Kommunikation in der Stille

Heilerziehungspflege-Fachschüler in Sulingen erlernen Gebärdensprache-Grundlagen

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Schülerinnen der Fachschule Heilerziehungspflege des Berufsbildungszentrums während des Gebärden-Workshops. 

Sulingen - Die Heilerziehungspflege-Fachschüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) Dr. Jürgen Ulderup am Schulstandort Sulingen absolvierten jetzt einen Grundlagenkursus „Deutsche Gebärdensprache“ unter Leitung von Sandra Ahlers, teilt BBZ-Verwaltungsleiter Ulrich Woydt mit: „Gebärdensprache ist eine visuelle Sprache, die unter dem Einsatz der Hände, der Mimik und des Mundbildes, indem die Worte lautlos mitgesprochen werden, zu einem wichtigen Ausdrucksmittel in der Begleitung von nicht sprechenden, sprachbeeinträchtigten und gehörlosen Menschen im Alltag wird.“

Kommunikation stelle nicht nur ein menschliches Grundbedürfnis dar, sondern bilde auch einen wesentlichen Bestandteil der kognitiven Entwicklung, der Wissensaneignung und des Verstehens der Welt. Woydt: „Durch Kommunikation gestalten wir soziale Beziehungen, indem wir fragen, Wünsche ausdrücken und auf uns aufmerksam machen. Über die Erfahrung, dass Wünsche und Bedürfnisse von beeinträchtigten Menschen verstanden und ernstgenommen werden, entstehen Vertrauen und Sicherheit in der heilerziehungspflegerischen Arbeit.“

Durch gezielte Anleitung und vielfältige Übungen hätten sich die Schüler aktiv ein grundlegendes Gebärden-Repertoire angeeignet. Entscheidend seien eine deutliche Kontaktaufnahme, in der die Gesprächspartner sich einander zuwenden und Blickkontakt aufnehmen, das Fingeralphabet, ein akzentuierter Bewegungsablauf mit dem simultan lautlos gesprochenen Wort und ein passender Gesichtsausdruck vervollständige die Gebärdenaussage. 

„Schon nach kurzer Zeit waren die Schüler in der Lage, neue Kommunikationserfahrungen in einer ungewohnten Stille zu sammeln“, berichtet Ulrich Woydt. „Ziel war es, den künftigen Heilerziehungspflegerinnen und -pflegern einen Einblick in die Grundlagen der deutschen Gebärdensprache zu gewähren. Das Vorstellen und Erfragen des Namens, das Erfragen von Befindlichkeiten und Interessen, Nahrungsmitteln, Freizeitaktivitäten, Verkehrsmitteln, Farben, Zahlen und Gegensätzen bildeten die Inhalte der Auseinandersetzung. In der Gebärdensprache sprechen beide Kommunikationspartner die ,gleiche Sprache‘ und sind in besonderem Maße aufeinander fokussiert – eine Interaktion, die Teilhabe ermöglicht.“

Die Teilnehmenden seien sich anschließend darin einig gewesen, nicht nur eine interessante Erfahrung gemacht, sondern auch eine wesentliche Handlungskompetenz für ihren zukünftigen Beruf erworben zu haben.

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