INTERVIEW Niklas Weckwert (Nordischnet) zum Interesse am Glasfaserausbau

Häufigste Frage: „Wann geht es los?“

Beantworten Fragen zum Glasfaseranschluss auf dem Neuen Markt in Sulingen: Die „Nordischnet“-Kundenberater (von links) Kunlathon Konphuk, Dietmar Klein und Niklas Weckwert.
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Beantworten Fragen zum Glasfaseranschluss auf dem Neuen Markt in Sulingen: Die „Nordischnet“-Kundenberater (von links) Kunlathon Konphuk, Dietmar Klein und Niklas Weckwert.
  • Harald Bartels
    vonHarald Bartels
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Sulingen – Das Internet per Glasfaser im Sulinger Land rückt näher: Bis zum 31. Oktober können Interessierte einen Anschluss beantragen. Während in den sogenannten „weißen Flecken“, in denen die Übertragungsrate unterhalb der Grenze von 30 Megabit pro Sekunde liegt, der Eigenbetrieb „Breitbandausbau Landkreis Diepholz“ den Ausbau übernimmt, kümmert sich in den „schwarzen Flecken“, den Gebieten mit einer höheren Übertragungsrate, der Anbieter „Nordischnet“ als Partner des Landkreises darum. Damit das Unternehmen Wirtschaftlichkeit erreicht, müssen sich in diesen Gebieten 40 Prozent der Einwohner für einen Glasfaseranschluss entscheiden. Um die Einwohner des Sulinger Landes davon zu überzeugen, ist derzeit ein Informationsstand von „Nordischnet“ auf dem Neuen Markt in Sulingen zu finden. Über seine Erfahrungen spricht Kundenberater Niklas Weckwert im Interview.

Seit wann sind Sie und ihre Kollegen schon hier auf dem Neuen Markt?

Seit dem 13. Juli. Wir sind hier mit mehreren Kundenberatern eingeteilt, damit die Kunden immer andere Gesichter sehen.

Wie viele Passanten kommen pro Tag zu Ihnen?

Das kommt immer auf das Wetter an, aber morgens um 9 Uhr ist direkt Andrang: Wenn die Menschen einkaufen, haben wir meist drei, vier Gespräche in einer Stunde. Über den Tag verteilt gehe ich von 30 Interessenten aus. Meistens steckt es an: Wenn hier schon jemand im Gespräch steht, trauen sich andere auch zu fragen.

Wonach wird am häufigsten gefragt?

Eine der häufigsten Fragen ist tatsächlich, wann es losgeht. Das können wir aber nur spekulativ beantworten, weil man nicht genau sagen kann, wann Baumaßnahmen fertiggestellt werden. Häufig wird auch gefragt, welche Kosten man tragen muss. Das Gute ist, dass für den Anschluss jetzt keine Kosten entstehen, sondern nur durch den Vertrag. Nach meiner Erfahrung sind das im Monat höchstens 20 Euro mehr, was aber, wenn man das auf die Vertragsmindestlaufzeit von zwei Jahren hochkalkulieren möchte, immer noch günstiger ist, als später den Hausanschluss für einmalig 800 Euro zu kaufen. Der Anbieterwechsel ist ein häufiges Thema: Die Interessenten haben oft Angst, dass sie doppelt zahlen müssen, weil sie einen laufenden Vertrag haben für Festnetz und Internet. Das ist verständlich, weil die Menschen nicht doppelt zahlen oder ohne Internet dastehen wollen, aber darum kümmern wir uns und können die Leute direkt beruhigen.

Müssen Sie bei den Menschen, die hier an den Stand kommen, noch Überzeugungsarbeit für Glasfaser leisten?

Wenn jemand irgendwo hingeht, ist er allgemein interessiert – ich gehe ja auch nicht in einen Modeladen, wenn ich keine Kaufintention habe. Es ist aber auch unser Auftrag, aufzuklären, weil nicht jeder genügend Informationen erhält. Und Verständnis zu wecken, warum wir hier überhaupt sind, denn theoretisch hätten wir laut Politik schon wesentlich früher Glasfaser haben können. Es gibt immer Menschen, die skeptisch sind oder sagen, dass Glasfaser für sie nicht interessant ist, aber das ist in Ordnung. Es kommt auch immer auf das Alter an oder wie das Internet genutzt wird.

In den umliegenden Kommunen gibt es Befürchtungen, dass in den „schwarzen Flecken“ die 40-Prozent-Quote nicht erreicht wird. Wie sind Ihre Beobachtungen hier?

In Bassum war es wesentlich aufwendiger. Für die Straßen, die ich betreue, kann ich sagen, dass die Stimmung in Sulingen allgemein gut ist. Die Menschen hier sind nicht negativ gegenüber Glasfaser gepolt, aber es ist in den „schwarzen Flecken“ etwas schwieriger, weil die Geschwindigkeit nicht schlecht ist. In den „weißen Flecken“ ist es klar, weil die Menschen dort schon über Jahre gemerkt haben, dass die Infrastruktur schlecht ist. In den „schwarzen Flecken“ sprechen wir aber nicht nur über die Nutzung, sondern auch über die Wertsteigerung für die Immobilie und das Netz, das wir ausbauen möchten.

Was könnte Ihnen die Aufgabe erleichtern?

Mund-zu-Mund-Propaganda ist für uns aus der Erfahrung sehr, sehr wichtig – dass man mit den Nachbarn, mit den Bekannten spricht, gerade in den „schwarzen Flecken“. Es ist immer ein Unterschied, ob ich an der Tür stehe als Vertreter eines Privatunternehmens im Auftrag des Landkreises, oder ein Nachbar sagt: „Glasfaser musst du machen, das habe ich auch gemacht.“ Deswegen gehen wir auch gerne in Sportvereine, weil die eine riesige Reichweite haben, das hilft uns sehr.

Wie lange werden Sie noch hier auf dem Neuen Markt anzutreffen sein?

Wir sind bis zum Ende der Vermarktungsphase am 31. Oktober jeden Tag hier, von 9 bis 18 Uhr, präsent und nehmen uns gerne Zeit für die Kunden.

Ansprechpartner

Für den Antrag auf einen Glasfaseranschluss und die Beratung zum Thema können sich Interessierte direkt an „Nordischnet“ wenden, telefonisch unter der Rufnummer 04 31 / 80 64 96 49 oder per E-Mail (info@nordischnet.de), sowie an den regionalen Partner „Schirmer TK“ in Sulingen (Tel. 0 42 71 / 78 07 00, E-Mail: telekontor.sulingen@schirmer-tk.de). Bei Fragen zum Ausbauverlauf in den „weißen Flecken“ (theoretisch vorhandene Datenrate bis 30 Megabit pro Sekunde) stehen Danny Soller (Tel. 0 54 41 / 9 76 14 65, E-Mail: danny.soller@diepholz.de) und Alexander Schlemper (Tel. 0 54 41 / 9 76 14 66, E-Mail: alexander.schlemper@diepholz.de) vom Eigenbetrieb Breitbandausbau Landkreis Diepholz zur Verfügung.

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