt: Nach Monaten der pandemiebedingten Schließung können nun wieder alle Geschäfte öffnen – unter Auflagen.

Laut der aktuell gültigen Regeln darf je 40 Quadratmeter Verkaufsfläche eine Person mit einer Begleitperson das Geschäft betreten. Dafür müssen Termine vereinbart werden – entweder im Vorfeld oder, sofern die Kapazität noch nicht ausgeschöpft ist, direkt vor Ort.

Für die Terminbuchung hat das Sulinger Modehaus Ranck eigens einen „Servicepoint“ im Eingangsbereich eingerichtet. Der werde von den Auszubildenden abwechselnd betreut, berichtet Marketingleiterin Wiebke Nietfeld, zumal alle Mitarbeiter ohnehin in Schichten arbeiteten. Die Anmeldung kann hier per QR-Code über eine App erfolgen – „das ist ein guter Schritt nach vorne bei der Digitalisierung.“ So stünden auch ständig aktuelle Zahlen darüber zur Verfügung, wie viele Kunden sich gerade im Geschäft aufhalten. Bei der Planung werde mit etwa einer Stunde Aufenthalt gerechnet, aber es gebe keine Begrenzung, und die Kunden könnten sich nach dem „Einchecken“ frei im Geschäft bewegen.

Schlange vor dem Eingang zur Eröffnung

Der Auftakt verlief vielversprechend: „Wir hatten um 10 Uhr schon eine kleine Schlange vor dem Eingang“, berichtet Marco Wienen, Mitglied der Geschäftsführung. Seit Freitag könnten die Kunden Termine vereinbaren, und mit der Nachfrage sei man zufrieden, auch wenn sich die Möglichkeit noch nicht so herumgesprochen habe. Das Unternehmen habe Anzeigen geschaltet und die Kunden per Newsletter informiert, ergänzt Wiebke Nietfeld. „Und jetzt empfangen die Mitarbeiter die Kunden mit strahlenden Gesichtern.“

Von Schlangen vor dem Eingang kann Markus Röhe aus der Geschäftsführung des Modehauses Röhe noch nicht berichten. Es hätten sich bereits einige Kunden angemeldet, aber da sei es darum gegangen, den normalen Bedarf abzudecken. Ein Ausweichen auf Online-Shopping sei in den vergangenen Wochen keine Alternative gewesen, denn: „Die Kunden schätzen die Beratung und wollen die Ware anfassen – und ich habe es auf jeden Fall genossen, wieder mit Kunden zu sprechen.“

Ich habe es auf jeden Fall genossen, wieder mit Kunden zu sprechen.

Markus Röhe

Von einem „verzagten Beginn“ spricht Sigrid Vallan, Mitinhaberin von „Das Geschenk“. „Einige haben schon vorsichtig angefragt, aber viele Kunden wissen noch gar nicht so richtig, was geht und was nicht.“

Die Zeit der Schließung überbrückten die Betriebe auf unterschiedliche Weise. So bot Ranck etwa die Möglichkeit, Bekleidung zu reduzierten Preisen in „Überraschungsboxen“ zu erwerben. Das sei recht erfolgreich gewesen mit 120 Bestellungen alleine am ersten Tag, so Marco Wienen. „Das Feedback war durchweg positiv, und wir waren froh, mit den Kunden in Kontakt bleiben zu können.“ Wirtschaftlich sei das aber im Vergleich zum Normalbetrieb nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Kundenfreie Zeit für Umbauten genutzt

Die kundenfreie Zeit sei zudem genutzt worden, um ohnehin geplante Umbauten und Veränderungen vorzunehmen, berichtet Wiebke Nietfeld. So seien im ersten Obergeschoss die Bauarbeiten für einen Beauty-Salon erfolgt, der in Kürze eröffnet werde, und die Änderungsschneiderei sei nun mitten in der Damenabteilung angesiedelt, um diese Serviceleistung besser zu präsentieren. Außerdem sei die Hosenauswahl dort vergrößert worden, und mit „Armedangels“ sei nun auch eine Marke für nachhaltige Mode im Sortiment.

Ähnlich bei „Das Geschenk“: „Wir haben umgebaut und neu dekoriert“, berichtet Sigrid Vallan. Auch neue Artikel wolle man wieder anbieten, allerdings sei das schwieriger geworden, weil alle Messen ausgefallen seien oder nur online angeboten wurden. Trotzdem gelte: „Wir sind gerüstet und freuen uns wieder auf Kunden.“

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