Hilfstransport nach Litauen: Friedhelm Hartkamp und Mitstreiter bringen Schlepper und Zubehör nach Sakiai

Ein dickes Osterpräsent für das Kinderheim

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Ankunft in Sakiai: Die Kinder und Jugendlichen nehmen den Deutz D 30 06 in Empfang.

Sulingen - Die Füße hochlegen, ein Osterfeuer besuchen? Nein, der Groß Lessener Friedhelm Hartkamp, sein Sohn Julian Hartkamp, dessen Kumpel Jörn Breuer und Mitstreiter Clemens Drewes verbrachten das Wochenende größtenteils „Auf Achse“: Den 20. Hilfstransport nach Litauen hat Friedhelm Hartkamp „außer der Reihe“ organisiert, um ein besonders dickes Osterpräsent zum Kinderheim der evangelischen Kirchengemeinde Sakiai zu bringen – einen Schlepper Deutz D 30 06 mit Zubehör.

In der Nacht zu Donnerstag nahm das Quartett die rund 1350 Kilometer lange Fahrt, mit einer Übernachtung in Polen, in Angriff. Auf einem Anhänger der 30 PS starke Traktor, zu dem ein Grubber, ein Zweischarpflug und ein Mulcher gehören. Was fängt man in einem Kinderheim damit an? „Zum Heim gehört ein drei Hektar umfassendes Grundstück, und ich habe dem Team empfohlen, einen großen Gemüsegarten zur Selbstversorgung anzulegen. In Litauen bekommt eine Fachkraft im Durchschnitt 300 Euro Monatslohn, und das bei Preisen im Supermarkt und für Sprit, die teilweise auf unserem Niveau liegen. Da baut jeder im Garten etwas an“, erläutert Hartkamp. „Am Säen und Ernten sollen die Kinder beteiligt sein. Über 50 leben in dem Heim, teilweise vom ersten bis zum 18. Lebensjahr. Es kann ihnen auf dem weiteren Lebensweg nützlich sein, ein bisschen Erfahrung mit Landwirtschaft zu haben.“

Pfarrer Virginijus Kelertas von der Kirchengemeinde Sakiai fragte Friedhelm Hartkamp, ob er vielleicht einen Schlepper mit Mulcher besorgen könnte. Und der Groß Lessener wurde fündig, konnte dank Spenden den Deutz aus dem Jahr 1977 kaufen – äußerlich arg ramponiert, aber mit relativ wenig Betriebsstunden „auf der Uhr“. Das Alter sieht man ihm nicht mehr an. Die Azubis in der Ausbildungswerkstatt der „ExxonMobil“ in Voigtei stellten sich im Rahmen eines Projektes in den Dienst der guten Sache, nahmen den Traktor förmlich auseinander: „Ausbeulen, Lackieren, neue Elektronikteile und so weiter“, zählt Hartkamp auf. „Die haben ein richtiges Schätzchen daraus gemacht.“

Freitagnachmittag erreichte das „Schätzchen“ seinen Bestimmungsort. Am Sonntag trat das Quartett die Rückreise an, legte nach einer Übernachtung in einem Kloster bei Warschau, in dem Friedhelm Hartkamp und seine Unterstützer regelmäßig zu Gast sind, am Ostermontag den Endspurt ein: „Wir sind gerade in Höhe Braunschweig“, meldete der Groß Lessener am Montagnachmittag, „alles hat gut geklappt. Die Kinder und Jugendlichen und ihre Betreuer haben sich wirklich sehr gefreut. Wir haben noch eine kurze Einweisung mit den Schlepper gegeben, die haben aber auch einen Fachmann vor Ort, der ihnen alle Funktionen erklären kann.“

Den nächsten Hilfstransport nach Litauen plant Friedhelm Hartkamp für Anfang Juni.

ab

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