Gymnasium gibt 59 Stunden ab

Lehrerabordnung: Schulleiterin schildert die Auswirkungen

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Schulleiterin Ute Lüßmann (links) und Schulelternratsvorsitzende Angela Rentzel vor dem digitalen Vertretungsplan des Gymnasiums.

Sulingen - Insgesamt 59 Schulstunden pro Woche sollen Lehrkräfte des Gymnasiums Sulingen an Grundschulen unterrichten – das ist die Vorgabe des niedersächsischen Kultusministeriums im Rahmen der „Lehrer-Abordnung“ von weiterführenden Schulen (wir berichteten). Elternratsvorsitzende Angela Rentzel und Schulleiterin Ute Lüßmann sprechen über die Auswirkungen am Gymnasium.

„Mir ist klar, dass sich Kultusministerin Heiligenstadt jetzt keine neuen Lehrer aus den Rippen schneiden kann. Aber es ist wichtig, die Situation zu verdeutlichen – auch den Eltern, damit sie wissen, dass es nicht an der Schule liegt, wenn ihr Kind schon um halb zwölf auf der Matte steht“, formuliert es Angela Rentzel.

Lehrer müssen auf offizielle Verfügungen aus Hannover warten

Vor Probleme stelle das Kollegium vor allem die Kurzfristigkeit, mit der die Abordnung erfolgte: „Die Lehrkräfte haben davon, als sie in die Sommerferien gingen, noch nichts gewusst“, berichtet Ute Lüßmann. „Erst Anfang Juli kam die Aufforderung, dass in den Ferien jemand für die Personalplanung verfügbar sein muss.“ Zunächst sei es um 29 Stunden gegangen – „eine Woche vor Schulbeginn wurde mitgeteilt, dass es 59 sind. Das bedeutet mehr als zweieinhalb Lehrerstellen. Wir haben im Moment immer noch keinen stabilen Stundenplan, müssen immer wieder Änderungen einbauen.“ 

Vorgesehen ist, dass elf Lehrkräfte des Gymnasiums an Grundschulen unterrichten – insgesamt 30 Stunden an der Sulinger Grundschule, 29 an der Drei-Freunde-Grundschule in Scholen. Die Umsetzung kommt schleppend in Gang: „Wir dürfen einen Kollegen erst an die Grundschule lassen, wenn wir die offizielle Abordnungsverfügung aus Hannover haben“, erläutert Ute Lüßmann. „Tatsächlich hat am Montag die erste Kraft an der Grundschule unterrichtet, für sechs weitere der elf Kollegen liegen mir die Verfügungen erst jetzt vor, sie können am Dienstag anfangen.“

Einige Betroffene sind bereit auf Teilzeit zu verzichten

Laut Ute Lüßmann hätten sich mehrere Kollegen bereit erklärt, ihre Stunden aufzustocken, „zum Beispiel auf Teilzeit zu verzichten.“ Keine Dauerlösung, und es reicht auch nicht: „Mir als Elternteil stößt natürlich auf, dass es keinen Förderunterricht mehr gibt und es Vertretungsunterricht nur noch bis einschließlich der vierten Stunde gibt“, stellt Angela Rentzel fest. „Wir lassen auch eine Reihe von AGs ausfallen“, ergänzt Ute Lüßmann.

Unter anderem Änderungen bei der Dauer des Lehramtsstudiums führten laut Lüßmann dazu, dass in diesem Jahr deutlich weniger Berufsanfänger (die zudem Stellen in Ballungszentren vorziehen) für die Grundschulen zur Verfügung stehen, als Kollegen in Rente gehen – das Problem hatte sich angekündigt, „der 17-Punkte-Plan des Kultusministeriums allein konnte es offenbar nicht lösen.“ Die Abordnung gilt zunächst für das aktuelle Schuljahr – mit der Option auf Verlängerung.

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