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Hilfe für Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen gesucht

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Von: Harald Bartels

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Eine wichtige Rolle spielen die ehrenamtlichen Helfer in der Hospizarbeit.
Eine wichtige Rolle spielen die ehrenamtlichen Helfer in der Hospizarbeit. © Hospiz Zugvogel

Sulingen – Das vorrangige Ziel wurde erreicht: Auch im Jahr 2022 konnte das stationäre Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen seinen Bewohnern würdevolle Abschiede aus dem Leben ermöglichen.

Ebenfalls erreicht wurde das betriebswirtschaftliche Ziel, denn die Einrichtung muss einen bestimmten Anteil ihrer jährlichen Betriebskosten selbst aufbringen durch das Einsammeln von Spenden – um rund 50 000 Euro geht es jedes Jahr, wie das Hospiz auf seiner Internetseite schreibt. Das sei jedoch nicht einfach, räumt Einrichtungsleiter Didjwar Kuri ein: „Es ist immer wieder ein Kampf, neue Spender zu finden.“ Ohne die finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung sei eine fruchtbare Arbeit nicht möglich, und gerade jetzt, in der akut schwierigen Phase der noch nicht beendeten Corona-Pandemie, helfe sie doppelt, und sie komme direkt vor Ort bei den Adressaten an.

Damit ist das Hospiz in Sulingen allerdings nicht alleine. „Unsere Kosten werden immer nur zum Teil von den Krankenkassen aufgefangen“, schreibt Ulrich Kreutzberg, Vorsitzender des Hospiz- und Palliativverbands Niedersachsen (HPVN), in einem Rundbrief an die niedersächsischen Hospize. „Und das ist gut so. Die Menschen müssen wissen, dass das Sterben mitten in unsere Gesellschaft gehört. Und dass wir auf ihre Hilfe angewiesen sind“, schreibt er weiter. Eine komplette Kostenübernahme wäre nicht förderlich, weil sonst nach dem Motto verfahren würde: „Schublade gefunden, Problem gelöst.“ Ohne Spenden läge das jährliche Minus pro stationärem Hospiz in Niedersachsen bei 125 000 Euro, beziffert Kreutzberg den Bedarf.

Zwar ist die Finanzierungslücke beim „Zugvogel“ deutlich kleiner als dieser Durchschnittswert, aber dennoch gilt: „Fast alles, was für Menschen auf ihrem letzten Weg wünschenswert ist, erfordert eine ausreichende finanzielle Ausstattung, die aber nicht immer gegeben ist“, erläutert Kuri. Zudem gebe es gerade für die Begleitung trauernder Menschen nur sehr wenige Fördermöglichkeiten, aber „sie ist momentan wichtiger denn je, um die durch die Corona-Bedingungen erschwerten Trauersituationen auffangen zu können.“

Mit dem Aufruf verfolge er jedoch noch ein weiteres Ziel: „Ich möchte das Thema Sterben nach außen tragen.“ Hospize würden oft missverstanden: Dorthin kämen zwar Menschen mit einer nicht mehr heilbaren Krankheit. Das bedeute allerdings nicht, dass der Tod unmittelbar bevorsteht. „Unser Job ist es, dafür zu sorgen, dass die Bewohner und Gäste so lange wie möglich eine bestmögliche Lebensqualität haben“, erklärt Kuri.

Dabei nehmen neben den professionellen Pflegekräften und weiteren Mitarbeitern insbesondere die ehrenamtlichen Helfer des Hospizes eine wichtige Rolle ein. „Ob beim Kochen, beim Spaziergang mit Bewohnern, bei der Sterbebegleitung, bei der Betreuung oder auch anderen Beschäftigungen mit den Bewohnern und Gästen – das ehrenamtliche Engagement ist in der Hospizarbeit unverzichtbar“, betont der Leiter. Mit aktuell 19 Ehrenamtlern sei man leider stark unterbesetzt, sodass nicht allen Tätigkeiten täglich über ehrenamtlichen Helfern nachgegangen werden könne. „Wir sind auf weitere ehrenamtliche Helfer angewiesen und würden uns freuen, wenn unser Team weiter wächst und wir auf diesem Wege weitere Mitstreiter gewinnen können“, sagt Kuri. Zudem beschränke sich der ehrenamtliche Einsatz nicht nur auf den direkten Kontakt mit Bewohnern oder Trauernden, auch andere Bereiche der ehrenamtlichen Tätigkeit seien möglich, wie zum Beispiel in der Öffentlichkeitsarbeit üb die Homepage, soziale Medien und Informationsveranstaltungen oder bei handwerklichen Tätigkeiten im Hospiz, am Empfang oder im Garten. Feste Zeiträume gebe es nicht: „Die einen sind nur für eine Stunde da, andere wiederum für fünf Stunden. Das kann sich jeder so einteilen, wie es ihn am besten passt“, führt Kuri aus.

Wer Näheres erfahren möchte über die Unterstützung als Spender oder Ehrenamtlicher, findet entsprechende Informationen auf der Internetseite der Einrichtung. Gerne beantworte er Fragen auch telefonisch (Tel. 04271 / 9 55 33 50), so Kuri.

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