Paten gesucht für Neuzugang

Sulinger Tierheim Lindern: „Tante Elli“ ist neues Sorgenkind

Hündin „Tante Elli“ und Christine Nordenholz im Tierheim Lindern.
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Paten für „Tante Elli“ suchen Christine Nordenholz und ihre Mitstreiter im Tierheim Lindern.

Sulingen – „Unser neues Sorgenkind“ nennt Christine Nordenholz vom Tierschutzverein Sulingen und Umgebung den jüngsten Zugang im Tierheim Lindern.

„Wir sind von der Polizei um Mithilfe gebeten worden, um einen Hund bei Barenburg wieder einzufangen“, berichtet sie. Laut Laura Rietz von der Pressestelle der Polizeiinspektion Diepholz sei man am 26. März von einem Verkehrsteilnehmer darauf aufmerksam gemacht worden, dass an der Bundesstraße 61 ein Hund umherlaufe, und sechs Beamte seien dabei im Einsatz gewesen.

Als die Helfer des Tierschutzvereins eintrafen, sei das Tier bereits im Bereich Schlahe / Bockhorn unterwegs gewesen. Über fast drei Stunden sei mit vereinten Kräften, auch von den Einwohnern, vergeblich versucht worden, sich der Hündin zu nähern. Erfolg hatte erst Rüde „Django“ aus der Nachbarschaft: „Er konnte zu ihr laufen und hat sie dann quasi zu uns geführt.“ Es sei eine tolle Zusammenarbeit mit der Nachbarschaft und der Polizei gewesen, lobt Christine Nordenholz, und Marita Görges, Vorsitzende des Tierschutzvereins, ergänzt: „Auf ,Django‘ wartet bei uns noch eine Fleischwurst als Belohnung.“

Hündin war in „desolatem Zustand“

Aufgrund ihrer Verfassung brachten die Helfer die Hündin umgehend in die Praxis von Tierärztin Dr. Christine Lund in Schwaförden: „Sie war in einem desolaten Zustand: sehr ungepflegt und hochgradig abgemagert.“ Weil sie gerade läufig gewesen sei, sei auch ihre Scheidenschleimhaut ausgestülpt gewesen, weswegen sie eine schnelle operative Versorgung gebraucht habe. Darüber hinaus waren ihr Ohren und Rute abgeschnitten worden und sie habe Narben auf der Nase. „Wir haben schon lange keinen Hund mehr in so schlechtem Zustand hier gehabt – sie ist ein ganz armes Würstchen, das schon einiges erlebt zu haben scheint.“

Das Alter des Tieres lässt sich nicht genau bestimmt: Zwischen fünf und acht Jahre schätzt die Tiermedizinerin, aber „sie sieht alt aus.“ Entgegen der seit 2011 in Niedersachsen geltenden Kennzeichnungspflicht für Hunde sei sie nicht gechipt, sodass keine Informationen über ihr Vorleben bekannt seien, und zusammen mit dem in Deutschland seit langem verbotenen Kupieren von Ohren und Rute lasse das vermute, dass die Hündin aus dem Ausland komme. Auch ihre Rasse steht nicht genau fest: „Ein Hütehund aus der Balkanregion“, so Christine Lund.

„Tante Elli“ fasst langsam Vertrauen

Eine Woche sei „Tante Elli“ in der Praxis geblieben, bevor sie ins Tierheim übersiedelte. „Dort lebt sie auf und verbessert sich von Tag zu Tag“, freut sich die Tierärztin.

In Lindern werde sie nun mit Medikamenten weiter behandelt und mit mehreren kleinen Futterportionen über den Tag verteilt wieder aufgepäppelt, sagt Christine Nordenholz. Gekrault zu werden genieße sie sehr, aber sie sei ängstlich und schrecke vor allem zurück, vor allem vor Geräuschen oder schnellen Bewegungen. „Sie fasst langsam Vertrauen, und sie ist ganz lieb“, fügt Marita Görges hinzu. Andere Hunde möge sie zwar, aber sie kenne den Umgang mit ihnen noch nicht.

Wir haben schon lange keinen Hund mehr in so schlechtem Zustand hier gehabt – sie ist ein ganz armes Würstchen, das schon einiges erlebt zu haben scheint.

Tierärztin Dr. Christine Lund

Nun hoffe der Verein, dass Paten gefunden werden, die sich um den Hund kümmern und das Tierheim bei der Pflege unterstützen möchten. Später einmal komme ein „Seniorenplatz“ in einer Familie für die Hündin infrage.

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