Von Hunger und „Schorse“

„Das Sulingen Projekt“ auf der Suche nach Antworten, Helfern – und Zuhörern

Kerstin Melloh, Martin Hermann, Frank Wenker, Christine Nordenholz und Werner Focke (v.l.) von „Das Sulingen Projekt“.

Sulingen - Was heißt das eigentlich, wenn in den Geschichtsbüchern steht, dass Menschen „vom Hunger bedroht“ waren? Also konkret für die Menschen, die im 17. Jahrhundert in Sulingen und umzu gelebt haben.

Wie haben sie die Auswirkungen von Missernten erlebt? Wie sah ihr Alltag aus? „Wir hätten da gerne die Bilder vervollständigt“, sagen die Mitglieder von „Das Sulingen Projekt“.

Ihr Eintauchen in die Geschichte der Stadt Sulingen hat bereits zu etlichen kurzen Filmbeiträgen geführt. Natürlich ist es einfacher, wenn Kerstin Melloh Zeitzeugen persönlich Fragen stellen kann, Martin Hermann seine Kamera aufstellt und das Interview filmt, während Christine Nordenholz, Frank Wenker und Werner Focke Hintergrundrecherche liefern und Kontakte knüpfen. 

Was fehlt: Fachleute, die dem Team helfen, etwa offene Fragen rund um den Alltag im 15. und 16. Jahrhundert zu klären. Martin Hermann will keine Szene drehen, wo Verträge unterschrieben werden – und ein Schlaumeier prustet nachher los: „Das haben sie zu der Zeit nicht benutzt, als Schreibgerät.“

Wie sah die Alltagskleidung aus?

Eine andere offene Frage: Wie sah denn die Alltagskleidung damals im Sulinger Land aus? Neben solchem Profanem gäbe es auch Themen wie: Wie mächtig war die christliche Kirche auf dem Land? „Das Sulingen Projekt“ will zum 12. September 2019, wenn sich der große Brand von Sulingen zum 300. Mal jährt, eine filmische Zeitreise durch zehn Jahrhunderte Geschichte aus dem Sulinger Land präsentieren. 

Fachleute, Hobbyhistoriker, Recherchefreunde, ebenso Drehbuchschreiber, Kostümberater: „Wir brauchen Leute“, heißt der Wunsch nach noch mehr Mitstreitern. Die bereits aktiven Helfer haben sich auf verschiedene Gruppen aufgeteilt – wohlwissend, dass nicht jeder alles machen kann. Die Vielfalt an Aufgaben sollte etliche Interessensgebiete abdecken – bis hin zu Darstellern, die später gebraucht werden, wenn Szenen nachgespielt werden. 

Wo? „Ja, auch um Drehorte zu suchen, brauchen wir Interessierte“, freuen sich die Macher auf weitere Freiwillige. Das Team findet immer wieder neue Unterstützung: Kerstin Melloh etwa bringt aus Vorträgen im „Mittendrin“ Anekdoten und Hinweise mit. Im „Haus am Suletal“ wird Katja Ahrens noch mit einem Vortrag erwartet. Ein Stand bei Veranstaltungen (etwa beim Frühlingsfest am 25. März) soll deren Besuchern die Chance bieten, sich persönlich bei den Machern zu informieren.

Zu Gast bei der NDR-1-Plattenkiste

Wie sie Geschichten finden, aufarbeiten, sie zum Leben in Bildern erwecken, das erzählen sie demnächst auch im Radio: Am kommenden Mittwoch, 21. Februar, sind sie zu Gast in der NDR-1-Plattenkiste (12.05 bis 13 Uhr). Jeder durfte sich ein Lied aussuchen. Zwischendurch geht es vielleicht um den Sandstein von Georg Rex an der Sulebrücke und welcher „Schorse“ wohl gemeint ist.

„Je mehr man sich mit der Geschichte seines Ortes beschäftigt, desto mehr interessiert man sich für ihn“, sagt Kerstin Melloh. Das nächste Projekttreffen beginnt am Donnerstag, 22. Februar, um 19 Uhr im Energiezentrum Lutz Kordes.

sis

www.sulingen-projekt.de

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