Gruppen Sulingen und Freistatt umorganisiert

„SSH Sulinger Land und Freunde“: Suchtselbsthilfe formiert sich neu

Als Sprecher-Duo der Gruppe Sulingen von „SSH Sulinger Land und Freunde“ fungieren jetzt Stefan Winkelmann und Elly Plenge, Reiner Lübbering steht ihnen noch beratend zur Seite (von links). Foto: Behling
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Als Sprecher-Duo der Gruppe Sulingen von „SSH Sulinger Land und Freunde“ fungieren jetzt Stefan Winkelmann und Elly Plenge, Reiner Lübbering steht ihnen noch beratend zur Seite (von links).

Sulingen – „Es hat Diskrepanzen mit dem BKE-Bundesverband gegeben“, nennt Stefan Winkelmann den Auslöser für die Entscheidung der Suchtselbsthilfe-Gruppen Sulingen und Freistatt, sich von „Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche“ zu lösen. Die Initiative dazu ging von dem Barenburger aus, der seit drei Jahren mit Reiner Lübbering das Gruppensprecherduo bildete. Und nun mit der Sulingerin Elly Plenge die organisatorischen Fäden in der Hand hält.

Bei den Meinungsverschiedenheiten sei es um Posten und Zuständigkeiten gegangen – für Stefan Winkelmann steht fest: „Machtkampf hat in freiwilliger Suchtselbsthilfe nichts zu suchen.“ Auch bisher spielte die Konfession Hilfesuchender keine Rolle, dennoch scheint nicht von ungefähr ein Kreuz im neuen Logo von „SSH Sulinger Land und Freunde“ eine üppige Blüte zu tragen: Mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen habe man über das Vorhaben gesprochen, ihr bleibe die Suchtselbsthilfe auch weiterhin verbunden, die Gruppe trifft sich weiterhin im Gemeindehaus an der Lindenstraße. So auch am Neujahrstag, um das neue Kapitel, das aufgeschlagen wird, zu feiern.

Nach 20 Jahren beim „Blauen Kreuz“, zeitweise als Landesvorsitzender und Beisitzer im Bundesvorstand, sowie zwölf Jahren als Gruppensprecher in Sulingen habe er gemischte Gefühle bei der Abkehr von BKE, bekennt der Schwafördener Reiner Lübbering. Aber: „Ich stehe hinter dem, was Stefan und Elly vorhaben, werde sie beratend unterstützen.“ Der 64-Jährige plant außerdem ein Projekt, das Menschen in ganz unterschiedlichen Extremsituationen – etwa Sucht, Trauer, schwere Krankheiten – zum Erfahrungsaustausch zusammenbringt.

„SSH“ sei nicht als Dachverband gedacht, man wolle aber neue Gruppen in anderen Kommunen unterstützen, die dann nach einer gewissen Zeit selbstständig und in Eigenregie arbeiten, so wie jetzt die Gruppe in Freistatt. Was ändert sich inhaltlich bei „SSH“? „Die Gruppenabende werden wir definitiv umgestalten“, kündigt Stefan Winkelmann an, „lebendiger, moderner. Dazu können Gruppenarbeiten gehören, Rollenspiele – jeweils zu einem bestimmten Thema aus einem Katalog, bei dem sich alle in der Gruppe einbringen können, beispielsweise ,Sucht und Gewalt‘.“ Winkelmann ist trockener Alkoholiker, Elly Plenge Co-Abhängige, also Angehörige eines Suchtkranken: „Die Angehörigen wollen wir gleichermaßen mit ins Boot nehmen, in den Kliniken und in der Öffentlichkeitsarbeit genau diesen Personenkreis mit ansprechen.“ Beabsichtigt sei auch, die Suchtselbsthilfe bei mehr Veranstaltungen als bisher mit einem Info-Stand vorzustellen, „dabei aktiv auf die Menschen zuzugehen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“ Ob Alkohol-, Medikamenten-, Drogen-, Internet- oder Sexsucht: „SSH“ stehe allen Abhängigen und ihren Angehörigen offen, betont Winkelmann.  ab

Kontakt

Kontakt zu „SSH Sulinger Land und Freunde“ bekommen Suchtabhängige und hilfesuchende Angehörige über die Homepage, bei den Sprechern Stefan Winkelmann (01 70 / 9 62 46 64) und Elly Plenge (0152/33 52 38 12) und bei den Gruppenabenden, dienstags, 19 bis 21 Uhr, im kirchlichen Gemeindehaus.

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