Historiker Bernd Ulrich Hucker nimmt Gäste des Stiftungsabends der Stiftung „Kirche für Sulingen“ auf eine Zeitreise mit

Sulingen verdankt Namen nicht dem Fluss

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Eine Fülle von Fakten und Theorien hatte Prof. Dr. Bernd Ulrich Hucker zu bieten.

Sulingen - „Es wird ein spannender Abend“, versprach Dr. Dietrich Beverborg vom Kuratorium der Stiftung „Kirche für Sulingen“: Der Stiftungsabend, zu dem seit 2008 stets im Oktober eingeladen wird, bot am Freitag den Gästen der ausverkauften Veranstaltung im Landhaus Nordloh eine Zeitreise in die Stadt- und Kirchengeschichte Sulingens.

Als versierten „Reiseleiter“ hatte die Stiftung den Historiker Professor Doktor Bernd Ulrich Hucker gewinnen können. Musikalisch stimmten Petra Schlegel und Silke Runge als Gesangsduett, begleitet von Jens-Schlegel-Steenhoff an der Gitarre, auf den Abend ein. Mit ausgewählten Liedern, „die uns Spaß machen“, so Petra Schlegel. Dazu zählten etwa „Jamaica Farewell“ von Harry Belafonte und „Memory“ aus dem Musical Cats.

Im ersten Teil seines Vortrags setzte Bernd Ulrich Hucker in der Zeit des Frankenkönigs und späteren Kaisers Karl der Große im achten und frühen neunten Jahrhundert an – denn mit dessen Unterwerfungskrieg gegen die paganen Sachsen sei auch der Einzug des Christentums in Sulingen eng verbunden. Als „älteste Urkunde“ der Stadt bezeichnete Hucker deren Namen, und der gehe nicht auf den Fluss Sule zurück. „Die Ortsnamenforschung erklärt: ‚Dorf bei feuchtem Boden beziehungsweise Wasserlöchern, in denen sich Tiere suhlen‘. Die Spottbezeichnung der Sulinger als ‚Piedelpoggen‘ und ‚Ützen‘ verweist ebenfalls noch auf den wasserlöchrigen Ursprung.“ Keimzelle der Siedlung, aber auch der Kirche, sei der Fron- und Oberhof Sulingen, curtis Sulegon, gewesen. „Seine Bedeutung geht schon daraus hervor, dass er bereit 1029 bezeugt ist, die Kirche über Jahrhunderte gar nicht, erst 1319 indirekt durch die Erwähnung das Archidiakonats.“ Der Schutzpatron der heutigen Sankt Nicolai Kirche habe im Laufe der Jahrhunderte gewechselt. Der Sulinger Verleger Erich Plenge habe die Theorie entwickelt, dass der Erzengel Michael der erste war, unter anderem, weil er an einer Stelle des Gottesshauses zuerst abgebildet ist, „und ich denke, er hatte damit recht.“

Mit Kürbiscremesuppe, Wildschweingulasch und Schweinegeschnetzeltem hatten sich die Gäste für den zweiten Teil von Huckers Referat gestärkt, in dem er davon erzählte, wie die evangelische Lehre in Sulingen Einzug hielt. Vanille-Eis mit Brombeeren und Zimtsabayon leitete dann zum gemütlichen Ausklang des Stiftungsabends über.

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