Winfried und Karin Beger aus Sulingen züchten Sittiche

Ein Herz für Krummschnäbel

Sittiche in großer Farbvielfalt halten und züchten Karin und Winfried Beger in den Volieren im großen Gartenhaus. Foto: Behling

Sulingen – Langhaardackeldame Uschi holt sich im Haus ihre Schmuseeinheiten von Karin und Winfried Beger. So viel Nähe vom Sulinger Ehepaar möchten die gefiederten Schützlinge in den Volieren im großformatigen Gartenhaus eher nicht: Dutzende Sittiche in unterschiedlichsten Farbschlägen haben hier ihr Zuhause. „Mein Mann ist ein Krummschnabel“, stellt Karin Beger schmunzelnd fest. Das war nicht immer so, begonnen hat er die Vogelzucht mit Kanarienvögeln, „zwischendurch hatte ich noch ein paar Zebrafinken.“

Als die ersten Wellensittiche kamen, stellte sich schnell heraus, dass deren Geräuschkulisse für die Kanarien zu laut ist. Winfried Beger musste sich entscheiden – die Sittiche haben gewonnen. In Spitzenzeiten tummelten sich in den offenen Volieren „bestimmt 350 Sittiche“, schätzt Karin Beger. Und die Nachbarn? „Die waren sauer. Als wir das Vogelhaus gebaut haben, und sie die Vögel nicht mehr hören konnten...“

1969 wurde Winfried Beger Mitglied der Vogelfreunde Sulingen und Umgebung, wenige Jahre darauf auch seine Frau, „ich hatte ohnehin schon vieles gemacht im Verein. Und für Ehepaare ist der Beitrag billiger“, scherzt sie. Tatsächlich hatte sie ihr Mann mit seiner Passion „angesteckt“, beide engagierten sich auch über viele Jahre im Vorstand, waren auch in überregionalen Verbänden aktiv.

Es ist vor allem die Zucht, das kontinuierliche Steuern des äußeren Erscheinungsbildes durch gezielte Vererbung, die Winfried Beger fasziniert. Er erklärt das am Beispiel eines Prachtrosellas, der zu den Plattschweifsittichen gehört: „Ich habe mir für diesen Vogel ein Idealbild vorgestellt und aus drei oder vier verschiedenen Zuchten aus der Region Tiere besorgt, dann immer einen ganz speziellen Hahn – zum Beispiel mit tollem Gefieder – mit einer ganz speziellen Henne – mit tollen Farben – verpaart.“ Über Generationen schaffte er es in fünf Jahren unter anderem, dass die Vögel eine wirklich kreisrunde rote Fläche auf der Brust auf gelbem Grund hatten. „Einen Hahn habe ich in Offenburg 1989 bei der Bundesschau ausgestellt. Bei 500 Großsittichen waren alle acht Preisrichter der Meinung, dass mein Vogel der beste sei – Bundessieg.“

Nicht nur als Züchter, auch als Zuchtrichter seines Verbandes, der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ), verbringt Winfried Beger viel Zeit bei Vogelschauen. Etwa zwei Jahre dauert die Ausbildung, bei der man unter anderem auch mehrere Zuchtrichter zu ihren Einsätzen begleitet. Beger ist sogar qualifiziert, international Vögel zu beurteilen, war beispielsweise schon in Großbritannien, Frankreich und der Schweiz unterwegs.

Empfehlen könne er sein Hobby, das gar nicht kostspielig sein müsse, im Grunde jedem Jugendlichen, der durch seine Eltern in der Lage ist, eine kleine Voliere im Garten zu bauen. Denn in einen kleinen Käfig gehöre eigentlich kein Vogel. „Wenn jemand Spaß an dem Hobby haben will, lässt er den Vogel nicht nur einmal am Tag fliegen, dann möchte er vielleicht auch züchten. Da ist so eine Voliere schon unabdingbar.“ Der 71-Jährige überlegt, ergänzt: „In einer Zeit, in der man vor allem an Computerspielen sitzt, ist dieses Hobby mit dem Lebewesen Vogel allemal zu empfehlen.“

Vogelschau am 19. und 20. Oktober

Für die Vogelschau des Vereins Vogelfreunde Sulingen und Umgebung am Samstag, 19. Oktober, von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag, 20. Oktober, von 10 bis 17 Uhr, stellt erneut Ralf Habighorst die Räumlichkeiten des Autohauses Habighorst an der Bassumer Straße zur Verfügung. „Neben der Wertungsschau, in der man Wellensittiche, Kanarienvögel, Papageien, Finken, Exoten und Agaponiden bewundern kann, gibt es erneut eine Rahmenschau, in der zu sehen ist, wie wunderschön die Gestaltung eines Käfigs mit heimischen Grünpflanzen aus Wald und Moor aussehen kann“, kündigt Sabine Kammacher für den Verein an. „Die Bewertung der Rahmenschau übernehmen in diesem Jahr Mitglieder des Kaninchenzuchtvereins.“ Die Besucher dürfen sich auf eine reichhaltige Auswahl an selbstgebackenem Kuchen freuen, verspricht Sabine Kammacher. „Bei unserer Tombola gibt es viele Preise zu gewinnen, gestiftet von Geschäftsleuten aus der Region. Die Züchter gestalten eine Vogelbörse, bei man verschiedene Vögel erwerben kann – gerne geben die Vereinsmitglieder neuen Vogelbesitzern beziehungsweise -züchtern Tipps.“

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