Gutachterausschuss legt aktuellen Grundstücksmarktbericht vor

Nichts mehr zu verschenken

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Stellen den neuen Grundstücksmarktbericht vor: Leiter des Dezernates Wertermittlung und städtebauliche Bodenordnung der Regionaldirektion Sulingen des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) sowie Vorsitzender des Gutachterausschusses Sulingen-Verden, Florian Brauer (Bildmitte), Holger Könemann, Leiter der Geschäftsstelle des Ausschusses (l.), und LGLN-Regionaldirektor Helmut Weiß (r.).

Sulingen - „Die Zeiten, in denen die Gemeinden Baugrund nahezu verschenkt haben, sind vorbei“, sagt Holger Könemann. Florian Brauer blickt auf Ackerflächen und Grünland: „Die werden immer mehr zu Renditeobjekten. Auf dem Markt bewegt sich zwar wenig; doch wenn, dann geht der Preis deutlich nach oben.“ Brauer und Könemann stellten am Montag in Sulingen den neuen Grundstücksmarktbericht vor.

Brauer ist Leiter des Dezernates Wertermittlung und städtebauliche Bodenordnung der Regionaldirektion Sulingen des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) sowie Vorsitzender des Gutachterausschusses Sulingen-Verden. Könemann leitet die Geschäftsstelle des Ausschusses. LGLN-Regionaldirektor Helmut Weiß begleitete die Präsentation am Montag.

Im Landkreis Diepholz wurden 2015 insgesamt 582 Bauflächen für den individuellen Wohnungsbau und Geschosswohnungsbau veräußert, bei einem ansteigenden Geldumsatz von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Im Süden des Landkreises Diepholz waren im Jahr 2015 die Samtgemeinde Barnstorf mit 43 Bauplätzen und die Samtgemeinde Rehden mit 40 Bauplätzen die umsatzstärksten Gemeinden. Dahinter folgten die Stadtgemeinden Diepholz mit 25 verkauften Bauplätzen und Sulingen mit 23 Bauplätzen sowie die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde mit 20 Bauplätzen. In den weiteren Kommunen des Südkreises wurden jeweils um die zehn Bauplätze veräußert. „Die Nachfrage ist im Süden mit insgesamt 189 Bauplätzen im Vergleich zum Vorjahr mit nur 131 Bauplätzen um 44 Prozent gestiegen“, sagt Holger Könemann.

Bauplätze in der Kreisstadt Diepholz mit durchschnittlich 71 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche und in der Stadt Sulingen mit 75 Euro je Quadratmeter sind im Durchschnitt im Südkreis am teuersten. Ansonsten liegen die durchschnittlichen Preise zwischen etwa 20 Euro und 54 Euro je Quadratmeter.

Die Preise von Acker- und Grünland steigen seit nunmehr über zehn Jahren kontinuierlich an und waren 2015 im Mittel beim Acker 2,6 Prozent und beim Grünland sogar rund 33 Prozent höher als noch im Vorjahr.

Der höchste Bodenrichtwert für Ackerland im Landkreis Diepholz liegt mit 6,20 Euro je Quadratmeter nach wie vor in der Zone um Diepholz. „Im Übergangsbereich zum Landkreis Vechta“, sagt Florian Brauer. Dort liegen die Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Nutzflächen teilweise schon über zehn Euro je Quadratmeter.

Im „Ranking“ der höchsten Bodenrichtwerte für Ackerland im Süden des Landkreises Diepholz folgen der Bereich Barnstorf mit 5,40 Euro je Quadratmeter, Rehden mit 5,20 Euro je Quadratmeter, Eydelstedt mit fünf Euro je Quadratmeter, Ehrenburg mit 4,80 Euro je Quadratmeter, Schwaförden mit 4,60 Euro je Quadratmeter, Wagenfeld mit 4,30 Euro je Quadratmeter und der Bereich Lemförde mit 4,20 Euro je Quadratmeter.

Unter vier Euro liegen die Bodenrichtwerte nur noch im Bereich Sulingen mit 3,90 Euro, Kirchdorf mit 3,40 Euro und in Siedenburg, wo sie im Landkreis Diepholz mit 2,80 Euro je Quadratmeter am niedrigsten sind. Die Bodenrichtwerte für Grünland liegen zwischen 2,20 Euro im Bereich Diepholz und 1,30 Euro je Quadratmeter im mittleren und südlichen Bereich des Landkreises. „Insgesamt zeichnet sich, wie im Landkreis Diepholz in Gänze, auch insgesamt für den Bereich des Gutachterausschusses ein zunehmendes ‚West-Ost-Gefälle‘ ab“, sagt Holger Könemann.

280 Seiten umfasst der aktuelle Grundstücksmarktbericht. Mit Stichtag 31. Dezember 2015 hat der Gutachterausschuss Bodenrichtwerte für 3 900 in den Landkreisen Diepholz, Nienburg, Verden und im Heidekreis festgelegt. Zum Teil sind die Richtwerte auch in Bereichen angepasst worden, für die den Gutachtern keine Angaben über Immobilientransaktionen vorlagen.

Holger Könemann: „Wenn sich in einer Stadt, wie etwa Sulingen, das Niveau insgesamt verändert, dann gilt das auch für das Zentrum.“

In Teilbereichen der Langen Straße ist der Richtwert für einen Quadratmeter Grundstücksfläche inzwischen mit 110 Euro festgesetzt.

oti / r.

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