„Ein ewiger Beruf: Landwirtschaft“

Ausstellung in Bockhorn: „Gute und harte Momente“

Ilker Maga hat sich diesem Projekt zwei Jahre gewidmet. Der Wahlbremer hat den Arbeits- und Lebensalltag auf fünf landwirtschaftlichen Betrieben sensibel und detailliert dokumentiert.
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Ilker Maga hat sich diesem Projekt zwei Jahre gewidmet. Der Wahlbremer hat den Arbeits- und Lebensalltag auf fünf landwirtschaftlichen Betrieben sensibel und detailliert dokumentiert.

Bockhorn – „Ich habe ein Grußwort vorbereitet, aber das Gefühl, dass das nicht passt“, sagte Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bei ihrem Besuch auf dem Kunsthof. Unter dem Eindruck des Ambientes und der von ihr eröffneten Ausstellung zum Thema „Ein ewiger Beruf: Landwirtschaft in Niedersachsen“, die sie am liebsten „im Ministerium sehen würde“, entschied sie sich für die freie Rede.

Ilker Maga, der seit 1984 internationale Anerkennung genießt, hatte sich diesem Projekt zwei Jahre gewidmet. Der Wahlbremer hat den Arbeits- und Lebensalltag auf fünf landwirtschaftlichen Betrieben sensibel und detailliert dokumentiert. Rund 100 großformatige und „wetterfest“ präparierte Schwarz-Weiß-Fotografien, eine Auswahl aus über 2 000, werden aktuell im Garten des Kunsthofs präsentiert.

Bernd Neumann begrüßte rund 50 Gäste zur feierlichen Vernissage. Man fühle sich der soziokulturellen Arbeit verpflichtet und habe daher gern die Anregung aus der Nachbarschaft aufgenommen, dieses Projekt zu initiieren. Er lobte die Protagonisten für ihren Mut, sich über die Schulter schauen zu lassen und dankte dem Landwirtschaftsministerium, dem Landschaftsverband Weser-Hunte und der Hoya-Diepholzschen Landschaft für ihre finanzielle Unterstützung.

Anne Heinz.

Lob gab es auch von Bürgermeister Dirk Rauschkolb (Sulingen): Kunst und Kultur habe im Mittelzentrum einen hohen Stellenwert, der Kunsthof bereichere das Spektrum um qualitativ hochwertige „Nischenprodukte“. Er zollte den Ideengebern Respekt für „Einsatz, Ehrgeiz und Hartnäckigkeit“ bei der Umsetzung des Projekts.

Begleitet von Rainer Wölk – er umrahmte die Ausstellung mit passender Musik – führte Anne Heinz die Gesellschaft vom Hof in den Garten: In ihrer 20-minütigen Tanzperformance stellte sie Leben und Arbeit in der Landwirtschaft dar: vom symbolischen Säen und Mähen bis zur Erntefeier.

Er habe auf ehrliche Fragen ebensolche Antworten erhalten und dabei viel über Landwirtschaft gelernt, sagte Maga. Die Familien seien sehr geduldig gewesen und am Ende zu Freunden geworden. Zunehmender Zeitdruck, wenig Freizeit und eine unsichere Nachfolge seien Probleme, die zu denken geben. Die Protagonisten konnten ebenso wie die Gäste am Freitag erstmals einen Blick auf die Fotografien werfen. „Ich bin total überrascht, das ist eine tolle Ausstellung“, bekräftigte Jens Schwichtenberg (Gut Adelhorn).

Barbara Otte-Kinast bescheinigte dem „großartigen Künstler“, ihm sei die Darstellung von „guten und harten Momenten“ überaus gelungen. Landwirt zu sein, sei kein Beruf, sondern eine Berufung, und gerade in den letzten Jahren eine Herausforderung. Dass sich top-ausgebildete junge Menschen voller Leidenschaft für diesen Weg entscheiden und nicht wissen, ob ihre Höfe Zukunft haben, sei frustrierend.

Barbara Otte-Kinast.

Gefragt sei eine breite Diskussion über Zielkonflikte in puncto Tierwohl, Umwelt-, Arten- und Wasserschutz. Otte-Kinast: „Wir Landwirte könnten alle gesellschaftlichen Wünsche erfüllen, aber das hat seinen Preis.“ Dass ein Konsens nicht unmöglich sei, zeige der „Niedersächsische Weg“: Der deutschlandweit einmalige Vertrag für mehr Naturschutz und Artenvielfalt sei innerhalb eines Jahres verabschiedet worden.

Am Mittwoch, 8. September, findet ab 12 Uhr eine Podiumsdiskussion zur „Lage und Zukunft der Landwirtschaft“ auf dem KunstHof statt, an den Sonntagen 5. und 12. September sind jeweils um 12 Uhr LiteraTourPur-Veranstaltungen geplant (Anmeldung unter Tel. 01  72  / 3 60 78 97). Die Ausstellung ist täglich von 15 bis 18 Uhr öffentlich zugänglich, der Eintritt ist frei.

Von Martina Kurth-schumacher

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