Manipulationsversuche vor Baumpflegearbeiten

Heimliche „Rindenwäscher“ in Sulingen aktiv

Ein für Pflegearbeiten markierter Baum.
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Die zu fällenden oder zu pflegenden Bäume sind mit entsprechenden Farbmarkierungen versehen.

Sulingen – Wer sich aufmerksam durch Sulingen bewegt, entdeckt an manchen Bäumen pinkfarbene Markierungen in unterschiedlicher Form. Sie dienen als Hinweise für Fachfirmen, die von der Stadt mit der Baumpflege beauftragt sind. Offenbar sind diese Kennzeichnungen manchen Mitmenschen ein Dorn im Auge.

Inzwischen sei es schon des Öfteren vorgekommen, dass die Markierungen im Sulinger Stadtgebiet abgewaschen wurden, berichtet Christoph Nitsche, Leiter des Teams Bautechnik der Sulinger Stadtverwaltung. In der vorigen Baumfällsaison sei das nur vereinzelt geschehen, in der laufenden sei es vermehrt aufgefallen, vor allem im Bereich des Bürgerparks: „In Einzelfällen mussten wir die Markierung bis zu drei Mal nachzeichnen. Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute wissen, was sie damit anrichten“, sagt Nitsche.

Es gehe daraum, Verkehrssicherheit zu gewährleisten – und dies nicht ausschließlich durch das Fällen von Bäumen. Drei Arten von Markierungen gebe es: Ein waagerechter Strich kennzeichne Bäume, die gefällt werden sollen, beispielsweise, weil sie von der auch für Menschen gesundheitsschädlichen Rußrindenkrankheit befallen sind (wir berichteten). Ein senkrechter Strich markiere Bäume, bei denen das sogenannte Lichtraumprofil beschnitten werden soll, vor allem, wenn Äste weit in den Straßenraum hineinragen. Ein Punkt zeige an, dass hier Totholz entfernt werden muss: „Das ist wirklich gefährlich, weil es völlig unvermittelt herabfallen und Menschen verletzen kann.“

Ein waagerechter Strich kennzeichnet Bäume, die gefällt werden sollen.

Einen Sinn kann Christoph Nitsche im Abwaschen nicht erkennen: „Das ist falsch verstandene Baumliebe.“ Zudem bringe es nichts, denn der von der Stadt beauftragte Baumkontrolleur und die Mitarbeiter der Verwaltung wüssten, welche Bäume markiert sind und vor Pflegearbeiten werde ohnehin noch einmal kontrolliert, ob die Markierungen vorhanden sind. „Für uns ist das nur zusätzlicher Arbeitsaufwand, der den Baum nicht schützt. Es kostet nur Geld, was dann an anderer Stelle nicht zur Verfügung steht.“

Darüber erfülle das Abwaschen der Markierungen einen Straftatbestand: „Wer erwischt wird, erhält eine Anzeige.“ Das gelte ebenso für den entgegengesetzten Fall: „Es gibt auch Menschen, die gesunde Bäume markieren, weil sie sie als störend empfinden.“ Wenn es dann zu einer unnötigen Fällung komme, sei das eine Sachbeschädigung, die ebenfalls zur Anzeige gebracht werde.

Die Arbeiten an den markierten Bäumen beginnen laut Christoph Nitsche voraussichtlich in der kommenden Woche und sollen bis Ende Februar abgeschlossen sein.

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