Heimatverein stellt „Der große Brand in Sulingen“ von Heinrich Schlüterbusch vor

Katastrophe wird greifbar

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Präsentieren den Roman von Heinrich Schlüterbusch: Jürgen Brümmer, Hajo Wieting, Brigitte Wünneker, Jürgen Schlüterbusch und Anja Schauer mit einem Foto des verstorbenen Autors und Johannes Pätzold (von links).

Sulingen - „Der große Brand in Sulingen im Jahre 1719“ heißt das Werk, das der Heimatverein Sulingen am Dienstag in der Regionaldirektion Sulingen der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz vorstellte. Kein trockenes Sachbuch – in Romanform erzählt Heinrich Schlüterbusch von der wohl größten Katastrophe in der Geschichte der Sulestadt. Der Autor erlebt die Veröffentlichung leider nicht mehr mit: Schlüterbusch starb im März 2015 im Alter von 74 Jahren.

Die Sparkasse und der Heimatverein würden seit dessen Gründung 1983 nicht nur die „Liebe zur Region“ teilen, regelmäßig unterstütze die Bank finanziell, „was sie sich Schönes ausgedacht haben“, begrüßte stellvertretender Regionaldirektor Jürgen Brümmer Vereinsmitglieder und Gäste. In diesem Fall stellte die Sparkasse Mittel für den Druck des Romans zur Verfügung. Sein Vorabexemplar habe er am Wochenende schon halb gelesen: „Es ist wirklich etwas Besonderes, was ihr Bruder geschaffen hat“, versicherte Brümmer Jürgen Schlüterbusch. „Nun hatten wir tragischerweise in der Nacht zu Sonntag den großen Brand im Sportpark – den habe ich mit den Eindrücken aus dem Roman ganz anders wahrgenommen.“ Brümmers Anerkennung galt auch Johannes Pätzold, der den Roman mit einer Reihe von Zeichnungen illustriert hat.

Brigitte Wünneker, Vorsitzende des Heimatvereins Sulingen, bedankte sich bei der Kreissparkasse für die Unterstützung. Heinrich Schlüterbusch sei zeitlebens ein „überzeugter Sulinger“, gewesen, „seiner Stadt sehr verbunden und in vielen Vereinen aktiv – auch im Heimatverein war er von Anfang an dabei.“ 2010 sei er an den Vorstand herangetreten mit der Bitte, sich ein Manuskript anzusehen. „Wir haben schnell die Möglichkeiten erkannt, die der Roman bietet: Er verbindet Fakten mit einer fiktiven Geschichte, die die furchtbare Katastrophe greifbar macht. So kann man sich vorstellen, dass es damals Gefahr für Leib und Leben bedeutet hat, mit einem Eimer Wasser auf einer Leiter zu stehen, um die Flammen zu löschen. Und dass es überhaupt nichts gebracht hat...“ Die Stadt wurde damals fast völlig zerstört. Das Feuer ist gut dokumentiert, insbesondere in den Chroniken des Verlegers Erich Plenge, die Heinrich Schlüterbusch als Quelle nutzte, stellte Stadtarchivar Hajo Wieting fest. Die Brandursache sei allerdings unklar, manche sagen, es sei die Glut aus einer ausgeklopften Pfeife gewesen, so Wieting. Schlüterbusch lässt eine Unachtsamkeit der jungen Magd Jette, Hauptfigur in seinem Roman, die Katastrophe auslösen. „Sie ist es dann aber auch, die die große Glocke läutet und die Bevölkerung warnt“, verriet Brigitte Wünneker. Auch sie dankte Johannes Pätzold, ebenso Anja Schauer. Die Lebensgefährtin von Heinrich Schlüterbusch half ihm, las unter anderem Korrektur, erfasste den Text am PC, den er grundsätzlich per Hand schrieb: „Besonders wichtig waren ihm die historischen Fakten, das Schreiben hat ihm großen Spaß gemacht.“

Der Roman ist ab Donnerstag in der Kreissparkasse, in der Druckerei Plenge, bei Buchbinder Meyer und im Kaufhaus Ranck in Sulingen zum Preis von 13,90 Euro erhältlich.

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