Unterbrechung für Abiturprüfung

Bombendrohung am Gymnasium Sulingen: Kein Sprengstoff entdeckt

Ein Hinweisschild an einer Tür im Gymnasium Sulingen bittet um Ruhe während der Abiturprüfung.
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Während der laufenden Abiturprüfungen bittet die Schulleitung mit derartigen Schildern um Ruhe.

Nach der Bombendrohung am Donnerstag hat sich am Freitag die Lage am Gymnasium Sulingen wieder beruhigt.

Sulingen – Am Tag nach dem großen Schrecken läuft der Unterricht wieder in gewohnten Bahnen am Gymnasium Sulingen.

„Es ist alles ruhig, alle arbeiten konzentriert, und es ist keine Anspannung zu spüren“, beschreibt Stephan Timpke, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit in der Schulleitung, die Stimmung. Das gelte auch für die schriftliche Abiturprüfung im Fach Deutsch, die für Freitag angesetzt war. Die Schülerinnen und Schüler seien beruhigt worden, dass alle Räume von der Polizei mit Sprengstoffspürhunden durchsucht worden seien und dass deswegen aktuell keine Gefahr bestehe. „Die Schüler können aber jederzeit die Beratungslehrer kontaktieren, wenn sie Sorgen und Nöte haben.“

Lob der Polizei für Schüler und Kollegium

Noch am Donnerstagabend hatte Schulleiterin Dagmar Gerding in einem auf der Internetseite des Gymnasiums veröffentlichten Text für die ruhige und geordnete Evakuierung des Gebäudes ein Lob der Polizei an Schüler und Kollegium weitergegeben. Auch den Eltern, die ihre Kinder von der Schule abholten, dankte sie. „Es ist toll, dass unsere Schulgemeinschaft auch in Krisenzeiten so ausgezeichnet zusammenhält“, heißt es auf der Homepage.

Die Polizei arbeite weiter intensiv daran, den Verfasser der Bombendrohung zu ermitteln, sagt Polizeisprecher Thomas Gissing auf Nachfrage. Bislang gebe es aber noch keine Erkenntnisse, zu denen man sich öffentlich äußern wolle. 

Zum urprünglichen Artikel vom 29. April:

Sechs Hundeführer waren mit ihren Hunden an der Durchsuchung des Sulinger Gymnasiums beteiligt.

Eine Bombendrohung am Gymnasium Sulingen beschäftigte am Donnerstagvormittag zahlreiche Einsatzkräfte. Alle Schüler und Schülerinnen wurden evakuiert.

Sulingen – Am Donnerstagvormittag ging am Gymnasium Sulingen eine Bombendrohung ein. Die Nachricht sei per Mail eingegangen, teilte Polizeipressesprecher Thomas Gissing mit, anschließend informierte die Schulleitung umgehend die Polizei. Alle rund 500 Schüler und Schülerinnen mussten das Gymnasium verlassen und wurden nach Hause geschickt.

Kurz nach dem Eingang des Notrufs sammelten sich alle Einsatzkräfte, um eine Durchsuchung der Schule nach Ablauf einer in der Mail gesetzten Frist einzuleiten. Das Gebiet rund um das Gymnasium in der Innenstadt von Sulingen wurde mit elf Streifenwagen weiträumig abgesperrt. Die Polizei schätzte die Lage allerdings früh so ein, dass eine Gefahr nur für das Gymnasium bestehe, deswegen wurden die umliegenden Gebäude, darunter die Klinik Sulingen, am Vormittag nicht geräumt.

Wegen einer Bombendrohung wurde das Gymnasium Sulingen am Donnerstag vollständig evakuiert.

Bombendrohung am Gymnasium Sulingen: Polizei ermittelt

Die Polizei setzte bereits kurz nach Einsatzbeginn alles daran, den Absender der Bomben-Mail ausfindig zu machen. Per Twitter teilte sie mit, infolge der anonyme Bombendrohung sei das Gymnasium Sulingen gegen 9 Uhr evakuiert worden. Der Meldung von 11 Uhr zufolge bestehe für die Bürger und Bürgerinnen der Stadt keine Gefahr. Vorsichtshalber war auch ein Rettungswagen der DRK-Rettungswache Sulingen vor Ort.

Sechs Hundeführer mit speziell ausgebildeten Sprengstoffspürhunden durchsuchten das Gebäude. Zunächst wurde die schuleigene Mensa durchsucht, damit die vorbereiteten Speisen an benachbarte Schulen ausgeliefert werden konnten. Es sei glücklicherweise außer ein paar herrenlosen Taschen nichts gefunden worden, sagte Thomas Gissing, und um 14 Uhr konnte der Einsatz ohne Sprengstofffund beendet werden. „Die Ermittlungen laufen aber weiter.“

Ein Hundeführer der Polizei mit seinem Sprengstoffspürhund auf dem Weg in das Gymnasium Sulingen.

Abiturprüfung muss nachgeholt werden

Betroffen von der Räumung waren auch 34 Schülerinnen und Schüler, die ihre schriftliche Abiturprüfung im Fach Erdkunde ablegen sollten. Laut Stephan Timpke, seitens der Schulleitung zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, sei das bereits an das Landeskultusministerium gemeldet worden. Von dort gebe es die Rückmeldung, dass die Gruppe an dem schon festgelegten landesweiten Nachschreibetermin am 28. Mai ihre Prüfung wiederholen werde. Sollte ein Schüler diesen Termin nicht wahrnehmen können, werde es einen dezentralen Nachschreibetermin mit von der Schule gestellten Aufgaben geben.

Nicht von dem Vorfall betroffen sei die schriftliche Abiturprüfung im Fach Deutsch am Freitag, versicherte Timpke. Zwar sei es wegen der Evakuierung der Schule nicht möglich gewesen, dass Downloadverfahren für die Abituraufgaben durchzuführen, aber in seiner Eigenschaft als Oberstufenkoordinator habe er im Laufe des Tages die Aufgaben aus der Diepholzer Graf-Friedrich-Schule geholt, wo sie für die Sulinger Abiturienten heruntergeladen worden waren.

„Absolut kein Verständnis für die Aktion“

Die Stimmung im Abiturjahrgang sei sehr negativ, sagt Eliah Robowski, einer der drei Jahrgangssprecher. „Wir haben absolut kein Verständnis für die Aktion, und man fragt sich, was das Ziel war.“ Vor allem die Betroffenen aus dem Erdkundekurs seien sehr verärgert: „Das waren tolle Aufgaben, und sie waren schon mitten am Schreiben.“ Nun müssten sie erneut für eine Klausur lernen und seien noch einmal aufgeregt, und auch für alle anderen sei das eine Ablenkung vom Lernen: „Das ist total bescheuert!“

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