Hahnhorst: „Lindenblüten“-Kinder aus Lindern arbeiten am ersten Lehmofen

„Das Projekt ist gewachsen“

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In Gedanken versunken kneten die Kinder den Lehmbrei mit den Händen. „Lindenblüten“-Kinder aus Lindern arbeiten am ersten Lehmofen in Hahnhorst.

Schwaf. /Lindern - In Gedanken versunken kneten die Kinder den Lehmbrei mit den Händen, danach klatschen sie die Mischung aus der großen Wanne mit Feuereifer an die Außenwand des Baukörpers, der einmal ein Lehmofen werden soll. „Dass man hier einmal backen kann, können sich die Kinder noch nicht vorstellen“, sagt Sylke Meyer (Kindertagesstätte „Lindenblüte“, Lindern) mit Blick auf die Drei- bis Sechsjährigen. Deshalb soll es zum Abschluss der Aktion einen kleinen Probelauf geben.

Offiziell eingeweiht wird der Lehmofen am 30. Mai beim Sommerfest der Kita, das in diesem Jahr auf dem Gelände des Waldpädagogikzentrums Hahnhorst in Schwaförden stattfindet. Dann wird auch Dr. Heike Pabst, Netzwerkkoordinatorin der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, anwesend sein und das dritte Zertifizierungsprojekt der Kita begutachten.

Vier Tage sind die Sprachheilgruppe „Löwenzahn“ und die „Grashüpfer“ der Integrationsgruppe aus der Linderner Lebenshilfe-Einrichtung Gäste des Waldpädagogikzentrums. Konkretes Ziel der Waldwoche ist die Fertigstellung des Lehmofens, der in Zusammenarbeit mit Jessica Damast, Försterin für Waldpädagogik und Umweltbildung am Waldpädagogikzentrum, immer mehr Gestalt annimmt.

Die Aktion geht zurück auf die Kooperation der Linderner Einrichtung mit dem Waldpädagogikzentrum, die vor drei Jahren mit einem Vertrag besiegelt wurde. Bereits im September waren die Gruppen für vier Tage im Hahnhorst, um die ersten Experimente durchzuführen. Unter anderem haben sie selbst Lehmziegel hergestellt.

„Das Projekt Lehmofen ist gewachsen“, erklärt Jessica Damast. Mit Renate Kornau hat sie sich eine Fachfrau ins Boot geholt hat. Die ehemalige Erzieherin des Waldkindergartens „Ratz und Rübe“ hatte seinerzeit mit „ihren“ Kindern verschiedene kleine Öfen aus „gesammeltem Zeugs“ gebaut – Erfahrungswerte, auf die das Team jetzt zurückgreifen kann. Der Lehmofen, der jetzt entsteht, ist ein Luxusmodell stattlicher Größe. Sein „Innenleben“ sind Schamotteplatten eines ausgedienten Kamins, ummauert ist er von den Lehmsteinen „Marke Eigenbau“ und weiteren, die der Wesenstedter Bauunternehmer Bernd Seelhoff gespendet hat.

„Wir haben in der Elternschaft vorab einige Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sagt Erzieherin Sylke Meyer. „Was macht ihr die ganze Zeit im Wald? Ist das den Kindern nicht zu kalt und zu langweilig?“ Die Bedenken der Eltern waren schon am ersten Tag Geschichte. Zu tun gab es reichlich, unter anderem stand auch die Erneuerung des vor zweieinhalb Jahren von den Kindern angelegten Fühlpfades auf dem Programm. Von Langeweile ist keine Rede, und kalt ist es auch nicht. Nur Hosen und Jacken müssten wohl „dringend in die Wäsche“, stellt ein kleiner „Grashüpfer“ fest.

mks

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