41 Kinder und Jugendliche beim Jungzüchterwettbewerb in Sulingen

Harmonie mit Rind ist A und O

Ganz genau schaut sich Preisrichter Erik Büscherhoff an, wie die Rinder präsentiert werden. Foto: Behling

Sulingen – Je jünger das Rind, desto mehr möchte es seine eigenen Vorstellungen verwirklichen, wohin und wann es sich in Bewegung setzt – diesen Eindruck konnten jedenfalls die Zuschauer beim Vorführwettbewerb gewinnen, Teil des Jungzüchterwettbewerbs am Sonntag auf dem Gelände der Viehauktionshalle der „Masterrind“ in Sulingen. Auf mehr oder weniger sanftes Ziehen am Strick mussten die meisten Kinder in der Altersklasse vier bis neun Jahre zurückgreifen, um die Kälbchen zu dirigieren. Vor allem die Harmonie, das Zusammenspiel zwischen dem Tier und dem Jungzüchter ist gefragt.

Hat das sechs Wochen junge Kalb Peterluma denn brav mitgespielt? „Jaaa“, sagt Frieda (5). Ihr Vater, Kim Stave, grinst, kommentiert das aber nicht. Auf die Vorbereitungen angesprochen, stellt Frieda trocken fest: „Ich hab’ geübt, und so hab’ ich gewonnen.“ Dabei hat ihr zuhause auf dem Betrieb der Familie Stave in Stöckse vor allem Mama Svenja geholfen. Den Aufwand nehme sie gerne in Kauf, „weil es Spaß macht und die Kinder Freude daran haben. Und es ist großartig, wenn man dann so belohnt wird, wie heute.“ Auch die Azubis des Betriebes treten in Sulingen an, „die haben Spaß daran, sich darauf vorzubereiten“, versichert Kim Stave. Ungewöhnlich: Die Familien von zwei der drei Auszubildenden des Betriebes haben keinen landwirtschaftlichen Hintergrund.

Mathilde Schulze (15) wurde in der Klasse der Zehn- bis 15-Jährigen als Siegerin gekürt, „und meine Schwester Luisa ist Reservesiegerin geworden.“ Ihre Eltern haben zwar einen Hof in Drebber – halten allerdings Pferde. „Mein Vater ist Kuhfotograf, arbeitet deutschlandweit bei Schauen“, erklärt Mathilde, wie sie darauf kam, sich mit Rindern zu beschäftigen. 2013 hat sie bei den ersten Wettbewerben mitgemacht. Die Rinder „leihen“ sich sie und ihre Schwester vom Hof Engelke in Brebber, „wir trainieren dann bei uns mit ihnen.“ Aber irgendwie ist die fünfjährige „Edlihtam“ anteilig auch Mathildes Kuh, darum hat sie sie auch auf ihren eigenen Namen getauft, nur rückwärts. Sie hat ihr ein paar Kommandos beigebracht, „damit sie stehen bleibt, weiß, wie sie sich hinstellen soll.“

Insgesamt 41 Kinder und Jugendliche in drei Altersklassen (bis 24 Jahre) beteiligten sich am Sonntag am Jungzüchterwettbewerb, den die Arbeitsgemeinschaft Rinderschau Mittelweser, in der mehrere Rinderzucht- und Besamungsvereine aus der Region und darüber hinaus organisiert sind, gemeinsam mit dem Jungzüchterclub Sulinger Land und der Genossenschaft „Masterrind“ alle zwei Jahre ausrichtet. Neben dem Vorführ- gibt es auch einen Tierbeurteilungswettbewerb – für die Jugendlichen. Eine Hüpfburg und ein Zelt mit Imbissstand, nicht zuletzt ideales Wetter sorgten für angenehme Rahmenbedingungen für Teilnehmer und Zuschauer. „Es sind drei Teilnehmer mehr, als vor zwei Jahren – aber vor vier Jahren waren es acht, und vor 20 Jahren bestimmt noch ein Drittel Kinder und Jugendliche mehr“, stellt Carsten Dierks fest, bei der „Masterrind“ für den Raum Diepholz für den Zuchttiervertrieb zuständig. Die Zahl der Betriebe hat abgenommen.

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