1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Sulingen

Hilfe bei der Integration startet in Sulingen

Erstellt:

Von: Harald Bartels

Kommentare

Eine Gruppe von Menschen steht in einem Kursraum.
Vor dem Start des Sprachkurses (von links): Marcus Thannhäuser, Henning Löhmann und Heiko Richter vom Lions Club Sulinger Land, Astrid Ellmers (Stadt Sulingen), Karl-Heinz Jantzon (Wichtelgarten und Lions Club Grafschaft Diepholz), Dozent Jens Heißmeyer, Schulleiterin Angelika Koch, Heike Schlaak („Delsul“), Heinrich Gödke (Lions Club Grafschaft Diepholz) und Bürgermeister Patrick Bade. © Bartels

Zwei Lions Clubs und der Verein Wichtelgarten ermöglichen Sprachkurse für ukrainische Geflüchtete in Sulingen.

Sulingen / Diepholz – Seit dem 23. Mai drücken in Sulingen 24 Geflüchtete aus der Ukraine die Schulbank: Sie besuchen zwei von den Lions Clubs Grafschaft Diepholz und Sulinger Land sowie dem Verein Wichtelgarten aus Sulingen finanzierte Sprachkurse „Deutsch als Fremdsprache“.

Kurz vor Kursbeginn trafen sich am Montag Vertreter der drei „Sponsoren“ im Kursraum. „Wir haben uns sehr damit beschäftigt, wie wir helfen können“, erklärte Heinrich Gödke, amtierender Präsident des Lions Clubs Grafschaft Diepholz. Das sei nicht einfach, weil es im Einzugsbereich seines Clubs zwischen Lemförde und Sulingen ganz unterschiedliche Bedarfe gebe. Deswegen habe man sich entschieden, in den Kommunen Sprachkurse zu finanzieren, „und wir hoffen, dass das Geld gut angelegt ist.“ Einen Dank richtete er an die Sulinger Stadtverwaltung, allen voran Astrid Ellmers, für die gute Zusammenarbeit. Er wolle nicht verraten, bei welcher Kommune er ganz andere Erfahrungen gemacht habe, aber „die Beweglichkeit bei der Hilfe muss größer werden.“

7 000 Euro decken die Finanzierung zweier Kurse

Einen Dank an Initiator Karl-Heinz Jantzon richtete Heiko Richter, Präsident des Lions Clubs Sulinger Land. Im Club sei der klare Tenor gewesen, dass auch vor Ort geholfen werden solle: „Da kam die Idee sehr passen, und wir schließen uns gerne mit der gleichen Summe an.“ Dass beide Clubs das gemeinsam unterstützten, gebe dem noch „eine ganz andere Note.“

Den Dank gab Karl-Heinz Jantzon weiter an Astrid Ellmers, die ihn mit den nötigen Kontakten unterstützt habe, schon bei der „Eiersuche“ zu Ostern (wir berichteten). „Das war ein tolles Fest“, und daraus sei die Idee der Sprachkurse entstanden. Der Lions Club Grafschaft Diepholz habe den ursprünglich geplanten Betrag auf 2 000 Euro aufgestockt, die Sulinger Lions wollten den gleichen Betrag beisteuern, und vom Wichtelgarten kämen weitere 3 000 Euro.

Sprachkenntnisse wichtig für Integration

„Der Vorteil ist, dass wir uns alle kennen in Sulingen“, lachte Astrid Ellmers, „die Idee muss da sein, dann klappt das auch.“ Beteiligt sei auch Heike Schlaak vom Café und Bistro „Delsul“, die gleich den Versammlungsraum zur Verfügung gestellt habe.

„Sprachkenntnisse sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration, hob Sulingens Bürgermeister Patrick Bade hervor, der sich über die rasche Umsetzung des Projekts freute.

Zwei Kurse mit je zwölf Teilnehmern

Die gemeinsame Spende ermöglicht nun zwei Sprachkurse mit jeweils 60 Stunden für je zwölf Teilnehmer. Den Unterricht leistet die Sprachschule „Welt der Sprachen“. Mit den 60 Unterrichtsstunden werde das Basisniveau erreicht, so Inhaberin und Dozentin Angelika Koch. „Wir legen den Schwerpunkt auf das freie Sprechen, damit sich ein Sprachgefühl entwickelt, die Grammatik kommt später.“

An diesen beiden Kursen nehmen Geflüchtete im Alter von 19 bis 60 Jahren teil, und er richtet sich, anders als der bereits im April angelaufene Kurs der Volkshochschule in Sulingen, ausschließlich an in dem Mittelzentrum lebende Menschen. Der Bedarf sei aber groß, und sie erhalte Anfragen aus dem ganzen Sulinger Land, berichtet Astrid Ellmers.

Insgesamt sind derzeit in Sulingen rund 120 Geflüchtete aus der Ukraine untergekommen. „Kinderbetreuung, Sprache und Arbeit sind die vorrangigen Wünsche der Menschen“, weiß Astrid Ellmers. Daher gebe es parallel zu den Kursen eine Kinderbetreuung, die von der evangelisch-lutherische Kindertagesstätte „Regenbogen“ übernommen werde. Der dortige Spielkreis mit Anschluss an die Kindertagesstätte werde von zwei vor den russischen Angriffen geflüchteten Erzieherinnen geleitet, und 15 Kinder würden dort betreut.

Auch interessant

Kommentare