Hildegard Lüning feiert heute in Sulingen ihren 103. Geburtstag

Ihr Engagement ist preisgekrönt

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Hildegard Lüning mit ihrem Enkel Torben Lüning.

Sulingen - Die Arbeiten an den Produktionsräumen der Rittergutsbrennerei Lüning im Zentrum der Stadt schreiten voran; unter Interesse der Öffentlichkeit. Mit Richtfest feierte im November vergangenen Jahres Hildegard Lüning, die 1938 in die Eigentümerfamilie eingeheiratet hatte und von 1940 bis 1945 die Geschicke von Rittergut und Brennerei lenkte. Heute feiert die gebürtige Bremerhavenerin in Sulingen im engsten Familienkreis ihren 103. Geburtstag.

Hildegard Lüning genießt im Mittelzentrum nicht nur für ihr Engagement um das Rittergut Anerkennung. 1963 gehörte sie zu den Mitbegründern der Kinder- und Altenheime Sulingen, die sie 30 Jahre lang im Vorstand des Trägervereins und in der Geschäftsführung verdienstvoll leitete. Die Landeskirche Hannover würdigte das Wirken der heute 103-Jährigen durch die Verleihung des „Kronenkreuzes“, die Stadt Sulingen 1985 mit der Verdienstmedaille.

Geboren wurde Hildegard Lüning 1912 als erstes von vier Kindern des Architekten Ernst Maassen und dessen Ehefrau Anni. 1930 absolvierte sie in Bremerhaven das Abitur. 1931 besuchte sie die Landfrauenschule in Hannoversch-Münden, wo sie Elisabeth Lüning, die jüngere Schwester ihres späteren Ehemanns Rolf, kennen lernte. 1932 nahm sie das Studium der Volkswirtschaft auf, für Frauen in den 30-Ern noch ein Novum. 1938 legte sie in Hamburg das Examen ab.

Während des Studiums war sie häufiger zu Besuch bei Elisabeth Lüning und intensivierte die Kontakte zu deren Bruder Rolf, den sie 1938 heiratete. 1939 wurde mit Rudolph Lüning der erste Sohn des Paares geboren. Mit Eckart, Christoph und Tochter Ulrike sollten drei weitere Kinder folgen.

1939 wird Rolf Lüning eingezogen. Ein Jahr später dessen Vater, der bisher Rittergut und Brennerei führte. Eine Aufgabe, der sich nun die Volkswirtin mit kaufmännischem Verstand und Geschick stellte. 1945/ 1946 nahm sie eine britische Heeresbäckerei auf dem Hof auf. Das Wohnhaus wurde kulturelles Zentrum der britischen Offiziere.

Als Rolf Lüning aus dem Krieg zurückkehrte, begann für das Paar die Zeit des Wiederaufbaus des Hofes, den die Eheleute 1960 an Sohn Eckart übergaben. Rudolph Lüning nahm im selben Jahr in Marburg sein Studium der Volkswirtschaft auf. Drei Jahre später begann Hildegard Lüning ihr Engagement für den Verein Kinder- und Altenheime.

1994 starb Ehemann Rolf. Sie selbst erlitt zwei Jahre später einen leichten Schlaganfall und unterzog sich anschließend einer Herzoperation. 2007 starb Sohn Eckart an einem Gehirntumor. Rudolf Lüning übernahm Gut und Brennerei und übertrug die Führung seinem Neffen Torben Lüning, der sich auch heute noch täglich um Großmutter Hildegard Lüning kümmert. Heute lebt die 103-Jährige im Altenteilerhaus gegenüber des Ritterguts, das 1974 nach ihren Vorstellungen erbaut wurde.

oti

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